Schutz des Ökosystems und Wiederentdeckung indigener Wurzeln
Schutz des Ökosystems und Wiederentdeckung indigener Wurzeln
In El Salvador sind nur noch 2% der Fläche bewaldet. Der größte Teil der Bevölkerung hat keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Wie überall auf der Welt ist auch in El Salvador das Wasser ein heiß begehrtes und umkämpftes Gut. Kleinbauern und Basisgemeinden stellen sich Großkonzernen und der Zentralregierung entgegen.
Der Lempa Fluss versorgt drei Millionen Salvadorianerinnen mit Wasser, Strom und Fischen und stellt eine Transportmöglichkeit dar. Gute Gründe, diese Lebensader als besonders schutzwürdig einzustufen. Die Regierung plant, im Lempa-Fluss weitere Staudämme zu errichten: Den „Cimarrón“ in Chalatenango und „El Tigre“ an de Grenze zwischen Honduars und El Salvador.
Im Ökosystem der Flüsse Torola und Chiquito in Morazan, im Norden des Landes, organisieren sich die BewohnerInnen selbst um sowohl ihr biologisches als auch ihr kulturelles Erbe zu bewahren. In einem Kooperationsprojekt zwischen der lokalen Organisation CDH aus Cacaopera, des salvadorianischen Instituts für Permakultur IPES und der CIR wurden im Jahr 2006 jeweils drei Mitglieder der Umweltkomitees aus sieben Gemeinden zu Themen des Umweltschutzes und zu den Auswirkungen des Klimawandels geschult. Die Schulungen umfassten auch die Vermittlung von Kenntnissen um das eigene indigene Erbe. So wurde in das Weltbild der Lencas eingeführt und deren landwirtschaftlicher Sonnenkalender gelehrt. Dieses wiedergewonnene Wissen geben die PromotorInnen an die andern BewohnerInnen weiter. Ein weiteres Ziel war die Organisation der Gemeinden „von Unten“. Als gemeinsame Aktivität wurden 2500 Maguey-Bäume gepflanzt, aus deren Fasern auf traditionelle Weise Hängematten hergestellt werden. Auch dieses Wissen drohte bereits verloren zu gehen.
Die größte Gefahr für die BewohnerInnen des Flussbeckens geht von dem staatlichen Stromkonzern CEL aus. CEL plant den Bau des Wasserkraftwerks „El Chaparral“ und will dafür den Torola- Fluss aufstauen, und damit eines der letzten intakten Ökosysteme des Landes vernichten. Die Wassermassen des Staudamms würden die Häuser der BewohnerInnen und ihre Ackerflächen überschwemmen und die Menschen zum Verlassen der Heimat zwingen. Betroffen sind mehrere 10.000 Menschen. Mittlerweile wurden die sieben Gemeinden des Projektvorhabens Mitglied in der Anti-Staudamm-Bewegung El Salvadors MONARHES. Gemeinsam organisieren sie den Widerstand gegen verschiedene Mammutprojekte, die die Grundrechte der Bevölkerungsmehrheit bedrohen.
Auch im Jahr 2007 wird die CIR die Anti-Staudamm-Bewegung El Salvadors unterstützen. In einem Folgeprojekt mit IPES, dem Institut für Permakultur El Salvadors, suchen wir nach alternativen, umweltschonenderen Möglichkeiten der Energieversorgung und unterstützen die von den Staudämmen bedrohten KleinbäuerInnen in ihrem Kampf um ihre Heimat und gegen die wirtschaftlichen Interessen weniger. Hierfür werden mehrere Kleinforen in den bedrohten Gemeinden organisiert und der Widerstand sowohl El Salvador weit als auch Mittelamerika weit vernetzt.
Wenn Sie die Arbeit von IPES und der Gemeinden zum Schutz des Ökosystems der Flüsse Torola, Chiquito und Lempa unterstützen möchten, bitten wir um Ihre Spende auf das CIR-Konto unter dem Stichwort: Ökosystem Torola



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