Frauen für den Frieden
Gerechtere Strukturen in El Salvador schaffen
Die „Organisazion der Mujeres Salvadorenas por la Paz“ (ORMUSA)– „Salvadorianische Frauenorganisation für den Frieden“, trägt die Wurzeln ihrer Entstehung und der Motivation ihrer Arbeit in ihrem Namen. Friedliche und gerechte gesellschaftliche Strukturen zu schaffen war bereits 1983 der Anlass für Frauen aus verschiedenen Spektren, sich gemeinsam für Menschenrechte und die Gleichstellung zwischen Mann und Frau einzusetzen. Während in El Salvador der blutige Bürgerkrieg wütete, organisierte sich zunächst eine kleine Gruppe Frauen klandestin als „Nähschule“. Aus der „Nähschule“ wurde ein immer größeres Netzwerk aus interessierten und engagierten Frauen. Die miserable Situation wurde schnell deutlich. Frauen hilft es nicht, ihre Rechte zu kennen, wenn die gesellschaftlichen Strukturen die Durchsetzung nicht erlauben. Deshalb ist das Spektrum ihrer Arbeit breit gefächert. Nicht nur Aufklärungsarbeit zu Menschen- und Frauenrechten, sondern auch die Förderung einer nachhaltigen lokalen Entwicklung und juristische Unterstützung bei Schwierigkeiten im Arbeitssektor gehören zu ihren Angeboten. Zahlreiche Projekte werden jedes Jahr ins Leben gerufen.
Mehr als nur ein landwirtschaftliches Projekt: Die Frauenkooperative in Armenia:
Eine Fahrstunde von der Hauptstadt entfernt liegt das kleine Dorf Armenia. Hier herrschte, wie in weiten Teilen El Salvadors, bittere Armut. In Armenia und der ländlichen Umgebung war es besonders schlimm - nur 3 % der Erwerbsbevölkerung hatten hier 2006 eine feste Anstellung. Ein Grund für ORMUSA, ein landwirtschaftliches Projekt ins Leben zu rufen. Der Anbau von Maracujas sollte den Frauen einen Zusatzverdienst einbringen, um die finanzielle Situation zu entschärfen. Außerdem sollte das Projekt die Frauen stärken, und ihnen eine bessere Stellung in der Familie und der Gemeinde einbringen. Das Projekt verlief so erfolgreich, dass die Frauen heute die Maracujas in einer selbst gegründeten Kooperative verkaufen, selbstbewusst auftreten und unabhängig sind.
Unabhängigkeit von internationalen Konzernen
In dem Städtchen Olocuilta hingegen, 20 Kilometer von San Salvador entfernt steht eine Freie Produktionszone mit Nähfabriken, die Bekleidung für den Export fertigen. Dort gibt es Arbeitsplätze – doch zu welchem Preis? Die Arbeitsplätze sind gesundheitsgefährdend, die Löhne niedrig und an keinen festen Arbeitsvertrag gebunden. Es entstand die Idee eines Berufsbildungszentrum für Frauen entstand, das Dank der finanziellen Unterstützung der CIR und des BMZ aufgebaut werden konnte. Es bietet Frauen aus der Umgebung seit 2007 die Möglichkeit, Schreiner-, Lederbearbeitungs- und Elektronikkurse zu besuchen sowie die Herstellung von Kunsthandwerk zu erlernen. Die ersten Kurse haben schon erfolgreich abgeschlossen. Für die Frauen bieten die Kurse – neben einer neuen Einkommensquelle – die Möglichkeit, sich in der Gruppe auszutauschen und Lösungen für strukturelle Probleme zu finden. Gleichzeitig erlangen sie durch die Kurse mehr Selbstvertrauen und ein sichereres Auftreten. In Zukunft sollen einige der Kurse in den umliegenden Dörfern angeboten werden, weil nicht alle Interessentinnen zum Zentrum kommen können.
Die CIR möchte dieses ermöglichen und weitere Projekte von ORMUSA unterstützen. Bitte helfen Sie uns dabei mit Ihrer Spende


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