SIEGEL UND STANDARDS

Bluesign

Gündung & Ziel

Label-Inhaberin ist die bluesign technologies AG. Sie wurde im Jahr 2000 in der Schweiz gegründet. Partner des Bluesign-Systems sind Marken (z. B. Adidas, Jack Wolfskin, Jako-o, Nike, Orsay, Vaude), sowie Chemiezulieferer. Bluesign betrachtet die gesamte Herstellungskette beginnend bei der Chemieindustrie und überprüft alle Betriebe. Das Bluesign-System zielt in erster Linie auf Ressourcenschutz, die Minimierung von Umweltauswirkungen sowie Sicherheit am Arbeitsplatz ab, durch die Vermeidung von umwelt- und gesundheitsgefährdenden Substanzen in der Textilindustrie.

Soziales

  • Die Einhaltung der ILO-Kernarbeitsnormen wird nicht explizit gefordert.
  • Arbeiter*innen müssen im Umgang und Kontakt mit Chemikalien geschult werden (Schulungen).

Ökologie

  • Die Verwendung von gefährlichen Chemikalien nach der REACH-Liste ist verboten. Bluesign reguliert Hunderte Chemikalien. Auch alle in der Detox-Verpflichtung hervorgehobenen Substanzen sind mit Grenzwerten belegt.
  • Der Gebrauch von gentechnisch veränderten Organismen ist erlaubt.
  • Es gibt keine Kriterien zu integriertem Pflanzenschutz.
  • Die Standards von Bluesign umfassen Kriterien zu Naturfasern sowie synthetischen Fasern, es ist kein Mindestanteil von Naturfasern definiert.
  • Der Wasserverbrauch muss auf Unternehmensebene gemessen und reduziert werden.
  • Der ökologische Fußabdruck muss minimiert werden.

Glaubwürdigkeit

  • Die Organisationsstruktur ist öffentlich zugänglich.
  • Es gibt einen Beirat, in dem u. a. Vertreter*innen aus Wissenschaft und Umweltorganisationen sitzen. Eine ausgewogene Repräsentanz aller Interessengruppen bei Entscheidungsprozessen ist allerdings nicht gegeben.
  • Das Bluesign-System wird über Gebühren und durch Beratungsleistungen finanziert.
  • Unternehmen unterlaufen alle drei Jahre ein vollständiges Bewertungsverfahren.
  • Die Standards umfassen Kriterien zur Bewertung von Umweltrisiken und -auswirkungen durch Produktion und Infrastruktur.
  • Damit Produkte das Siegel tragen dürfen, müssen Textilien zu mindestens 90 % und Accessoires zu mindestens 30 % in zertifizierten Fabriken verarbeitet werden.
  • Es gibt ein System, das den Warenfluss entlang der Lieferkette nachvollziehbar macht.
  • Es gibt ein bluesign®-Label an den Kleidungsstücken.

Kommentar CIR

Bei dem Bluesign-Siegel handelt es sich in erster Linie um ein Umweltzertifikat, das auch den Schutz der Arbeiter*innen beim Umgang mit Chemikalien abdeckt. Die sozialen Kriterien umfassen nicht die Einhaltung der ILO-Kernarbeitsnormen und sind damit mangelhaft. Begrüßenswert ist die umfassende Negativliste schädlicher Chemikalien sowie die Positivliste: den bluesign „bluefinder“. Dort sind z. B. fluorfreie wasserabweisende Substanzen enthalten – echte Alternativen zu den schädlichen Fluor-Kohlenstoffverbindungen. 

Stand: August 2017

SIEGEL UND STANDARDS

© 2017 Christliche Initiative Romero e.V.