Vaude

1974 gründete Albrecht von Dewitz das Familienunternehmen Vaude, welches anfangs nur Bergausrüstungen vertrieb und selbst Rücksäcke herstellte. 1991 gründete Vaude eine eigenständige Produktionsstätte in China. 1996 übernahm Vaude die Firma Markill (Spezialist für Trinkflaschen und Kochersysteme). 1999 erfolgte die Übernahme der spanischen Klettermarke Lucky. 2006 kaufte Vaude die Klettermarke Edelrid. 2002 wurde Vaude offizieller Partner und Sponsor des Deutschen Alpenvereins (DAV). 2009 wechselte die Tochter Albrecht von Dewitz`, Antje von Dewitz, an die Führungsspitze. Vaude ist heute ein global tätiges Unternehmen und produziert neben Rucksäcken und Taschen (30%) auch Outdoor-Bekleidung (50%), Schuhe (5%), Schlafsäcke (5%) und sonstige Produkte (10%) wie Zelte und Accessoires.
Transparenz
Vaude hat den Fragebogen der CCC beantwortet und einige zusätzliche Informationen und Dokumente geliefert, macht jedoch keine Angaben zu Unternehmensumsätzen und Profiten. Ein Nachhaltigkeitsbericht von 2009 wurde beigefügt. Dieser bezieht sich aber ausschließlich auf ökologische Belange. Der Verhaltenskodex ist auf Deutsch auf der Unternehmenswebseite einsehbar. Eine englische Fassung ist auf der internationalen Webseite von Vaude zugänglich.
Verhaltenskodex
Der Verhaltenskodex von Vaude verweist auf lokale Arbeitsgesetze. Das Unternehmen verpflichtet sich formell dazu, in allen Arbeitsstätten, in denen Produkte hergestellt werden, grundlegende Arbeitsstandards zu respektieren. Aber er verweist nicht auf die ILO-Kernarbeitsnormen. Die Normen wie beispielsweise Organisationsfreiheit und das Recht auf Kollektivverhandlungen werden nicht erwähnt. Bestandteil des Kondexes sind das Verbot von Kinderarbeit (15 Jahre), Zwangsarbeit und Diskriminierung sowie die Verpflichtung, den gesetzlichen Mindestlohn oder Standard-Industrielohn zu zahlen. Es wird kein Existenzlohn gefordert. Arbeitsstunden sind beschränkt, aber es wird nicht erwähnt, dass Überstunden nur gelegentlich anfallen sollten. Ferner gibt der Kodex vor, dass Gebühren für VertragsarbeiterInnen aus dem Ausland oder für ArbeiterInnen von Arbeitsvermittlungsagenturen von dem jeweiligen Lieferanten getragen werden sollen, nicht von den ArbeiterInnen. Vertragsbedingungen müssen in der jeweiligen Muttersprache oder in einer anderen Sprache, die die ArbeiterInnen lesen und verstehen können, verfasst sein. Pässe und Visa dürfen nicht einbehalten werden. Der Verhaltenskodex ist Bestandteil der Verträge mit firmeneigenen Produktionsfirmen, Agenten, Direktlieferanten und deren Subproduzenten.
Kodexumsetzung
Vaude gibt an, dass seine Qualitätssicherung regelmäßig angekündigte und unangekündigte Besuche in seinen Fabriken durchführt. Genauere Angaben zum Kontrollprozess fehlen. Die CSR-Tätigkeit ist im Unternehmen einem interdisziplinärem Sustainability Team (Umwelt und CSR) zugeordnet, welches der Geschäftsleitung direkt unterstellt ist. MitarbeiterInnen aller Funktionsstufen in Deutschland werden zum Thema Unternehmensverantwortung geschult. 2009 fanden laut Vaude zwei Schulungen statt.
Monitoring und Verifizierung
Vaude ist weder Mitglied in einer Multi-Stakeholder-Initiative noch einer Monitoring-Initiative. Von den 16 Lieferanten sind drei nach SA800 zertifiziert. Lieferanten müssen ihre Subproduzenten offenlegen. Interne Kontrollen werden durch die Qualitätssicherungsabteilung durchgeführt.
Kommentar der CCC
In den Bereichen Kodexumsetzung, Monitoring und Verifizierung ist bisher kein ausreichendes Engagement zu verzeichnen. Das Unternehmen kündete jedoch an, für 2010 einen Beitritt in eine Multi-Stakeholder-Initiative zu planen. Im Juli 2010 teilte Vaude mit, dass sich das Unternehmen für einen Beitritt in die Multi-Stakeholder-Initiative Fair Wear Foundation (FWF) entschlossen habe, der noch im Jahr 2010 erfolgen soll. Mit dem Beitritt in die FWF wird sich Vaude einem der weitestreichenden Kodizes verpflichten.
(Stand: November 2010)
Neueste Entwicklung seit der Veröffentlichung der Firmenporträts:
Vaude ist am 15. November 2010 der Fair Wear Foundation beigetreten. Damit verpflichtet sich das Unternehmen einem der weitestreichenden Kodizes, der u.a. die Zahlung eines Lohnes anstrebt, der die Grundbedürfnisse der ArbeiterInnen und der von ihnen abhängigen Familien vorsieht.



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