SIEGEL UND STANDARDS

Fair Labor Association

Gründung & Ziel

Die FLA wurde 1999 gegründet. Mitglieder sind Unternehmen (u. a. adidas, Apple, Nestlé, H&M und Puma), Universitäten/Hochschulen und zivilgesellschaftlichen Organisationen. Gewerkschaften sind nicht dabei. Unternehmen, die der FLA beitreten, verpflichten sich zu zehn Grundsätzen für faire Arbeitsbedingungen und verantwortliche Materialbeschaffung (und/oder Produktion) und dazu, den FLA-Arbeitsplatz-Verhaltenskodex in ihrer Zuliefererkette umzusetzen. Die FLA bietet keine Zertifizierung und akkreditiert keine Marken oder Fabriken. Stattdessen bestätigt der Standard das Programm des jeweiligen Unternehmens, mit dem es Systeme und Verfahren umsetzt, die für die erfolgreiche Aufrechterhaltung von fairen Arbeitsnormen in allen Lieferketten (u. a. Kleidung, Schuhe, Elektronik und Le¬bensmittel) der Marken erforderlich sind.

Soziales

  • Der FLA- Verhaltenskodex basiert u. a. auf den ILO-Kernarbeitsnormen beinhaltet auch eine vage Forderung nach existenzsichernden Löhnen.
  • FLA legt keine eindeutige Lohnhöhe fest, doch bis 2018 soll die Entlohnung dem Kodex entsprechend überprüft werden. Fortschritte in der Entlohnung werden durch ein 2015 eingeführtes Programm unterstützt.
  • Die Sozialstandards gelten auch für Saison- und Zeitarbeiter*innen sowie Beschäftigte über Subunternehmen.
  • Das Recht auf Vereinigungsfreiheit und Kollektivverhandlungen wird nicht aktiv gefördert, aber der Aufbau einer unabhängigen Beschwerdestelle unterstützt.
  • Der Standard fordert Aus- und Weiterbildungsangebote für Arbeiter*innen mit Beteiligung lokaler Interessengruppen (Schulungen).

Ökologie

  • kein Fokus.

Glaubwürdigkeit

  • Eine ausgewogene Vertretung unterschiedlicher Interessengruppen in Entscheidungsgremien wird nur bedingt garantiert, da Gewerkschaftsvertreter*innen nicht involviert sind.
  • Mitgliedsunternehmen verpflichten sich zur Umsetzung des FLA-Verhaltenskodex und zur Einführung eines internen Kontrollsystems in der gesamten Lieferkette.
  • Die FLA kontrolliert einmal jährlich die Einhaltung der Anforderungen bei den Mitgliedsunternehmen. Die Verifizierungs- und Sanierungskosten werden von den Unternehmen getragen.
  • Unabhängige externe Prüfungen werden durchgeführt, um Umsetzungs-Lücken in den Fabriken zu identifizieren. Jedem Monitoring folgt ein Korrekturmaßnahmenplan, der auf der Website zusammen mit den Beurteilungsberichten der FLA veröffentlicht wird.
  • Die Verifizierung ist zunächst für zwei bis drei Jahre gültig und erfolgt in interner Zusammenarbeit mit lokalen NROs und schließt die Einkaufspraxis der Mitgliedsunternehmen ein.
  • Die Liste der Zulieferer müssen FLA-Mitglieder veröffentlichen.

Kommentar CIR

Ökologische Standards spielen keine Rolle. Die Sozialstandards sind gut, aber das Recht auf Vereinigungsfreiheit und Kollektivverhandlungen wird nicht aktiv unterstützt. Die Zusammenarbeit der FLA mit lokalen NROs bei der Verifizierung, Kontrolle und Schulungen ist vorbildlich. Die Transparenz ist ebenfalls positiv zu werten, da die Mitgliedsunternehmen ihre Fabriklisten und auch die Ergebnisse von Untersuchungen veröffentlichen. Zudem berücksichtigt die FLA die negativen Auswirkungen der Beschaffungspolitik ihrer Mitgliedsunternehmen auf die Arbeitsbedingungen und wirkt auf eine kontinuierliche Verbesserung der sozialen Standards in der kompletten Lieferkette (100 %) der Mitgliedsunternehmen ein. Gewerkschaften sind jedoch nicht in Entscheidungsgremien der FLA integriert.

Stand: August 2017

SIEGEL UND STANDARDS

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