Konzerne und Label unter der Lupe

EDEKA- Gruppe

Deutschland

Unternehmen

Die Edeka-Gruppe entstand 1898, als sich 21 Einkaufsvereine zu einer regionalen Einkaufsgenossenschaft zusammenschlossen, um gemeinsam Lebensmittel für ihre Geschäfte einkaufen zu können. Die Kaufleute nannten ihren Verbund: “Einkaufsgenossenschaft der Kolonialwarenhändler”, abgekürzt: E. d. K. – dies wurde später zu Edeka. Heute bilden die in mittlerweile sieben regionalen Genossenschaften zusammengeschlossenen 4.000 selbstständigen Edeka-Kaufleute nach wie vor die gesellschaftsrechtliche Basis des Konzerns. Die sieben Edeka-Regionalgesellschaften beliefern die selbstständigen Edeka-Einzelhändler sowie die an die mit der Zentrale verbundenen Regiemärkte in der Region. Zudem betreiben sie eigene Produktionsbetriebe beispielsweise für Fleisch, Wurst und Backwaren. Über diese Grundstruktur hinaus unterhält die Zentrale das Edeka-Fruchtkontor, eine Beschaffungsorganisation vor allem für Obstimporte sowie eine Wein- und Sektkellerei. Das Edeka-Fruchtkontor zählt zu den größten Fruchtimporteuren Europas. Die Zentrale in Hamburg bündelt das nationale Warengeschäft einschließlich der Eigenmarken, der Steuerung von Marketing und nationaler Werbung. Nach der Übernahme der deutschen Spar-Märkte und der Netto Marken-Discount AG ist Edeka seit Anfang 2006 der größte deutsche Lebensmitteleinzelhändler. Durch die Übernahme einiger Kaiser‘s-Märkte wächst der Marktanteil der Gruppe auf circa 30%.

Soziales

  • Der Verhaltenskodex basiert u. a. auf den ILO-Kernarbeitsnormen beinhalten aber keine Forderung nach existenzsichernden Löhnen.
  • Sozialstandards gelten auch für Saison- und Zeitarbeiter*innen sowie Beschäftigte über Subunternehmen.
  • Das Recht auf Vereinigungsfreiheit und Kollektivverhandlungen wird nicht gefördert.
  • Aus- und Weiterbildungsangebote für Arbeiter*innen sind vorgesehen, allerdings ohne die Beteiligung lokaler Interessengruppen

Ökologie

  • EDEKA setzt sich u. a. in Gremien und Politik für eine nachhaltigere Nutztierfütterung ein.
  • Es besteht Wassermanagement und Prüfung von etwa 2.300 Artikeln auf regionale Wasserrisiken. Die EDEKA-Gruppe hat den Treibhausgas-Fußabdruck für ihr Unternehmen erfassen lassen und arbeitet kontinuierlich an dessen Verkleinerung.
  • Es wurde ein Klimaschutzprogramm entwickelt, das bis 2017 schrittweise umgesetzt werden soll.

Glaubwürdigkeit

  • EDEKA ist Mitglied der BSCI.
  • Edeka setzt bei allen Eigenmarken-Lieferanten die Zertifizierung nach IFS (International Food Standard) voraus, im Obst und Gemüse-Segment alternativ auch GLOBALG.A.P.
  • Ein integrierter Nachhaltigkeitsbericht nach den Vorgaben der GRI (G4) wurde für 2015 erstmalig für Edeka Minden-Hannover veröffentlicht.
  • EDEKA ist u. a. Mitglied im Bündnis für nachhaltige Textilien, dem Forum für Nachhaltigen Kakao sowie RSPO.

Kommentar CIR

EDEKA setzt mit der WWF-Partnerschaft besonders auf ökologische Kriterien. Die Sozialstandards von EDEKA sind unzureichend. Existenzsichernde Löhne werden nicht gefordert, das Recht auf Vereinigungsfreiheit
und Kollektivverhandlungen nicht aktiv unterstützt. EDEKA berücksichtigen die negativen Auswirkungen der eigenen Beschaffungspolitik auf die Arbeitsbedingungen nur ungenügend. EDEKA ist nicht in eine unabhängige Verifizierung durch einen Multi-Stakeholder-Ansatz involviert. Es gibt keinen öffentlich zugänglichen Nachhaltigkeitsbericht der gesamten Gruppe nach GRI-Standards.

Stand: August 2017

Gütezeichen und Eigenmarken, die man bei Edeka findet

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