Oscar Arnulfo Romero
Oscar Arnulfo Romero (1917-1980)
Stachel im Fleisch der Herrschenden: Oscar Arnulfo Romero (1917-1980)

25 Jahre Friedensvertrag - 25 Jahre Frieden?

Diskussion mit David Morales zum 37. Todestag von Oscar Romero

Wann: Mittwoch, 22.3.2017 19.30 Uhr
Wo: Oscar Romero Haus Bonn, Heerstraße 205, 53111 Bonn

Der Bürgerkrieg in El Salvador wurde vor 25 Jahren mit einem Friedensabkommen beendet. Das am 16. Januar 1992 unterzeichnete Abkommen beendet zwar den Krieg nicht aber die sozialen, politischen und wirtschaftlichen Ursachen die zu seinem Ausbruch geführt hatten. 1993 wurde ein generelles  Amnestiegesetz verabschiedet. Seit dem gab es, trotz Wahrheitskommission die 95% der Verbrechen gegen die Menschlichkeit während des Bürgerkrieges der Armee und Paramilitärs zur Last legt, keine juristische und kaum gesellschaftliche Aufarbeitung der Verbrechen. Dieses Gesetz wurde 2016 als verfassungswidrig erklärt.

Mit unserem Gast dem ehemaligen Ombudsmann für Menschenrechte in El Salvador, David Morales wollen wir über die 25 Jahre Frieden diskutieren. Wie sieht heute die Auseinandersetzung mit den Verbrechen gegen die Menschlichkeit während des Bürgerkrieges aus? Was hat sich verändert seit das Amnestiegesetz nicht mehr gilt? Welche Rolle spielen die Archive u.a. der Wahrheitskommission? Welche Auswirkungen hat die Schließung 2013 von Tutela Legal und somit der Archive durch den Erzbischof? Was bedeutet die andauernde Haltung der kath. Kirche die Archive unter Verschluss zu halten? Wie sollen mit den Verbrechen gegen die Menschlichkeit die während des Bürgerkrieges verübt wurden umgegangen werden in einem Frieden mit der höchsten Mordrate weltweit? Wie soll in Zukunft mit Menschenrechtsverbrechen umgegangen werden?

Einladung als PDF

Gedanken zum 36. Todestag Oscar Romeros

Nach dem Tod Oscar Romeros am 24. März 1980 wurde die Christliche Initiative Romero gegründet, um solidarisch die Bürgerkriegsflüchtlinge El Salvadors zu unterstützen. Hunderttausende waren damals innerhalb des Landes auf der Flucht oder flohen in die Nachbarländer, wo sie elend in Flüchtlingslagern lebten.

Jetzt im Frühjahr 2016...

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Romero-Zeitung zur Seligsprechung

Romero-Zeitung zur Seligsprechung

Anlässlich der Seligsprechung wollen wir unseren Namenspatron Oscar A. Romero greifbar und begreifbar machen – in der neuen RomeroZeitung 2015. Vorbild für christliche Nächstenliebe und Modell für Solidarität mit den Opfern unrechter Strukturen: Oscar Romero sei beides, schreibt José María Tojeira SJ anlässlich der Seligsprechung unseres Namensgebers. Er kenne keinen anderen katholischen Heiligen, dem die UNO einen internationalen Gedenktag gewidmet hat, so der Ex-Rektor der Jesuiten Universität in San Salvador.  Romero nahm die kirchliche Lehre beim Wort: Statt von den Sternen zu reden, wurde er zur Stimme der Stimmlosen. Was die Mächtigen im Vatikan lange beunruhigte, genau dafür wird Romero nun selig gesprochen, schreibt Norbert Arntz, langjähriges CIR-Vorstandmitglied, in unserer aktuellen Zeitung über Oscar Romero.

Hier können Sie die Romero-Zeitung 2015 bestellen.

Flyer zum Romero-Gedenkgottesdienst

Gedenkfeier zu Romeros Seligsprechung

Für die Menschen in El Salvador ist er schon lange ein Heiliger; an Pfingsten 2015 erkennt nun auch die katholische Kirche offiziell an, dass Erzbischof Oscar Arnulfo Romero einen Märtyrertod gestorben ist. Anlässlich seiner Seligsprechung findet im Batholomäusdom in Frankfurt a.M. am 27. Mai 2915 um 19 Uhr ein Gedenkgottesdienst statt. Danach laden um 20 Uhr unter anderen die Musiker der „Grupo Sal“ im Haus am Dom dazu ein, „Mit Oscar Romeros Augen die Welt neu zu sehen“.

Weitere Informationen finden Sie in diesem Flyer

35. Jahrestag der Ermordung Romeros

Am 24. März jährt sich der Jahrestag der Ermordung des Erzbischofs Oscar Romero zum 35. Mal.
Wir von der Christlichen Initiative Romero begrüßen, dass die katholische Kirche Romero kurz vor seinem 35. Todestag endlich als das anerkannt hat, was er für uns und viele Menschen weltweit schon lange darstellt: einen Propheten, der Sand im Getriebe seiner Gesellschaft war, der sich mutig für Gerechtigkeit einsetzte und die Kirche der Armen verkörperte.
Lesen Sie hier unsere Pressemitteilung vom 23. März 2015.

Romero als Märtyrer anerkannt - letzter Schritt zur Seligsprechung

Am 03. Februar hat der Vatikan Romero offiziell als Märtyrer anerkannt und damit den Weg für eine Seligsprechung freigemacht. Papst Franziskus bestätigte ein entsprechendes Dekret. Darin heißt es, Romero sei 1980 in seiner Bischofsstadt "aus Hass gegen den Glauben" getötet worden.
Seit dem 11. März steht nun auch der Termin der Seligsprechung fest: Sie soll am 23. Mai in San Salvador stattfinden - in Abwesenheit des Papstes.

Wir von der Christlichen Initiative Romero (CIR) haben mit großer Freude erfahren, dass Papst Franziskus unseren Namenspatron Oscar Romero als Märtyrer anerkannt hat und die Seligsprechung dank des Anschubs durch Franziskus nun endlich Realität werden kann! Dieser letzte Schritt auf dem bereits sehr langen Weg zur Seligsprechung ermutigt uns, unseren Einsatz gegen Unrecht gestärkt fortzusetzen. Seit 1981 - also ein Jahr nach der Ermordung Romeros - versuchen wir, uns im Sinne des mutigen Erzbischofs gegen Ungerechtigkeitsverhältnisse einzusetzen und den Stimmlosen eine Stimme zu verleihen - insbesondere in unseren Partnerländern in Mittelamerika.
Nicht nur für Menschen in Romeros Heimatland El Salvador ist Oscar Romero auch heute noch ein großes Vorbild, trotz aller Widrigkeiten gegen ungerechte Machtstrukturen anzukämpfen und Partei für die Armen zu ergreifen.

Rutilio Delgado von unserer langjährigen, salvadorianischen Partnerorganisation Centro Bartolomé de las Casas (CBC) sieht in dem lang ersehnten Fortschritt auf dem Weg zur Seligsprechung Romeros ein "Licht der Hoffnung in schwierigen Zeiten in El Salvador":

"Die Ankündigung von Papst Franzikus zur Seligsprechung von Oscar Romero bedeutet eine große Portion Hoffnung und Motivation für das salvadorianische Volk - vor dem Hintergrund der Gewalt, die unser Land beherrscht. Monsenor Romero war und ist eine große Inspiration für dieses Volk, seine Seligsprechung ist nicht weniger als ein Wunder, welches die Tür für Freude und Frieden in einem Kontext von Leid und Schmerz öffnet. Die Freude ist riesig, da es sich so anfühlt, als hätte Romero uns nie alleine gelassen. Romero überrascht uns erneut und erfüllt uns mit Hoffnung. In El Salvador nimmt Gott die Gestalt von Oscar Romero an." 

Norbert Arntz vom Institut für Theologie und Politik (ITP) sowie Vorstandsmitglied der CIR kommentiert den Schritt des Vatikans wie folgt:

"Der Vatikan anerkennt, dass man Romero nicht umgebracht hat, weil er fromm gebetet, theologisch korrekt gepredigt und sich den Armen fürsorglich zugewendet hat, sondern weil er der Prophet einer „realistischen Kirche“ war, einer Kirche, die sich nicht mehr als „Machtinstrument“ missbrauchen lässt, nicht mehr als Schachfigur im Spiel der Mächtigen fungiert, sondern „Fleisch und Blut annimmt im Interesse der Armen“. Für die Armen ist Romero deshalb immer schon „el santo completo“, ein ganzer Heiliger gewesen. Das respektiert nun auch der Vatikan."

Maik Pflaum, El Salvador-Referent bei der Christlichen Initiative Romero, kommt von seinem Besuch in El Salvador im Februar mit der folgenden Einschätzung zurück:

„In El Salvador löste die Anerkennung Romeros als Märtyrer große Freude aus. Viele, die unter der Repression der 70er und 80er Jahre gelitten haben, fühlen sich und ihr Engagement posthum gewürdigt. Ganz wichtig ist nun jedoch, die wahre Botschaft Romeros und sein Wirken gegen ungerechte Strukturen nicht verwässern zu lassen. Die Rechte El Salvadors ist schon eifrig dabei, Kapital aus der Ankündigung aus dem Vatikan zu schlagen und zeigt sich in der Öffentlichkeit „erfreut“ über die Ehre für das Land El Salvador. Es ist ein wichtiges Anliegen der CIR und ihrer Projektpartnern, die bevorstehende Seligsprechung Romeros nicht zur Verfälschung der Historie  (a la „Schluss mit der Geschichte – wir Salvadorianer*innen schauen in die Zukunft!“) verkommen zu lassen, sondern weiterhin mehr Gerechtigkeit und eine Aufarbeitung der Menschenrechtsverletzungen und ein Ende des Amnestie-Gesetzes im kleinsten mittelamerikanischen Land zu fordern.“

Weitere Informationen:

Nachricht vom 11. März 2015: Der Termin steht - Romero wird am 23. Mai 2015 in San Salvador - in Abwesenheit des Papstes - seliggesprochen. 

Die Reportage "Der lange Weg zur Seligkeit" finden Sie hier online auf domradio.de.

Papst Franziskus korrigiert seine Vorgänger - ein ausführlicher Artikel auf Zeit Online darüber, dass die angekündigte Seligsprechung auch an wichtiges Zeichen für die Politiker*innen in El Salvador ist.

Artikel auf Spanisch von María López Vigil "Monsenor Romero representa a miles" auf Confidencial

Erinnerungsmarsch zu Ehren Romeros in El Salvador
Erinnerungsmarsch zu Ehren Romeros in El Salvador

Oscar Arnulfo Romero (1917 – 1980)

Ein unbequemer Streiter für Gerechtigkeit

Theologisch und politisch ursprünglich konservativ orientiert, vollzog Oscar Romero nach seiner Ernennung zum Erzbischof von San Salvador 1977 einen tiefgreifenden Wandel. Zunehmend wurde er zur Stimme der Armen und Entrechteten seines Heimatlandes. Deshalb ließen ihn rechtsgerichtete Kreise El Salvadors am 24. März 1980 ermorden. Der Mord an Romero bildete den Auftakt zu einem Bürgerkrieg in El Salvador, der rund 75.000 Tote forderte und der erst 1992 beendet wurde.
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