SIEGEL UND STANDARDS

Business Social Compliance Initiative

Die Business Social Compliance Initiative (BSCI) wurde 2003 unter dem Dach der Foreign Trade Association (FTA) gegründet, welche die außenwirtschaftlichen Interessen des gesamten europäischen Handels vertritt. Heute sind über 1700 Handelsunternehmen Mitglied bei BSCI, darunter Aldi, Lidl, Otto, Metro und Deichmann. 

Soziale Kriterien

  • ILO-Kernarbeitsnormen, jedoch keine eindeutige und verpflichtende Aussage zu existenzsichernden Löhnen im Verhaltenskodex
  • Keine eindeutige und verpflichtende Aussage von existenzsichernden Löhnen
  • Aus- und Weiterbildung für Management und Arbeiter*innen, auch für die Unternehmen, die an der BSCI teilnehmen
  • Internes Monitoring - BSCI-Teilnehmer*innen müssen Verpflichtungen abgeben, deren Umsetzung vom BSCI Hauptausschuss überprüft wird
  • Es gibt keine unabhängigen lokalen Beschwerdestellen für Arbeiter*innen aber Beschwerdehotlines für Arbeiter*innen in Bangladesch, China und Indien
  • Management-Systeme der jeweiligen Mitgliedsunternehmen werden nicht regelmäßig überprüft.
  • Die Überprüfung der sozialen Standardbestimmungen wird von Auditierungsunternehmen durchgeführt, die bei Social Accountability Accrediation Services (SAAS) von der US-amerikanischen NGO Social Accountability International (SAI) akkreditiert sind - unter anderem TÜV-Rheinland, TÜV Nord, Eurocert oder TÜV Süd. Das Auditierungsverfahren wird alle drei Jahre wiederholt. Korrekturmaßnahmen sind nur für Teilbereiche der im Audit festgestellten Mängel obligatorisch und sollten innerhalb eines Jahres abgeschlossen sein

Ökologische Kriterien

  • Kein Schwerpunkt; jedoch allgemeine Angaben zur Verwendung von Chemikalien sowie Abfallentsorgung zum Schutz der Arbeiter*innen
  • Unabhängige repräsentative Kontrollen (Verifizierung/ Zertifizierung) von ökologischen Standardbestimmungen finden nicht statt

Transparenz 

  • Die sozialen und ökologischen Kriterien sowie deren jeweilige Überprüfungsverfahren werden öffentlich in einer verständlichen Form publiziert. BSCI veröffentlicht zusammengefasste Auditergebnisse, die keine Rückschlüsse auf Mängel bei einzelnen Mitgliedsorganisationen oder Zulieferbetrieben zulassen
  • Die einzelnen Stationen der Produktionskette sind nicht nachvollziehbar
  • Es gibt kein Label/ Siegel an den Kleidungsstücken

Kommentar CIR

Die Verantwortung für die Umsetzung grundlegender Standards liegt vorwiegend bei den Zulieferbetrieben. Die Preispolitik und Einkaufspraktiken der Auftragsgeber werden nicht betrachtet (keine Management-Audit-Systeme). Es ist eine reine Unternehmensinitiative (keine MSI) –  NROs und Gewerkschaften sind nicht in die zentralen Entscheidungen gleichberechtigt eingebunden, sondern lediglich beratend. Lokale Akteure werden bei der Verifizierung, den Beschwerdemechanismen und bei Schulungen (Trainings) unzureichend berücksichtigt.
BSCI sieht zwar die Einhaltung der ILO-Kernarbeitsnormen vor, trifft jedoch keine eindeutige und verpflichtende Aussage zur Zahlung existenzsichernder Löhne.  BSCI ist für die CIR kein glaubwürdiges Modell, um Sozialstandards zu garantieren.

Stand: 2016

SIEGEL UND STANDARDS

© 2017 Christliche Initiative Romero e.V.