Kampagne für Saubere Kleidung - Outdoor

Neue Studie zu Outdoor-Firmen und deren sozialer Nachhaltigkeit

Discover Fairness: Veränderung ist möglich

Die Clean Clothes Campaign - Kampagne für Saubere Kleidung nahm zum dritten Mal Outdoor-Firmen unter die Lupe. Insgesamt wurden 25 Unternehmen zur Einhaltung von Sozialstandards und Menschenrechten bei der Arbeit in deren globaler Zulieferkette befragt und Recherchen durchgeführt. Darunter waren Vaude, Columbia, Haglöfs, Jack Wolfskin, Tatonka und Fjäll Räven. 21 gaben bereitwillig Auskunft – eine positive Entwicklung zeichnet sich im Vergleich zu den Vorjahren ab.

Im Zentrum der Befragung standen die Themen Transparenz, Verhaltenskodex, Kodexumsetzung sowie deren Überprüfung (Monitoring und Verifizierung). Über einen Zeitraum von drei Jahren hatte die CCC zudem Recherchen durchgeführt und den Dialog mit dem Branchenverband der Outdoorbrands, der European Outdoor Group, als auch einzelnen Firmen geführt.

Das Fazit lautet:

  • Die Bedeutung internationaler Arbeitsstandards und von Menschenrechten bei der Arbeit  innerhalb der Zulieferkette ist bei einzelnen Outdoor-Firmen stärker ins Blickfeld unternehmerischen Handelns gerückt;
  • es gibt eine Gruppe der ‚Fortgeschrittenen’, die Mitglieder in einer unabhängigen, glaubwürdigen Überprüfungsinstanz, einer Multi-Stakeholder-Initiative (MSI), wurden.
  • Unternehmen, die auf einen unabhängigen Verifizierungsprozess setzen, stellen sich der damit verbundenen Fortschritts- und Berichtspflicht und stellen so mehr Transparenz her;
  • einzelne Unternehmen haben ihren Verhaltenskodex weiterentwickelt;
  • einige Unternehmen haben sich zu weitreichenden Standards bei der Fertigung ihrer Produkte verpflichtet, die Zahlung eines Existenzlohns eingeschlossen, und dem Unternehmen im Bereich soziale Nachhaltigkeit eine klare und umfassende Zielvorgabe gesetzt.

Diese in der Tendenz positive Entwicklung fördert ethische Einkaufspraktiken und Transparenz. Eine Mitgliedschaft in einer unabhängigen, glaubwürdigen Überprüfungsinstanz, einer Multi-Stakeholder-Initiative (MSI), ist in diesem Prozess ein wertvoller Schritt, um die Umsetzung des Verhaltenskodex zu verbessern. Denn durch eine unabhängige Überprüfung (Verifizierung), die Erstellung von Maßnahmeplänen zur Verbesserung (Corrective Action Plans), ein an Sozialstandards orientierter Einkauf und durch eine branchenweite Zusammenarbeit wird ein höherer Wirkungsgrad erreicht. Im Vergleich dazu ist festzustellen, dass Audits und Zertifizierungen von lediglich einzelnen Produkten oder Produktionsstätten oftmals grundlegende und strukturelle Probleme nicht erfassen.

Die konstruktive Zusammenarbeit in einer MSI und im Verifizierungsprozess bietet die größere Chance, Probleme bzw. Mängel festzustellen und positive Veränderungen in Gang zu setzen.

Defizite

Die Zahlung eines Existenzlohns bleibt weiterhin eine der zentralen Herausforderung. Ausnahmslos müssen die Firmen konsequent darauf hinarbeiten, dass alle Arbeiter*innen in ihrer Lieferkette für eine reguläre Arbeitswoche von maximal 48 Stunden einen Lohn zum Leben ausbezahlt bekommen.

Die CCC fordert ein schrittweises Vorangehen der Firmen:

  • einen kompletten Verhaltenskodex, der auch das Recht auf einen Existenzlohn klar und verbindlich verankert;
  • unabhängige, transparente Verifizierung;
  • Anerkennung der Lohnforderung der Asia Floor Wage Allianz als Referenzberechnung für den Existenzlohn sowie die Erarbeitung und Veröffentlichung eines Umsetzungsplanes.

Leider musste die Clean Clothes Campaign 2012 immer noch feststellen, dass bei einigen der befragten Unternehmen keine konsequente Bereitschaft besteht, Sozial- und Arbeitsstandards sowie die Menschenrechte bei der Arbeit umzusetzen. Es gab ebenfalls eine kleine Gruppe, die der Clean Clothes Campaign und somit der Öffentlichkeit keine bzw. mangelnde Informationen zur Verfügung stellte. Dazu gehörten Quechua und die von Globetrotter Ausrüstung und der Eurofamily etablierten Eigenmarken Meru und Kaikkialla.

Die Clean Clothes Campaign – Kampagne für Saubere Kleidung sieht die Chance, dass die oben genannten Herausforderungen seitens der „Gipfelstürmer“ der Outdoor-Branche - und bald auch von anderen Firmen - konstruktiv angenommen werden, damit Menschen nicht zu Niedrigstlöhnen arbeiten und Repressionen erleiden müssen.

Nachhaltigkeit in einem umfassenderen Sinn verstanden bedeutet auch, dass das Recht auf Entwicklung ein Menschenrecht ist. Dies beinhaltet eben, für angemessene sozial- und arbeitsrechtliche Bedingungen zu sorgen. Demnach: „Discover Fairness. Aktiv für Menschenrechte“.

Lesen Sie hier die gesamte Studie mit allen Outdoor-Firmenprofilen 2012 auf einem Blick!

Pressemitteilung "Discover Fairness! Outdoor-Firmen und deren Soziale Nachhaltigkeit" (19. November 2012)

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