Werner Reitz GmbH

Hauptsitz: Gelnhausen, Deutschland
Inhaber: Andreas Reitz (Geschäftsführender Gesellschafter)
Geschäftsführung: Andreas Reitz
Mitarbeiter*innen: 42 in Deutschland
Unternehmensumsatz: 18 Mio €
Produktionsländer: In Asien, Afrika und Europa
Produzierte/ vertriebene Marken: verschiedene

Das Unternehmen Werner Reitz GmbH wurde 1948 gegründet und hat seinen Hauptsitz in Gelnhausen. Es beschäftigt in Deutschland 42 Mitarbeiter*innen. Das Unternehmen ist Hersteller und Großhändler von Arbeitskleidung, Schutzbekleidung und Schuhen.

1. Transparenz
Werner Reitz GmbH hat den Fragebogen vollständig ausgefüllt und weitere Informationen und Dokumente mitgeliefert. Das Unternehmen macht Angaben zu Umsätzen und Geschäftsführung und ist daher transparent im Hinblick auf Umsätze und Unternehmensstruktur. Das Unternehmen verfügt über einen Verhaltenskodex, welcher öffentlich im Internet zugänglich ist und ist daher transparent im Hinblick auf Maßnahmen und Standards im Bereich Unternehmensverantwortung. Das Unternehmen gibt Informationen zu den Zulieferern und Produktionsorten und ist damit transparent im Hinblick auf diese Kategorien.

2. Belieferung der Öffentlichen Hand
Aus der Belieferung der Öffentlichen Hand mit Arbeitskleidung, Schutzbekleidung und Schuhen berechnet sich ein Anteil zwischen 25 und 50 % am Umsatz der Werner Reitz GmbH. Die Belieferung erfolgt an Kommunen und zentrale Beschaffungseinrichtungen. Das Unternehmen gibt an, der Öffentlichen Hand Nachweise über die Einhaltung von sozialen Mindeststandards in Form einer abgestuften Erklärung (mit den Möglichkeiten Eigenerklärung, Zertifikat oder Zusicherung), Vorlage eines Verhaltenskodex, ISO 9001 erbringen zu müssen. Diese Nachweise des Unternehmens erfolgen in Form der Vorlage ihres Verhaltenskodex.
Das Unternehmen schätzt die genannten Faktoren für die Öffentliche Hand wie folgt ein: Preis als sehr wichtig (6/6), die Qualität wichtig (5/6), die Umwelt und die Arbeitsbedingungen von mittlerer Wichtigkeit (4/6). Das Unternehmen gibt an, eine häufige Aussage der Öffentlichen Hand sei, „wir wollen Nachhaltigkeit in allen Bereichen der Wertschöpfungskette – solange sie bezahlbar ist!“.

3. Struktur der Lieferkette
Das Unternehmen besitzt eine eigene Produktionsfirma, sowie ca. 25 Direktlieferanten, die in eigener Fabrik produzieren, und 20 Agent*innen. Das Unternehmen hat Verträge mit Lieferanten in Europa (ca. 50 % Produktionsanteil), in Asien (ca. 20 % Produktionsanteil) und in Afrika (ca. 30 % Produktionsanteil). Die eigene Produktionsfabrik befindet sich in Tunesien. Zur Dauerhaftigkeit der Beziehungen zu seinen Lieferanten gibt das Unternehmen an, seit mehr als 10 Jahren mit 75 % der Lieferanten, seit mehr als 5 Jahren mit 15 %, seit weniger als 5 Jahren mit 5 % und seit weniger als 2 Jahren mit weiteren 5 % der Lieferanten zusammenzuarbeiten.

4. Verhaltenskodex
Das Unternehmen hat einen Verhaltenskodex, welcher in deutscher Sprache veröffentlicht ist. Er orientiert sich an den ILO-Kernarbeitsnormen, den Menschenrechten und dem Global Compact. Er beinhaltet eine Vergütung nach gesetzlichem Mindeststandard und die Einhaltung der jeweils geltenden Gesetze. Ein existenzsichernder Lohn und ein sicheres Beschäftigungsverhältnis, wie es die CCC fordert sind hier nicht angegeben. Einzelne Zulieferer der Reitz GmbH besitzen eigene Kodizes, die z.T. strenger sind als der Unternehmenskodex.
Das Unternehmen hat folgende Vorgaben, wenn es Waren in Ländern außerhalb Deutschlands produzieren lässt: umfassende Qualitätssicherungsvereinbarungen, ISO 9001, Öko-Tex 100, Einhaltung des Mindestlohngesetzes.
Für die Produkte, die das Unternehmen in seiner Funktion als Händler von anderen Herstellern bezieht (und nicht selber herstellt) gelten der Verhaltenskodex, Compliance (nach eigenen Angaben die Einhaltung von Regeln und Gesetzten, Normen, Mindeststandards, Ethik und Qualitätsmanagementsystemen) und die ISO 9001. Die Hersteller sind nicht Mitglieder in weitergehenden Überprüfungsinitiativen.

4.1 Kodexumsetzung
Aus der Beantwortung des Fragebogens wird nicht ersichtlich, für wen der Verhaltenskodex gilt. Das Unternehmen ergreift Maßnahmen um die Lieferanten bei der Umsetzung des Verhaltenskodexes zu unterstützen, gibt aber nicht an, welche.

4.2 Kontrollen zur Einhaltung des Kodex
Das Unternehmen führt keine Audits durch. Um die Fortschritte der Lieferanten zu überprüfen, besuchen die Einkäufer*innen des Unternehmens gelegentlich die Fabriken. Das Unternehmen ist kein Mitglied bei einer Multistakeholder-Initiative (MSI).

4.3 Mitgliedschaften in Kontroll-, Monitoring oder Verifizierungsinitiativen
Das Unternehmen ist kein Mitglied bei einer Monitoring- oder Verifizierungs- Initiative.

4.4 Weitere Standards und Mitgliedschaften
Das Unternehmen verfügt auf Kundenwunsch über Fair Wear Produkte (Albiro, Frencys, Kwintet-Group, GREIFF Mode etc.) Das Unternehmen schreibt zur Zahlung existenzsichernder Löhne, dass es der Zahlung zustimme und sich mit den Lieferanten bzgl. der Entlohnung der Mitarbeiter*innen vor Ort abstimmt und z.T. auch finanzielle Unterstützung leistet.

5. Kommentar der CIR
Das Unternehmen Werner Reitz GmbH hat sich der CIR gegenüber offen und transparent gezeigt. Gleichzeitig gibt es an, auf Grund seiner mittelständischen- bzw. familiengeführten Struktur und der damit verbundenen marktwirtschaftlichen Bedeutung nicht die Möglichkeit zu haben, Grundsätze und Verhaltensregeln mit der Industrie und den Herstellern abstimmen bzw. vereinbaren zu können. Das Unternehmen verfügt über einen Verhaltenskodex. Da es keine Audits oder unabhängige Überprüfungen der Umsetzung des Verhaltenskodexes gibt, bleibt offen, in wieweit die Vorgaben eingehalten werden. Auch eine Einbeziehung von lokalen Akteuren findet nicht statt. Um Arbeitsrechte und soziale Mindeststandards in den Zulieferketten glaubwürdig um- und durchzusetzen und mehr Transparenz zu beweisen, wird dem Unternehmen dringend empfohlen, seinen Kodex auszuweiten und sich unabhängig durch eine MSI, wie z.B. der Fair Wear Foundation (FWF), verifizieren zu lassen. Die Mitglieder der FWF sind darüber hinaus überwiegend wie die Werner Reitz GmbH auch mittelständischer Natur und auch noch oft in Familienhand, so dass dies kein Hinderungsgrund sein müsste.

Ihr Ansprechpartner

Christian Wimberger

Christian Wimberger

Arbeitsrechte, verantwortliche öffentliche Beschaffung
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