Bergbau, Umwelt und Menschenrechte in Mittelamerika
Zusätzlich zu den unübersehbaren Umweltschäden sind Bergbauprojekt in Mittelamerika auch für zahlreiche Menschenrechtsverletzungen und soziale Konflikte verantwortlich. Foto: ERIC

Regionales Programm zum Schutz von Menschenrechten vor Bergbauprojekten

Organisationen in El Salvador, Guatemala, Honduras und Nicaragua betreiben politische Arbeit und stoßen Basisinitiativen an

Der Bergbau ist seit Beginn der 1990er in Mittelamerika auf dem Vormarsch und verbraucht enorme Mengen an Land und Wasser. Der Abbau von Gold und anderen Metallen in Tagebauen hat nicht nur gravierende Umweltfolgen, u.a. wegen der hochgiftigen Zyanidlaugung, mit der das Gold aus dem Gestein gewaschen wird. Er führt auch zu sozialen Konflikten, die nicht selten in Gewalt münden. In El Salavador, Guatemala, Honduras und Guatemala unterstützen Organisationen betroffene ländliche Gemeinden in ihrem Widerstand. Sie versuchen bestehende Bergbaugesetze zu ändern und fordern von transnationalen Bergbauunternehmen die Einhaltung der Menschenrechte ein.

Doch die den Bergbau unterstützenden Kräfte in Politik und Wirtschaft sind stark und setzen oft auf Repression. Vor allem in den letzten Jahren ist die gezielte Ermordung von Aktivist*innen leider zu einer üblichen Terrorstrategie geworden. Um Mensch und Natur vor rücksichtslosen Formen des Bergbaus zu schützen, hat die CIR ein regionales Programm zur Stärkung zivilgesellschaftlicher Organisationen angestoßen. Das Ziel des Programms ist es nicht nur, einzelne Organisationen in den Ländern gezielt finanziell zu unterstützen und ihre politische Basisarbeit zu fördern. Es soll auch die regionale Vernetzung und Solidarität zwischen den Organisationen in den einzelnen Ländern gefördert werden - ein Aspekt, der bisher weitgehend fehlte. Auf diese Weise können die Organisationen Erfahrungen über ihre Umwelt- und Menschenrechtsarbeit austauschen und sind auch auf internationaler Ebene gestärkt, wenn es darum geht, von transnationalen Konzernen verantwortungsvolles Handeln einzufordern.

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Am Programm beteiligt sich je eine Organisation in El Salvador, Guatemala, Honduras und Guatemala. Hier stellen wir den Kontext in den Ländern und die Arbeit der Organisationen kurz vor:

CRIPDES in El Salvador

Als soziale Bewegung gegen den Goldbergbau

Gemeinden wehren sich mit selbstorganisierten Volksbefragungen gegen Bergbauprojekte. Foto: CIR.

In El Salvador gibt es aktuell keinen industriellen Bergbau. Auf Druck der Zivilgesellschaft erlies die Regierung 2008 ein Bergbaumoratorium. Das australische Unternehmen OceanaGold übt aber u.a. durch Stiftungsarbeit Druck auf Staat und Gesellschaft aus, seiner Forderung nach einer Abbaulizenz im Departamento Cabañas nachzugeben. Nachdem das Unternehmen eine internationale Schiedsgerichtsklage gegen El Salvador verlogen hat, fordert die Zivilgesellschaft vom Unternehmen, die Prozesskosten rückzuerstatten und das Land zu verlassen. Betroffene Gemeinden fordern ein Bergbauverbot gesetzlich zu verankern.

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Colectivo Madre Selva in Guatemala

Forschungs- und Basisarbeit für eine gerechte Entwicklung

Colectivo Madre Selva begleitet u.a. die Protestbewegung La Puya in ihrem friedlichen Kampf gegen ein Bergbauprojekt. Foto: CIR.

Nachdem die Regierung und Guerrilla-Gruppen den Jahrzehente andauernden blutigen bewaffneten Konflikt 1996 beendeten, setzten die politischen und wirtschaftlichen Eliten auf den metallischen Bergbau als Entwicklungsmotor. Anstelle einer breiten Entwicklung bringt der großflächige Rohstoffabbau aber schwerwiegende Umweltschäden, Korruption und neue gewalttätige Konfliktdynamiken. Aktuell betreiben in Guatemala vier Tochtergesellschaften kanadischer und US-amerikanischer Bergbaukonzerne große Gold- und Silberminen. Außerdem wird Nickel abgebaut und in die EU exportiert. Zahlreiche weitere Konzessionen hat die Regierung bereits vergeben.

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Radio Progreso und ERIC in Honduras

Eine Starke Stimme gegen den Ausverkauf

Radio Progreso informiert die Bevölkerung über Widerstandsbewegungen gegen Großprojekte. Foto: CIR.

Seit dem Staatstreich 2009 wurden in Honduras zahlreiche Konzessionen für Bergbauprojekte vergeben. Zivilgesellschaftliche Organisationen schätzen die Fläche für die Erkundung und den Abbau von Metallen auf ca. 70 Prozent der Landesfläche. Aktuell wird in 17 Projekten Gold und in 98 Projekten Eisen abgebaut. Das neue Bergbaugesetz gesteht den Unternehmen weitreichende Freiheiten zu, z.B. Wasser in unbegrenzten Mengen zu benutzen. Parallel dazu hat die Gewalt gegen Bergbaugegner*innen stark zugenommen – sowohl von Seiten des Militärs und der Unternehmen als auch krimineller Organisationen.

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Centro Humboldt in Nicaragua

Gegen die Ausbeutung von Kleinschürfer*innen

Protestmarsch gegen ein Bergbauprojekt in Nicaragua. Foto: CENIDH.

Obwohl sie ihren Ursprung in einer linksgerichteten Guerrilla-Gruppe hat und deren politischen Diskurs aufrechterhält, steht die FSLN-Regierung Daniel Ortegas Bergbauunternehmen nahe und will sich sogar als Aktionärin in Zukunft an den Projekten beteiligen. Neben den Umweltkonflikten zwischen Gemeinden im Widerstand und Unternehmen kam es in den letzten Jahren immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen Kooperativen handwerklicher Bergleute und den transnationalen Konzernen. Diese entstehen, wenn die Konzernen den Kooperativen das Gold nur zu Ausbeuterpreisen abnehmen.

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Ihr Ansprechpartner

Christian Wimberger

Christian Wimberger

Rohstoffe-Kampagne "Stop Mad Mining"
Öffnet einen E-Mail-Link zum Versand wimbergernoSpam@ci-romero.de

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