Sozialstandards in Supermärkten und deren Umsetzung

Metro, Aldi, Lidl, Edeka und Rewe im Fokus

Beim Fachgespräch Sozialstandards für Supermärkte und deren Umsetzung, welches am 9. November 2009 in Berlin stattfand, trafen sich ExpertInnen aus unterschiedlichen Produktkampagnen und Gewerkschaften, um über den Forderungskatalog der Supermarkt-Initiative zu diskutieren. Im Vordergrund standen nicht die Sozialstandards der einzelnen Produktkampagnen, die sich teilweise in wenigen Teilaspekten unterscheiden, sondern deren Umsetzung. Hier lieferten die EMIH-Mitarbeiterin Yadira Rodríguez und die ehemaligen Textilarbeiterin Iris Oneyda aus Honduras wertvolle Informationen. Sie machten mit ihren Beiträgen deutlich, dass alle Verhaltenskodizes ähnliche Inhalte haben, nur die Prioritäten anders gesetzt sind. Natürlich sind die Arbeitsbedingungen im Agrarbereich und bei der Industrieproduktion unterschiedlich, doch wichtig sei, dass in beiden Bereichen die Standards umgesetzt werden – egal ob es leichte Verschiebungen in der Schwerpunktsetzung gibt. Peter Williams von der britischen Multi-Stakeholder-Initiative Ethical Trading Initiative (ETI) zeigte Wege auf, wie dies produktübergreifend beispielsweise bei der Supermarktkette Tesco im Rahmen der Mitgliedschaft bei ETI realisiert wird. Um beispielsweise der zentralen Lohnfrage zu begegnen, stellte er das Konzept der Jo-In-Lohnleiter vor, wonach Aufträge bevorzugt bei solchen Zulieferern platziert werden, die höhere Löhne ihren ArbeiterInnen zahlen. Abschließend verständigten sich die TeilnehmerInnen darauf, dass die Supermarkt-Initiative in den kommenden Jahren bei der Kampagne gegen Unternehmen (aktuell Metro, Aldi, Lidl, Edeka und Rewe – davon sind 4 Mitglieder bei BSCI) vor allem die Umsetzung der Standards im Blick hat und hier Transparenz und Verbindlichkeit einfordert, höhere Löhne (Bezug zu Modell- Jo-In-Lohnleiter), die Mitgliedschaft in einer MSI und die Verbesserung der Einkaufspraktiken. Doch nicht nur Unternehmen werden im Fokus stehen, sondern vor allem auch die Politik, die die Rahmenbedingungen setzt. Mit der jetzigen Regierung wurde es als schwierig eingestuft, verbindliche Sozialstandards einzuführen. Daher sollen vor allem die Berichtspflichten verbessert werden und konkrete Schritte dazu in einer gemeinsamen AG mit CorA erarbeitet werden.

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