Abtreibungsverbot stoppen!

- Protest in Nicaragua gegen das Abtreibungsverbot.

- Transparent auf der Demo: "Nicht Nationalversammlung, sondern Bischofsversammlung"

- Demonstration am 28. September 2007 in Managua

- "Kein Gefängnis kein Tod - Ja zu den Rechten der Frau"

- All die durch das Verbot gestorbenen Frauen haben Namen und Vornamen..
Demonstration
Hunderte Frauen protestierten am 28. September 2007 gegen das Verbot des medizinischen Schwangerschaftsabbruchs vor der Residenz des nicaraguanischen Präsidenten Daniel Ortega in Managua. Auf ihrem Protestmarsch besuchten sie auch den Obersten Gerichtshof und das Regierungsparlament. Hauptforderung der Demonstrantinnen war die Entkriminalisierung des therapeutischen Schwangerschaftsabbruchs, um weitere Tote zu vermeiden. Nach Angaben von Human Rights Watch sind allein im vergangenen Jahr 80 Frauen an den Folgen des Gesetzes gestorben. Mit Sprüchen wie "Wenn ihr unser Leben nicht respektiert, werden wir eure Gesetze nicht respektieren" forderten die Frauen ihre Regierung nachdrücklich dazu auf, das unmenschliche Gesetz abzuschaffen. Vielfalt und Kreativität charakterisierten den Protestzug. Mit Verkleidung, Großpuppen und Straßentheater wurden die tragischen Folgen des Gesetzes eindrücklich dargestellt. Die Demonstration endete mit der Zelebration des 28. Septembers: Er soll nun der "Internationale Tag für die Entkriminalisierung des therapeutischen Schwangerschaftsabbruchs in Lateinamerika und der Karibik" werden.
Während der Messe: Massive Gewalt gegen Frauen
Zwei Tage später, am 30. September 2007, beschloss die nicaraguanische Frauenvereinigung "Katholikinnen für das Recht auf Selbstbestimmung" ihren Protest während der Morgenmesse in der Kathedrale von Managua zum Ausdruck zu bringen. Angesichts der gegenwärtigen Schutzlosigkeit der Frauen forderten sie die Unterstützung ihrer Hirten und unterstrichen, dass die gegenwärtige Art von Politik kein Glaubensdogma innerhalb der Kirche darstellt. Viele Theologen und Priester unterstützen den Schutz des Lebens der Frauen und fordern ebenfalls die Aufhebung des Verbots des therapeutischen Schwangerschaftsabbruchs, so die Frauen. Des weiteren war es ihnen wichtig deutlich zu machen, dass sich die Kirche in die Politik des Staates einmischt, obwohl dieser laut Verfassung laizistisch ist. Einer Gruppe der Frauen wurde der Zugang zur Kirche von der Polizei verwehrt. Die zweite Gruppe der Frauen konnte jedoch in die Messe gehen. Sie wollten an der Kommunion teilnehmen. Als sie jedoch an der Reihe waren brach der Priester die Kommunion ab und beschuldigte die Frauen als "Feinde Gottes". Diese Aussage reichte aus, die Gemüter der anderen Gläubigen so zu erhitzen, dass sie anfingen die Frauen physisch und psychisch anzugreifen. Nach einigen Tritten und Schlägen konnten sie dem aufgebrachten Mob entkommen und rannten nach draußen zu den anderen Katholikinnen. Sie begannen gemeinsam und friedlich Kirchenlieder zu singen - unter den Schimpftiraden der ihnen nach draußen gefolgten Agressoren.
Ni una muerta más - keine einzige Tote mehr!
Der Aufruf an den nicaraguanischen Parlamentspräsidenten René Núñez Téllez, damit er sich für die Wiederherstellung eines straffreien aborto terapéutico einsetzt geht weiter! Auch die Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Heidemarie Wieczorek-Zeul unterschrieb den Aufruf.
- Aufruf an Parlamentspräsident Núñez Téllez als pdf
- Weitere Informationen über die Kampagne, die Postkarten und die Protestmails hier
Sonstige Presseartikel zum Thema:
- Ausführlicher Bericht zu den Ausschreitungen in der Kathedrale hier
- Nicaraguanisches Parlament bestätigt, dass der medizinische Schwangerschaftsabbruch weiterhin strafbar ist: Pressemitteilung
- Dokumentation der Aktionen des CIR-Projektpartners MEC gegen das Abtreibungsverbot hier (spanisch)
- Rundreise mit Violeta Delgado (politische Koordinatorin der Autonomen Frauenbewegung Nicaraguas/Movimiento Autonomo de Mujeres) mehr
- Thomas Krämer
NIEDERLAGE FÜR DIE FRAUEN
(presente 406)



