Friedrich Wetterschutz GmbH

Hauptsitz: Langelsheim
Inhaber*innen: Ruth Jennewein, Wolfgang Jennewein, Hannah Jennewein, Nina Lebioda
Geschäftsführung: Nils Lebioda
Mitarbeiter*innen: 24 in Deutschland
Unternehmensumsatz: Ca. 4.000.000 €
Produktionsländer: Polen, Slowakei
Produzierte/ vertriebene Marken: Eigenmarken: Hightex, Hertex, Safetex, Variotex

Das Unternehmen Friedrich Wetterschutz GmbH hat seinen Hauptsitz in Langelsheim. Es fertigt seit seiner Gründung um 1950 für verschiedene Behörden, Städte, Kommunen, Energieversorger und sonstige Industriekunden in ganz Deutschland Warnschutz-, Wetterschutz- und Multifunktionskleidung. Es beschäftigt in Deutschland 24 Menschen und hat eine Verkaufsstelle in Deutschland. Es ist Hersteller für Arbeitskleidung, Corporate Fashion und Schutzbekleidung.

1. Transparenz

Friedrich Wetterschutz GmbH hat den Fragebogen vollständig ausgefüllt und zusätzlich den Verhaltenskodex mitgeliefert.

Das Unternehmen ist transparent im Hinblick auf Umsätze und Unternehmensstruktur.

Das Unternehmen verfügt über einen Verhaltenskodex, welcher öffentlich im Internet zugänglich ist.

Das Unternehmen gibt Informationen zur Struktur der Lieferkette, den Produktionsländern und Produktionsstätten und ist somit auch transparent im Hinblick auf diese Kategorien.

 

2. Belieferung der öffentlichen Hand

Die Belieferung der öffentlichen Hand macht ca. 50% des Umsatzes des Unternehmens Friedrich Wetterschutz GmbH aus.

Das Unternehmen beliefert Kommunen, Länder, Bund und zentrale Beschaffungseinrichtungen mit Arbeitskleidung, Corporate Fashion und Schutzbekleidung.

Das Unternehmen gibt an, der öffentlichen Hand aber auch allen anderen Kunden auf Wunsch Nachweise über die Einhaltung von sozialen Mindeststandards in Form von abgestufter Erklärung (mit den Möglichkeiten Eigenerklärung, Zertifikat oder Zusicherung), Vorlage eines Verhaltenskodex, ein Siegel oder Zertifikat, Berichte über die Einhaltung der Kernarbeitsnorm in den Produktionsländern erbringen zu müssen. Diesen Forderungen kommt Friedrich Wetterschutz GmbH nach eigenen Angaben nach.

Das Unternehmen schätzt die Bedeutung der genannten Faktoren für die öffentliche Hand wie folgt ein: Preis sehr wichtig (6/6), die Qualität und die Arbeitsbedingungen in der Lieferkette sind von mittlerer Wichtigkeit (4/6), ökologische Kriterien eher unwichtig (2/6).

 

3. Struktur der Lieferkette

Friedrich Wetterschutz GmbH hat keine eigenen Produktionsfabriken, sondern 6 Direktlieferanten (Konfektionäre), die in eigenen Fabriken produzieren. Diese stehen in Polen (50 % Produktionsanteil) und der Slowakei (50 % Produktionsanteil).

Zur Dauerhaftigkeit der Beziehung zu seinen Lieferanten gibt das Unternehmen an, seit über 10 Jahren mit 52 %, seit mehr als 5 Jahren mit 32 % und seit weniger als 2 Jahren mit 16 % der Direktlieferanten zusammen zu arbeiten.

 

4. Verhaltenskodex

Das Unternehmen verfügt über einen Verhaltenskodex, welcher öffentlich im Internet zugänglich und in deutscher Sprache veröffentlicht ist . Der Verhaltenskodex richtet sich nach dem Global Compact der UN und verpflichtet das Unternehmen zur Einhaltung der acht ILO Kernarbeitsnormen. Auf die Zahlung eines angemessenen Lohns wird im Verhaltenskodex nicht eingegangen. Das Unternehmen schreibt zur Zahlung existenzsichernder Löhne jedoch, dass in den Betrieben in der Slowakei und Polen tariflich geregelter Lohn gezahlt wird. Das Menschenrecht der freien Meinungsäußerung ist Bestandteil des Kodexes, über Versammlungsfreiheit ist jedoch nichts zu finden. Der Kodex sieht vor, dass eine Arbeitswoche 48 Stunden nicht überschreiten darf und dass in jedem 7 Tage-Zeitraum mindestens das Äquivalent eines freien Tages gewährleistet ist.

Das Unternehmen hat folgende Vorgaben, wenn es Ware in Ländern außerhalb von Deutschland produzieren lässt: die Materialien für die Produktion werden durch das Unternehmen selber beschafft und nicht über Agent*innen oder Subunternehmer eingekauft.

 

4.1 Kodexumsetzung

Der Verhaltenskodex gilt vertraglich für die Direktlieferanten.

Das Unternehmen unterstützt die Lieferanten bei der Umsetzung der Standards des Verhaltenskodexes nach eigenen Angaben durch Dialoge und interne Überprüfung vor Ort. Für diese Maßnahmen kommt das Unternehmen selbst auf.

 

4.2 Kontrollen zur Einhaltung des Kodex

Um die Einhaltung des Verhaltenskodexes zu überprüfen führt das Unternehme soziale Audits bei allen Direktlieferanten durch.

Das Unternehmen führt die Audits selber durch.

Die Audits werden häufiger als 1x pro Jahr durchgeführt. Das Unternehmen besucht die Produktionsstätten ihrer Direktlieferanten in Polen und der Slowakei 4-6 Mal im Jahr.

Die Audits sind immer angekündigt.

Die Kosten trägt das Unternehmen.

Die Fortschritte der Lieferanten bei der Umsetzung des Verhaltenskodex werden dadurch überprüft, dass die Einkäufer*innen des Unternehmens die Fabriken besuchen.

 

4.3 Mitgliedschaften in Kontroll-, Monitoring oder Verifizierungsinitiativen

Das Unternehmen ist kein Mitglied einer Monitoring- oder Verifizierungs-Initiative.

 

4.4 Weitere Standards und Mitgliedschaften

Das Unternehmen verfügt nicht über Fairtrade zertifizierte Baumwolle.

Das Unternehmen verfügt seit Januar 2016 über das OHSAS Zertifikat des TÜV Süd zum Arbeitsschutz und über die Umweltmanagementnorm ISO 14001 .

Zudem ist eine Zertifizierung durch STeP für 2016 geplant.

 

5. Kommentar der CIR

Die Friedrich Wetterschutz GmbH hat den Fragebogen im Gegensatz zum vergangenen Jahr vollständig beantwortet und den firmeneigenen Verhaltenskodex zur Verfügung gestellt. Das Unternehmen gibt Informationen über Produktionsstandorte und verhält sich damit transparent der CIR gegenüber. In seinem Verhaltenskodex verpflichtet sich das Unternehmen selbst und seine Direktlieferanten zur Einhaltung der ILO-Kernarbeitsnormen. Die Umsetzung des Kodexes in der Zulieferkette wird allerdings nicht unabhängig kontrolliert, da das Unternehmen sie selbst kontrolliert. Auch geht aus den Angaben des Unternehmens nicht hervor, wie die Überprüfung der Lieferanten aussieht und welchen Kriterien sie entspricht. Allerdings muss hier hinzugefügt werden, dass die Überprüfung der Einhaltung von Standards in sechs Fabriken in Polen und in der Slowakei als so genannten low risk countries, in denen es gewerkschaftliche Vertretungen gibt, natürlich mit nicht so großen Herausforderungen verbunden ist wie in Ländern, in denen dies nicht der Fall ist, bzw. die als high risk countries gelten. Trotzdem ist eine unabhängige Verifizierung der Einhaltung grundlegender Standards auch hier wichtig. Ein effektives Engagement im Bereich der Unternehmensverantwortung wäre daher eine unabhängige Kontrolle der Sozialstandards, sowie der Beitritt zu einer glaubwürdigen Multistakeholder-Initiative wie z.B. der Fair Wear Foundation (FWF).

Ihr Ansprechpartner

Christian Wimberger

Christian Wimberger

Arbeitsrechte, verantwortliche öffentliche Beschaffung
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