Konzerne unter der Lupe
Puma

Puma

Herzogenaurach, Deutschland

Die Puma AG Rudolf Dassler Sport (Puma) ist ein international tätiger Sportartikelhersteller. Das Unternehmen entstand 1948 durch die Aufteilung der 1924 gegründeten Gebrüder Dassler Schuhfabrik zwischen den Brüdern Rudi und Adi Dassler in Adidas und Puma. 

Puma entwickelt und produziert Schuhe, Textilien und Accessoires. Die Produktpalette von Puma umfasst zahlreiche Sport- und Lifestyle-Artikel. Der Produktschwerpunkt liegt auf Schuhen und Textilien. Daneben werden zunehmend sportliche Accessoires hergestellt und vertrieben. Das selbst erklärte Ziel ist es, das begehrteste und nachhaltigeste Sportlifestyle-Unternehmen zu sein. Außerdem betreibt Puma eigene Filialen, so genannte Concept wie auch Factory Outlet Stores. Seit dem Sommer 2007 hält der französische Luxusgüterkonzern Pinault-Printemps-Redoute (PPR) die Mehrheit der Puma-Anteile.

Zahlen und Daten zum Unternehmen

Puma SE

Marken: Puma, Cobra Puma Golf, Tretorn

Unternehmensform

Aktiengesellschaft

Unternehmenssitz

Herzogenaurach

Anzahl der Mitarbeitenden

11.290

Umsatz

3,27 Mrd. (2012)

Gewinn

70,2 Mio. (2012)

Produktion und Zulieferer

Laut Zuliefererliste von 2013 mehr als 200 Zuliefererfirmen in 31 Ländern. Die wichtigsten Produktionsländer sind China (56 Fabriken), Indien (24), Vietnam (18), Argentinien (13), Kambodscha (11), Bangladesch (10), Südafrika (9) und Türkei (9). Puma veröffentlicht keine Informationen über die Anzahl der Arbeiter*innen in den einzelnen Länder bzw. Fabriken, was die Transparenz einschränkt.

Die Position von Puma zu existenzsichernden Löhnen

Puma gibt an, dass eine Verbesserung der Löhne der Arbeiter*innen in den Zuliefererfabriken von Puma von zentraler Bedeutung sei, um eine nachhaltige Verbesserung der Arbeitsbedingungen zu garantieren. Puma verpflichte sich aber keiner vorgefertigten Definition eines Grundlohns, da im Verlauf der letzten Jahrzehnte verschiedene Definitionen und Konzepte verbreitet worden seien.

Pumas Lohn-Strategie

Puma arbeitet mit der Multi-Stakeholder-Initiative Fair Labor Association zusammen und ist Teil des Fair Wage Networks. Dementsprechend wendet Puma ebenso wie Adidas die Fair Wage Methode als Grundlage an, um zukünftig die Zahlung fairer Löhne in Zuliefererfabriken zu erreichen. Im Rahmen des Better Work Programms der Internationalen Arbeitsorganisation (IAO) will Puma das Personalmanagement von 16 seiner Zulieferer in Vietnam und Kambodscha verbessern.

Konkrete Maßnahmen

Puma wendete im Rahmen eines bereits abgeschlossenen Projektes die sogenannte Lohn-Leiter-Methode an, um Fortschritte hinsichtlich der Zahlung eines existenzsichernden Lohns zu überprüfen. Diese Methode berücksichtigte auch die Standards der Asia Floor Wage (Asiatischer Grundlohn), um zu messen, wie weit die von PUMA-Zulieferern gezahlten Gehälter von den von der Asia Floor Wage Alliance aufgestellten Werten abweichen.

Puma gibt an, ein Bewertungssystem seiner Zulieferer zu nutzen, das auch die Einhaltung von Sozialstandards einbeziehe und Pumas Auftragsvergabe-Entscheidungen beeinflusse. Dieses System würde momentan überarbeitet und zukünftig Anreize für solche Zulieferer beinhalten, die regelmäßig Löhne zahlten, die über dem gesetzlichen Mindestlohn lägen.

Kommentar der CIR/ Kampagne für Saubere Kleidung:

Das Unternehmen nutzt einen glaubwürdigen Grundlohnmaßstab (Asia Floor Wage) als Teil seines Ansatzes einer schrittweisen Lohnerhöhung (nach der sogenannten „Lohnleiter-Methode“). Es fehlt jedoch noch eine koherente Strategie, um die Zahlung eines existenzsichernden Lohns in den Fabriken tatsächlich zu garantieren. Auch das Better Wage Programm garantiert nicht, dass die Arbeiter*innen in den ausgewählten Zuliefererbetrieben von einem höheren Lohnniveau profitieren. Es zielt stattdessen auf fairere Entschädigungsstrukturen und Praktiken ab. Für uns sind höhere Löhne aber Teil von fairen Entschädigungsstrukturen.

Stand: April 2014

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