SIEGEL UND STANDARDS

Fair Wear Foundation

Gründung & Ziel

Die Fair Wear Foundation (FWF) ist eine Multistakeholder-Initiative, die 1999 in den Niederlanden gegründet wurde und seit 2005 auch Mitglieder in Deutschland hat. Aktuell sind mehr als 85 Textilunternehmen, die über 120 Marken repräsentieren, Mitglied bei der FWF (u. a. Jack Wolfskin, Takko, Continental Clothing). Die Fair Wear Foundation ist in elf Produktionsländern in Europa, Afrika und Asien aktiv. Sie hat sich die Verbesserung von Arbeitsbedingungen zum Ziel gesetzt, insbesondere in Nähfabriken, in denen Bekleidung, Schuhe und andere Textilprodukte produziert werden.

Soziales

  • Der Verhaltenskodex basiert u. a. auf den ILO-Kernarbeitsnormen und beinhaltet eine Forderung nach existenzsichernden Löhnen.
  • Fortschritte in der existenzsichernden Entlohnung werden durch die Wage Ladder (Einkommensleiter) visualisiert und diese Übersicht kann als Verhandlungsbasis für einen firmeninternen Tarifvertrag genutzt werden.
  • Das Recht auf Vereinigungsfreiheit und Kollektivverhandlungen wird aktiv gefördert.
  • Der Standard fordert Aus- und Weiterbildungsangebote für Arbeiter*innen (Schulungen).
  • Die Einhaltung der Sorgfalts-pflichten der Mitgliedsunternehmen ist Teil der Managementprüfung (Brand Performance).
  • Ein unabhängiger Beschwerdemechanismus ist etabliert. Eingehende Beschwerden werden auf der Website veröffentlicht.

Ökologie

  • kein Fokus

    Glaubwürdigkeit

    • Die Entscheidungsfindung ist durch den Multistakeholder-Ansatz unabhängig und ausgewogen.
    • Die Mitgliedsunternehmen müssen Monitoring-Systeme für ihre Produktionsstätten aufbauen, dies schließt Audits in den Fabriken ein. Das geprüfte Produktionsvolumen muss jährlich gesteigert werden. Ab dem dritten Jahr der Mitgliedschaft müssen 90 % des Produktionsvolumens im Monitoring-System integriert sein.
    • Die Audits sind die Grundla¬ge für die Erstellung eines korri¬gierenden Maßnahmeplans, der die zu erreichenden Ziele innerhalb eines bestimmten Zeitraums definiert.
    • FWF überprüft ca. 10% des Produktionsvolumens der jeweiligen Unternehmen. Diese Verifizierungs-Audits werden zum Teil auf der Basis von Risikoanalysen durchgeführt. Die Verifizierung erfolgt in enger Zusammenarbeit mit lokalen Organisationen und Gewerkschaften.
    • Die FWF führt Verifizierun¬gen der Mitgliedsunternehmen durch, bei denen die Managementsysteme geprüft werden (Brand-Performance-Prüfung). Die Resultate werden veröffentlicht.
    • Label an Kleidungsstücken dürfen nur Mitglieder verwenden, die 90 % des Produktionsvolumens in das Monitoring-System integriert haben und in der Brand-Performance-Prüfung mindestens 75 Punkte erreichen.

    Kommentar CIR

    Ökologische Standards spielen keine Rolle. Der Fokus liegt auf Prozesskriterien zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen in den Nähfabriken. Die Sozialstandards sind anspruchsvoll. Die FWF berücksichtigt die negativen Auswirkungen der Beschaffungspolitik ihrer Mitgliedsunternehmen auf die Arbeitsbedingungen durch die Brand-Performance-Prüfung. Sie zeichnet sich durch eine sehr hohe Glaubwürdigkeit aus. Die FWF gilt als Best-Practise-Beispiel im Bereich Textilien.

    Stand: August 2017

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