SIEGEL UND STANDARDS

FAIRTRADE Certified Cotton

Fairtrade International (FLO), die Dachorganisation der Fairtrade Organisationen, wird von zahlreichen NROs getragen und von öffentlichen Institutionen unterstützt. Die Standards werden von Fairtrade International festgelegt, die Zertifizierungsgesellschaft FLO-CERT GmbH kontrolliert deren Einhaltung. Seit 2005 besteht das Fairtrade-Cotton-Siegel. FAIRTRADE certified cotton garantiert faire Arbeitsbedingungen und langfristige Handelsbeziehungen in der Baumwollproduktion und fördert den Umstieg auf biologischen Anbau.

Soziale Kriterien 

  • ILO-Kernarbeitsnormen und zusätzliche Fairtrade-Standards (Mitgliedschaft bei WFTO, World Fairtrade Organisation). Fairtrade Mindestpreis für Baumwolle, der eine nachhaltige Produktion ermöglicht und gegen Preisschwankungen am Weltmarkt absichert. Liegt der Weltmarktpreis über dem Mindestpreis, erhalten die Produzenten den höheren Preis. Zusätzliche Sozialprämie für Gemeinschaftsprojekte, die soziale, wirtschaftliche oder ökologische Entwicklung fördern.
  • Schulungs- und Beratungsangebot durch Berater*innen vor Ort (Liaison Officer von FLO), unter anderem zur Arbeitsplatzsicherheit.

Weiterverarbeitung

  • ETI,  FWF FLA, WRC oder SA8000 Zertifizierung. Ist kein Nachweis über die Einhaltung der IAO-Kernarbeitsnormen vorhanden, übernimmt FLO-CERT die Überprüfung. Die Audit-Teams von FLO-CERT führen keine unabhängigen, repräsentativen Kontrollen/ Verifizierung unter Einbeziehung lokaler Akteure durch. Eine unabhängige lokale Beschwerdestelle gibt es nicht, nur die Möglichkeit sich an den Berater vor Ort zu wenden. Management-System-Audits werden nicht durchgeführt. Es finden keine Aus- und Weiterbildungen für das Management und die Arbeiter*innen statt.

Ökologische Kriterien

  • Endprodukt aus mindestens 50 % Fairtrade-Baumwolle (bei Berufsbekleidung 30 %), keine Mischung mit konventioneller Baumwolle. Finanzieller Zuschlag für Bio-Anbau.
  • Kein genmanipuliertes Saatgut 
  • Ressourcenschonende Produktion
  • Prüfung der Kriterien durch lokale Audit-Teams, die von FLO-CERT dafür akkreditiert wurden. 
  • Reduktion von Agrochemikalien (Liste von verbotenen Substanzen, gemäß WHO Empfehlung)

Transparenz

  • Die Jahresberichte von TransFair und FLO sind jeweils öffentlich zugänglich, in diesen werden jedoch ausschließlich Erfolgsbilanzen in den Bereichen Finanzen und teilnehmende Produzent*innen beschrieben. Ferner gibt es jährliche Monitoring- und Evaluationsberichte und die Liste der zertifizierten Organisationen wird veröftlicht. Verifizierungsergebnisse werden nicht veröffentlicht
  • Die Herkunft des Endprodukts ist über den Fairtrade-Code nachvollziehbar
  • Es gibt ein Siegel an den Kleidungsstücken

Kommentar CIR 

Das Siegel deckt nur die Überprüfung fairer Arbeitsbedingungen in der Baumwollproduktion ab, nicht aber die Bedingungen bei der weiteren Verarbeitung der Baumwolle. Das kann bei Konsument*innen zu Verwirrung führen, da häufig angenommen wird, dass alle Produktionsschritte überprüft wurden und letztlich fair sind. Jedoch sind die Methoden, mit denen FLO-CERT die Einhaltung der ILO-Kernarbeitsnormen überprüft, nicht ausreichend und spiegeln nicht die komplexe Realität in den Nähfabriken wider. Ein existenzsichernder Lohn wird nicht gefordert.

Stand: 2016

SIEGEL UND STANDARDS

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