FrauenStimmen gegen Gewalt

 „Mein Mann hat mich lange misshandelt, deswegen habe ich ihn irgendwann verlassen. Aber nach einiger Zeit bin ich zu ihm zurückgekehrt. Weil ich ihn liebte und weil er mich bedroht hat. Er drohte, meine Mutter und meinen Bruder umzubringen, wenn ich nicht zu ihm zurückkäme.“

Meyling Velásquez, Nicaragua

Sandra Ramos

„Obwohl immer mehr Frauen beruflich aufsteigen und Erfolg haben, wird die Frau an sich immer noch von Rassismus und dem Machismo verfolgt, und als wäre das nicht genug, ist sie auch noch Opfer von sexuellen Aggressionen und Geschlechtergewalt. Die Zahlen steigen. Bis Ende 2010 wurden in Nicaragua 89 Frauen Opfer von Frauenhass und Frauenmord. Obwohl unsere Regierungen internationale Konventionen unterzeichnet haben, für Chancengleichheit und gegen Gewalt gegen Frauen zu kämpfen, ist damit nur ein kleines Ziel erreicht. “

Sandra Ramos, MEC, Nicaragua

Klemen Lorena Altamirano

„Die Gewalt gegen Frauen wird nicht in ihrem vollen Ausmaß gesehen und es gibt keine Prävention, um Frauenleben zu retten. Bei sexueller Gewalt wird den Opfern Schuld zugewiesen und sie müssen erst beweisen, dass sie unschuldig sind. Damit brechen moralische und religiöse Normen die juristischen."

 Klemen Lorena Altamirano,
Colectiva de Mujeres de Masaya, Nicaragua

 

 

Alejandra Pérez

„Ich habe die Schule abgebrochen und bin mit meinem Freund in die Berge gezogen, um dort zu leben. Mit ihm habe ich eine Tochter. Er misshandelte mich, schlug mich. Ich blieb wegen meiner Tochter bei ihm, sie sollte doch einen Vater haben. Dann schlug er auch meine Tochter. Schließlich kehrte ich zu meiner Mutter zurück. Sie lebt mit meinem Stiefvater zusammen, der schon mich als ich klein war missbrauchen wollte. Im letzten Jahr hat er dann meine Tochter angefasst. Da sind wir ausgezogen. Die Frauen vom Frauenzentrum haben uns geholfen.“

Alejandra Pérez, Bocana de Paiwas, Nicaragua

„Ich sage es allen Frauen, dass sie ihr Schweigen in Bezug auf Misshandlungen in der Partnerschaft brechen sollen. Mein Leben war ein Desaster, weil ich es zu lange nicht getan habe.“

Meyling Velásquez, Nicaragua

Enelvia Ballestores

„Meine Rolle ist es, die Betroffenen zu stabilisieren. Manchmal kommen sie weinend her, sie kommen mit Beklemmung und Angst, weil die Männer ihnen erzählt haben, dass sie sie umbringen werden, wenn sie einen Prozess anstreben. Diese Angst paralysiert sie. Wir fangen also an, sie zu sensibilisieren und ihr zu erklären, dass sie nicht alleine ist. In erster Linie wollen wir ihnen klar machen, dass es diese Organisation gibt, die sie auf psychologischem Gebiet unterstützt und sie auch zu den verschiedenen Institutionen begleitet."

Enelvia Ballestores, Psychologin beim MEC, Nicaragua

„Dank der psychologischen Betreuung habe ich sehr viel über mich gelernt: mich selbst zu schätzen und zu lieben, zu sagen, dass ich genau so viel wert bin wie mein Mann. Ich habe meinem Leben so viel Wert dadurch gegeben. Daher bin ich sehr dankbar, für all die Hilfe, die ich von der Frauenbewegung María Elena Cuadra bekommen habe. Heute arbeite ich mit jungen Frauen, die teilweise nicht lesen und schreiben können, die mit 14 schwanger werden. Ich gebe ihnen Selbstwertgefühl und ermutige sie, ihren Weg zu gehen.“

Ana Maritza Morales, Nicaragua

„Für uns ist es sehr wichtig, dass in Deutschland eine Sensibilisierungskampagne gegen Feminizide durchgeführt wird, weil dies Solidarität bedeutet. Es bedeutet auch, dass global Aktionen durchgeführt werden können, die die Regierungen auf der ganzen Welt beeinflussen, damit unsere Regierenden und Offiziellen sich unter Druck gesetzt fühlen, die Morde aufzuklären und den Opfern und ihren Familien Gerechtigkeit zu bringen. Von tiefstem Herzen danken wir für die Unterstützung, die ihr uns gebt!!!"

Hogla Teruel Fernández, CDM, Honduras

Silvia Juarez

Die Vereinten Nationen haben konstatiert, dass die Gewalt gegen Frauen vielfältige Schäden anrichtet und eine Verletzung der Menschenrechte ist, nicht nur die der Frauen, sondern der Menschlichkeit. Und die Verteidigung der Menschenrechte obliegt nicht nur den Institutionen, sondern allen Menschen. Die Solidarität spielt hier eine sehr wichtige Rolle um unser Land dazu aufzufordern, Frauen das Recht auf ein Leben ohne Gewalt zu garantieren.

Silvia Juarez, ORMUSA, El Salvador

 

Vilma Nuñez

„Natürlich sind es nicht internationale Kampagnen oder die Menschen aus anderen Ländern, die dieses Problem lösen werden. Wir müssen es lösen. Aber es stärkt uns. Die Stimmen dieser Menschen unterstützen uns und geben uns Kraft, weil sie uns sagen, dass wir nicht alleine sind.“

            Vilma Nuñez, CENIDH, Nicaragua

Valentina Ríos

„Es ist nicht einfach, aber auch nicht unmöglich. Wir müssen kämpfen. Und dieser Kampf geht alle Frauen auf der Welt an, euch auch. Wir sind schon vereint in einem Punkt, um unser Ziel zu erreichen: keine weitere Misshandlung von Frauen, keine Gewalt mehr! Diesen Weg müssen wir Frauen gemeinsam gehen, weil wir es so schaffen können. Jede einzelne kann ihr Sandkorn dazugeben."

                                                  Valentina Ríos, Gracias a Dios, Nicaragua

Margot Käßmann. Foto: Monika Lawrenz

„Gewalt gegen Frauen ist ein tägliches Verbrechen. Weltweit. Setzen wir der Gewalt ein Ende! Gemeinsam.“

Margot Käßmann, Schirmherrin der Kampagne
„FrauenStimmen gegen Gewalt“

 

 

 

 

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