PLANAM Arbeitsschutz Vetriebs GmbH

Hauptsitz: Herzenbrock-Clarholz, Deutschland
Geschäftsführung: Christian Reckord
Mitarbeiter*innen: 68 (Stand 2013/2014)
Unternehmensumsatz: 40 Mio. € (Stand 2013/2014)
Produktionsländer: China (Stand 2013/2014)
Produzierte/ vertriebene Marken: PLANAM

Das Unternehmen PLANAM Arbeitsschutz Vertriebs GmbH hat seinen Sitz in Herzenbrock-Clarholz in Ostwestfalen. Aus der letzten Befragung ist bekannt, dass das Unternehmen eine Verkaufsstelle in Deutschland besitzt.

1. Transparenz
In der aktuellen Umfrage hat Planam den Fragebogen auch nach telefonischer Nachfrage nicht beantwortet und keinerlei Informationen zur Verfügung gestellt. Bei der letzten Befragung wurde ein Teil des Fragebogens beantwortet, es fehlten aber Angaben zur Belieferung der öffentlichen Hand, der Zulieferkette, Produktionsländern und Produktionsstandorten. Das Unternehmen ist Mitglied bei „sozial-fair“. Es hat keinen eigenen Verhaltenskodex verabschiedet. Das Unternehmen ist demnach nicht sehr transparent im Hinblick auf Maßnahmen und Standards im Bereich Unternehmensverantwortung.

2. Belieferung der öffentlichen Hand
Die Belieferung der öffentlichen Hand erfolgt durch Händler. Bei der letzten Befragung gab das Unternehmen nicht an, welchen Anteil die Belieferung der öffentlichen Hand am Gesamtumsatz hat, oder ob Nachweise zur Einhaltung sozialer Standards erforderlich sind.

3. Struktur der Lieferkette
Die Lieferanten des Unternehmens befinden sich gänzlich in China und es gibt eine Verkaufsstelle in Deutschland (Stand 2013/2014).

4. Verhaltenskodex
Das Unternehmen verpflichtet sich im Rahmen der Initiative „sozial-fair“ zur Einhaltung eines Verhaltenskodex im Speziellen zu sechs Sozialstandards: Kinderarbeit nur im Rahmen nationaler Regeln, Verbot von Zwangsarbeit, Sicherstellung von Mindeststandards bei Gesundheit und Sicherheit im Arbeitsumfeld, Einräumung der Vereinigungsfreiheit, Leistung und Bezahlung der Wochenarbeitszeiten und Überstunden entsprechend den staatlichen oder tariflichen Vorgaben und Dokumentation der Einhaltung dieser Standards bei eigenen Unternehmen und Sublieferanten. Das Unternehmen verpflichtet sich lediglich zur Zahlung von Entgelt entsprechend den staatlichen und tariflichen Vorgaben, diese sind allerdings i.d.R. deutlich geringer als der tatsächliche Bedarf zur Deckung der Lebenserhaltungskosten. Somit verpflichtet sich das Unternehmen nicht zur Zahlung eines Existenzlohns. „Vereinigungsfreiheit sollte gewährleistet sein“ - diese Formulierung im Verhaltenskodex der Initiative „sozial-fair“ sieht keine zwingende Vorschrift derselben vor. Planam verpflichtet sich daher nicht explizit zu einer vollständigen Einhaltung aller ILO-Kernarbeitsnormen.

4.1 Kodexumsetzung
Das Unternehmen gab bei der letzten Befragung an, Vorgaben zur Qualität und zur Erbringung von Sozialstandards beim Bezug von Waren bzw. der Produktion in Ländern außerhalb Deutschlands zu haben, spezifizierte diese aber nicht näher. Der Verhaltenskodex ist laut Planam bindend für Direktlieferanten und deren Subproduzenten. Um dieselben bei der Umsetzung des Verhaltenskodex zu unterstützen, verlangt das Unternehmen schriftliche Bestätigungen und führt laut eigener Angabe Besuche vor Ort durch. Trainings und andere Unterstützungsmaßnahmen scheinen nicht vorgesehen.

4.2 Kontrollen zur Einhaltung des Kodex
Nach eigenen Angaben aus der letzten Befragung führt das Unternehmen weder unabhängige noch eigenständig soziale Audits durch.

4.3 Mitgliedschaften in Kontroll-, Monitoring oder Verifizierungsinitiativen
Es ist nicht bekannt, ob das Unternehmen Mitglied einer Kontroll-, Monitoring oder Verifizierungsinitiative ist.

4.4 Weitere Standards und Mitgliedschaften
Es ist nicht bekannt, ob das Unternehmen über weitere Standards oder Mitgliedschaften verfügt.

5. Kommentar der CIR
Was in der letzten Befragung positiv anzumerken war, nämlich die Teilnahme von PLANAM Arbeitsschutz Vertriebs GmbH an der Befragung, lässt sich diesmal leider nicht berichten. Weiterhin bleibt zu kritisieren, dass das Unternehmen als Mitglied der Initiative „sozial-fair“ den Verhaltenskodex des rein unternehmensgeführten Labels „sozial-fair“ übernimmt, welcher nicht den Kernarbeitsnormen der ILO entspricht. Damit wird auch den Anforderungen der CIR/ CCC an einen ausreichenden Kodex bei weitem nicht entsprochen. Es gibt darüber hinaus keinerlei externe Verifizierung der Einhaltung des Kodex und des Labels „sozial-fair“. Die Mitgliedschaft bei „sozial-fair“ ist somit keine unabhängige Zertifizierung zur Einhaltung von Sozialstandards. Zu bemängeln ist auch, dass Planam seine Maßnahmen beim Bezug bzw. bei der Produktion von Waren außerhalb Deutschlands nicht spezifiziert und nicht sehr transparent ist in Hinsicht auf Zulieferkette und Produktionsstätten. Zudem bleibt offen, inwiefern das Unternehmen die öffentliche Hand beliefert und auf welche Weise Planam die Einhaltung der ILO Kernarbeitsnormen effektiv nachweisen kann. Ein effektives und transparentes Engagement im Bereich der Unternehmensverantwortung wären die Auferlegung eines umfangreicheren und strengeren Verhaltenskodexes für die gesamte Zulieferkette sowie der Beitritt des Unternehmens zu einer glaubwürdigen Multistakeholder-Initiative, wie der Fair Wear Foundation (FWF).

Ihr Ansprechpartner

Christian Wimberger

Christian Wimberger

Arbeitsrechte, verantwortliche öffentliche Beschaffung
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