Arbeitende Kinder stärken
Schluss mit der Diskriminierung von arbeitenden Kindern!
Jinotega, Nicaragua. Hundert Kinder und Jugendliche, die arbeiten müssen und zum Teil auf der Straße leben, kommen jeden Tag in den Jugendclub, dem „Club Infantil“, in Jinotega. Dort können sie sich ausruhen und spielen, lesen und schreiben lernen oder eine Ausbildung zur Schneiderin oder zum Schreiner absolvieren. Angesichts wachsender Armut sind die Familien im Norden Nicaraguas auf die Arbeit der Kinder angewiesen – in den Club kommen die Kinder nur, wenn nicht nur Ausbildung oder Freizeitspaß dabei herausspringen, sondern auch die Aussicht auf besseren Verdienst.
Die arbeitenden Kinder in Jinotega wollen, dass ihre Arbeit, die sie für ihre Familien, für die Gesellschaft leisten, wertgeschätzt wird. Sie fordern: „Schluss mit der Diskriminierung von arbeitenden Kindern!“ In einer eigenen Radiosendung bringen die KinderarbeiterInnen ihre Forderungen zum Ausdruck. „Hablando de Niñez“ (Über Kindheit sprechen), so heißt die Sendung. Sie ist einmal wöchentlich im Bürgerfunk zu hören. Die Kinder richten sich mit ihrer Sendung vor allem an Erwachsene, die sie für ihre konkreten Probleme, ihre Interessen und Bedürfnisse sensibilisieren wollen. Und sie nutzen die Radiosendung, um auf die Verletzung ihrer Rechte aufmerksam zu machen.
Gleichzeitig stellt die Erstellung der Radiosendung für die Kinder und Jugendlichen eine Möglichkeit dar, sich zu qualifizieren. Ihnen werden kommunikative Fähigkeiten und technische Kenntnisse vermittelt, die ihnen gegenwärtig und in Zukunft – auch im Hinblick auf Verbesserung der
Arbeitsmöglichkeiten – dienlich sind. In diesem Jahr sollen neue Kinder und Jugendliche an das Radioprojekt herangeführt und geschult werden. Sie trainieren verschiedene Formen der Kommunikation wie z.B. Reportagen und Berichte, lernen Manuskripte zu schreiben, Interviews zu machen, Nachrichten zusammenzustellen und Spots herzustellen. Geplant ist darüber hinaus, ein Aufnahmestudio einzurichten. Die arbeitenden Kinder wollen Radiobeiträge produzieren, um sie anderen Radiosendungen und JournalistInnen zur Verfügung zu stellen. Schon jetzt gibt es einen „Freundeskreis von JournalistInnen in Solidarität mit den arbeitenden Kindern“, der bereit ist, die Anliegen der KinderarbeiterInnen öffentlich zu vertreten. Sie wollen ein Gegengewicht zu all jenen gesellschaftlichen Kräften darstellen, die einen Umgang mit arbeitenden Kindern darauf beschränken, die Abschaffung von Kinderarbeit zu fordern.
Die CIR unterstützt das Radioprojekt des Club Infantil in Jinotega in diesem Jahr mit 10.000 €. Denn es ist Sprachrohr der Kinder, die sonst nicht gehört werden. Spendenstichwort Arbeitende Kinder, Nicaragua
Die CIR unterstützt nicht nur Projekte von arbeitenden Kindern in Mittelamerika, sondern beteiligt sich aktiv an der Kampagne zur Unterstützung arbeitender Kinder ProNats in Deutschalnd.




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