Mascot International GmbH

Hauptsitz: Flensburg
Inhaber: Michael Grosbøl
Geschäftsführung: Michael Grosbøl
Mitarbeiter*innen: 25 in Deutschland, Weltweit 2199 (Stand: 1.10.2015)
Unternehmensumsatz: Insgesamt ca. 95 Mio. €
Produktionsländer: Überwiegend Asien
Produzierte/ vertriebene Marken: Eigenmarke: MASCOT und MacMichael

Das Unternehmen Mascot International GmbH ist 100%ige Tochter der dänischen Muttergesellschaft Mascot International AS und hat seinen Sitz in Flensburg. Es beschäftigt in Deutschland 25 Mitarbeiter*innen und weltweit knapp 2200 Mitarbeiter*innen. Das Unternehmen ist Hersteller von Arbeitskleidung, Corporate Fashion, Schutzbekleidung und Schuhen.

1. Transparenz
Mascot International GmbH hat den Fragebogen vollständig ausgefüllt und weitere Informationen und Dokumente mitgeliefert. Das Unternehmen ist transparent im Hinblick auf Umsätze und Unternehmensstruktur. Das Unternehmen verfügt über einen Verhaltenskodex, welcher nach eigenen Angaben für die Händler*innen auf dem Firmenportal zugänglich ist, potentiellen Kund*innen und allen CSR Interessierten zur Verfügung gestellt wird und der CIR als Dokument vorliegt. Da der Verhaltenskodex für die Öffentlichkeit nicht zugänglich ist, ist das Unternehmen lediglich der CIR gegenüber bemüht transparent zu sein im Hinblick auf Maßnahmen und Standards im Bereich sozialer Unternehmensverantwortung, nicht jedoch der Öffentlichkeit gegenüber. Im Hinblick auf die eigenen Produktionsfabriken ist Mascot transparent. Das Unternehmen betrachtet die Kontaktadressen der anderen Zulieferer jedoch als Geschäftsgeheimnis und macht daher keine Angaben zu den genauen Standorten der Zulieferer. Demnach ist das Unternehmen für die Öffentlichkeit nicht transparent im Hinblick auf Zulieferkette und Produktionsländer und Produktionsstätten.

2. Belieferung der öffentlichen Hand
Die Belieferung der öffentlichen Hand macht zwischen 10 und 25 % des Umsatzes des Unternehmens Mascot GmbH aus. Die Belieferung mit Arbeitskleidung, Corporate Fashion, Schutzbekleidung und Schuhen erfolgt an zentrale Beschaffungseinrichtungen und an Händler. Das Unternehmen gibt an, zu Nachweisen über die Einhaltung von sozialen Mindeststandards direkt oder indirekt gefragt zu werden; diese werden aber nicht immer zwingend verlangt. Es handelt sich um folgende Nachweise: Abgestufte Erklärung (mit den Möglichkeiten Eigenerklärung, Zertifikat), Vorlage eines Verhaltenskodex, ein Siegel, Nachweis über die Mitgliedschaft in einer unabhängigen Überprüfungsinitiative. Diesen Forderungen kommt Mascot GmbH nach eigenen Angaben nach und ergänzt sie teilw. durch Presseberichte. Das Unternehmen gibt an, dass (Sozial-)Berichte über die Einhaltung der Kernarbeitsnormen bisher nur von Kunden außerhalb der öffentlichen Hand gefordert wurden. Das Unternehmen schätzt die genannten Faktoren für die öffentliche Hand wie folgt ein: Qualität sehr wichtig (6/6), Preis wichtig (5/6), Umwelt und die Arbeitsbedingungen von mittlerer Bedeutung (3/6 und 4/6).

3. Struktur der Lieferkette
Das Unternehmen besitzt 4 eigene Produktionsfirmen (Tochterfirmen) und 5-10 Direktlieferanten, die in eigener Fabrik produzieren. 80 % der von Mascot vertriebenen Produkte stammen laut Angaben des Unternehmens aus der Produktion in den eigenen Fabriken, 20 % aus Auftragsherstellung oder dem Einkauf von Fertigprodukten. Das Unternehmen hat Verträge mit Lieferanten in Europa (5 % Produktionsanteil) und in asiatischen Ländern (95 % Produktionsanteil), vorwiegend in Vietnam und Laos. Die eigenen Produktionsfabriken befinden sich jeweils in Vietnam (3 Fabriken) und Laos (1 Fabrik). Zur Dauerhaftigkeit der Beziehungen zu seinen Lieferanten gibt Mascot an, seit mehr als 10 Jahren mit 10 % der Lieferanten, seit mehr als 5 Jahren mit 50 %, seit weniger als 5 Jahren mit 30 % und seit weniger als 2 Jahren mit 10 % der Lieferanten zusammenzuarbeiten.

4. Verhaltenskodex
Das Unternehmen hat einen Verhaltenskodex, welcher in deutscher, dänischer, englischer, französischer und niederländischer Sprache vorliegt, jedoch auf der firmeneigenen Website nicht veröffentlicht ist. Der Verhaltenskodex schreibt vor, dass der gesetzliche Mindestlohn des jeweiligen Landes gezahlt werden soll, und dass eine regelmäßige Lohnzahlung sowie Urlaubsanspruch geregelt sein müssen. Arbeitsfreie Tage und Krankenhaustage müssen ohne negative Folgen für die Arbeiter*innen eingehalten werden. Die Hersteller*innen der von Mascot vertriebenen Produkte müssen die jeweilige Gesetzgebung des Landes einhalten, sie müssen sich zum Verhaltenskodex von Mascot verpflichten, sie müssen die REACH-Gesetzgebung einhalten und die Produkte müssen das Zertifikat Oeko-Tex Standard 100 besitzen.

4.1 Kodexumsetzung
Der Verhaltenskodex gilt für Agent*innen, Direktlieferanten und deren Subproduzenten. Das Unternehmen ergreift folgende Maßnahmen, um die Lieferanten bei der Umsetzung des Verhaltenskodexes zu unterstützen: Nach Abschluss des Audits und dem Ausfüllen des Protokolls meldet das Auditunternehmen SGS das Ergebnis an Mascot und – je nach der Art und dem Grad der Abweichung von den Standards – wird entschieden, welche Verbesserungsmaßnahmen ergriffen und im integrierten Action Plan festgehalten werden sollten (Corrective Action Plan – CAP). Hier sind auch zeitliche Fristen gesetzt. Dies wird dann von SGS nachverfolgt. Bei groben Verstößen im ersten Audit werden Zulieferbeziehungen nicht weiter ausgebaut.

4.2 Kontrollen zur Einhaltung des Kodex
Um die Einhaltung des Verhaltenskodexes zu überprüfen, lässt das Unternehmen soziale Audits von dem Auditunternehmen SGS durchführen. Bei dem Audit werden die Direktlieferanten für Fertigprodukte, Rohware und Zubehör geprüft, nicht die Subproduzenten. Das Unternehmen hat gemeinsam mit der externen Audit-Organisation SGS einen Fragebogen entwickelt (Einhaltung der Gesetzgebung, soziale Bedingungen, Gesundheit und Sicherheit, Hygiene und Unterbringung) und beauftragt SGS mit der Durchführung der Audits. Zu den konkreten Vorgaben und Kriterien, unter denen die Audits gemacht werden gibt Mascot bereitwillig Auskunft. Die Audits finden in der Regel einmal pro Jahr statt, aber bei aktuellen Anlässen oder wenn sich Voraussetzungen geändert haben, auch häufiger. Die Audits werden manchmal angekündigt und manchmal nicht. Die Kosten für die Audits trägt Mascot. Um die Fortschritte der Lieferanten zu überprüfen, besuchen die Einkäufer*innen des Unternehmens die Fabriken regelmäßig. Die eigenen Produktionsstätten von Mascot sind nach SA8000 zertifiziert.

4.3 Mitgliedschaften in Kontroll-, Monitoring oder Verifizierungsinitiativen
Die drei eigenen Produktionsfabriken von Mascot haben ein SA8000 Zertifikat. Das Unternehmen ist kein Mitglied einer weiteren Monitoring- oder Verifizierungs-Initiative.

4.4 Weitere Standards und Mitgliedschaften
Das Unternehmen verfügt nicht über Fairtrade zertifizierte Baumwolle. Die Lieferanten müssen aber einen Nachweis erbringen, dass die Baumwolle nicht aus Usbekistan kommt. Das Unternehmen hat darüber hinaus folgende weitere Vorgaben für sämtliche Produkte und für alle Produktionsländer: Bindung an Einhaltung von REACH und Oeko-tex Standard 100. Das Unternehmen schreibt zur Zahlung existenzsichernder Löhne, dass die von SGS überprüften Lieferanten die gesetzlichen Mindestlöhne zahlen und die Löhne in den eigenen Produktionsfabriken über dem gesetzlichen Mindestlohn liegen, was in den eignen Produktionsstätten in Verbindung mit dem SA8000 Audit überprüft wird.

5. Kommentar der CIR
Mascot hat den Fragebogen umgehend beantwortet und hat weitergehende Dokumente zu seinen CSR-Aktivitäten mitgeschickt. Die CSR-Maßnahmen wurden detailliert und offen aufgelistet. Das Unternehmen hat der CIR gegenüber im ersten Schritt nicht die Fremd-Produktionsstätten und Orte offenlegen wollen, dies aber im späteren Verlauf der Befragung gegen Unterzeichnung einer Verschwiegenheitserklärung doch noch angeboten. Eine Erweiterung der direkten Veröffentlichung der Produktionsorte und der CSR Maßnahmen von den eigenen Produktionsstätten auf die Fremd-Produktionsstätten im Internet wären hier ein weiterer begrüßenswerter Schritt in Sachen Transparenz. In seinem Verhaltenskodex bezieht sich Mascot auf die Einhaltung der nationalen Arbeitsrechte, der Menschenrechte, Gesundheit und Sicherheit, Kinderarbeit sowie Arbeitszeiten und Löhne. Der Verhaltenskodex geht damit über die ILO Kernarbeitsnormen hinaus, benennt diese jedoch nicht explizit, was Interpretationsspielraum zulässt. Positiv zu bemerken ist, dass Mascot 80 % seiner Produkte in eigenen Produktionsbetrieben herstellen lässt, die SA8000 zertifiziert sind. Dies ist eine im Vergleich zu anderen in der Branche sehr hohe Produktionsquote in eigenen Betrieben. Die anderen 20 % werden in Zulieferbetrieben hergestellt, die von einem Auditunternehmen kontrolliert werden. Weil SA8000 jedoch immer nur die einzelne Fabrik auditiert und nicht das ganze Unternehmen mit all seinen Lieferantenbeziehungen gilt der Nachweis zur Einhaltung der SA8000 Standards auch nur für die 80 % der Waren. Darüber hinaus hat Mascot außer der Corrective Action Pläne keine zusätzlichen Maßnahmen implementiert, um die Lieferanten bei der Einhaltung des Kodex zu unterstützen. Für eine unabhängige Verifizierung der CSR Aktivitäten des gesamten Unternehmens wären die Anpassung des Verhaltenskodex an den Musterkodex der CCC und die Mitgliedschaft in einer Multistakeholder-Initiative wie beispielsweise der Fair Wear Foundation (FWF), die u.a. auch lokale Akteure zur Verifizierung der Audits mit einbezieht und auch die nicht eigenen Produktionsbetriebe in den Blick nimmt, wichtige noch ausstehende Schritte für Mascot.

Ihr Ansprechpartner

Christian Wimberger

Christian Wimberger

Arbeitsrechte, verantwortliche öffentliche Beschaffung
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