Kirchlicher Einkauf - Was wird eingekauft?
TransFair e.V./Ersch

Der große (Einkaufs-) Wagen der Kirche

Da passt viel rein!

Kaffee für das Gemeindefest, Blumenschmuck für den Gottesdienst, Spielsachen für den kirchlichen Kindergarten, Steine für Kirchenvorplätze oder Gräber, T-Shirts für die Jugendfreizeit, Bettlaken und Handtücher für Krankenhäuser, Computer für das Gemeindebüro, Verpflegung in diakonischen Einrichtungen, Strom und Heizenergie für die Kirchenräume, Papier für den Gemeindebrief, Kleinbusse für Pflegeeinrichtungen - die Einkaufsliste der Kirche ist umfassend und sehr vielseitig.

Die meisten dieser Konsumgüter werden in den Ländern des globalen Südens hergestellt, meist unter menschenunwürdigen Bedingungen und fatalen Auswirkungen auf die Umwelt. Nur zwei Beispiele: Der Granit für Grabsteine, Denkmäler, Fassaden sowie Garten- und Landschaftsbau kommt in der Regel aus indischen Steinbrüchen. Insgesamt 15.000 Tonnen Granit und Sandstein wurden 2011 von Indien nach Deutschland exportiert. Die Arbeitsbedingungen sind verheerend: Die meisten Arbeiter*innen sind Kinder unter 18 Jahren! In 12 Stunden-Schichten ohne Mund- und Ohrenschutz sprengen sie Natursteine oder klopfen Granit in Kieselsteine für einen Hungerlohn. Allgegenwärtig in den Steinbrüchen ist kieselsäurehaltiger Staub, der zu Allergien und Hautkrankheiten führt. Noch gefährlicher sind Ablagerungen in der Lunge, die eine sogenannte Quarzstaublunge zur Folge haben können. Die Lebenserwartung von Steinbruckarbeiter*innen beträgt gerade mal 40 Jahre.
Auch der Blumenhandel deckt Erschreckendes auf: Inzwischen kommen nicht mehr nur exotische Schnittblumen aus den Ländern in Äquatornähe - auch Stecklinge und Pflanzenteile klassischer Topfblumen, wie z.B. Geranien oder Weihnachtssterne, werden immer häufiger im Süden vorproduziert. Pflanzenteile und Stecklinge im Wert von knapp 6 Mio. Euro sind 2010 von Mittelamerika nach Deutschland exportiert worden. Und die Arbeitsbedingungen? Die Mindestlöhne im Landwirtschaftssektor in Mittelamerika sind vielfach geringer als in anderen Exportzweigen und die Arbeiter*innen sind häufig ungeschützt giftigen Pestiziden ausgesetzt, die zu Gesundheitsschäden von Hautkrankheiten bis hin zu Fehlgeburten führen.

Doch wie kann ich den Einkauf in meiner Gemeinde umstellen? Woran erkenne ich Produkte, die ökologisch und sozial verantwortlich (im Süden wie im Norden) hergestellt wurden? Worauf muss ich achten? Welchen Siegeln/Labeln kann ich vertrauen? Auf den folgenden Unterseiten haben wir Ihnen zahlreiche Tipps und Anregungen für Ihren Einkauf zusammengestellt, um Ihnen bei der Umstellung auf eine öko-soziale Beschaffung in Ihrer Gemeinde zu helfen. 

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