SIEGEL UND STANDARDS

Fair Wear Foundation

Die Fair Wear Foundation ist eine unabhängige MSI, die die Einhaltung sozialer Standards bei der Konfektionierung von Bekleidung verifiziert. Die FWF berücksichtigt alle beteiligten Akteure inkl. AuftragnehmerInnen, SubunternehmerInnen, LieferantInnen und LizenznehmerInnen. Die FWF arbeitet bei der Verifizierung eng mit lokalen Organisationen zusammen und schließt die Einkaufspraktiken der Unternehmen mit ein. Ein Hauptarbeitsbereich ist die regelmäßige Überprüfung, Bewertung und öffentliche Berichterstattung über die Fortschritte der Mitgliedsunternehmen bei der Umsetzung der Anforderungen der FWF. Teil dieser Überprüfung sind auch Kontrollen in den Produktionsstätten vor Ort. Die FWF gründete sich 1999 in den Niederlanden. Die Stimmrechte liegen zu 50 % bei der Industrie und je 25 % bei NGOs (u.a. CCC) und Gewerkschaften.

Soziale Kriterien

  • ILO-Kernarbeitsnormen
  • Existenzsichernde Löhne
  • Aus- und Weiterbildung für Management und ArbeiterInnen (Trainings)
  • Lokale Beschwerdestellen für ArbeiterInnen

Der Fokus der FWF liegt auf der Zusammenarbeit mit den Unternehmen.
- Die Mitgliedsunternehmen müssen Monitoring-Systeme für ihre Produktionsstätten aufbauen. Dazu gehören auch Audits vor Ort im Produktionsbetrieb. Die Mitgliedsunternehmen selbst müssen je nach Jahr der Mitgliedschaft mind. 40 % (1. Jahr), mind. 60 % (2. Jahr) oder mind. 90 % (ab dem 3. Jahr der Mit­gliedschaft) des Produktionsvolumens in den Produktions­be­trieben prüfen. FWF wählt für jedes Mitgliedsunternehmen so viele Produktionsstätten aus, dass  ca. 10 % des Produktionsvolumens der jeweiligen Unternehmen von ihr auditiert werden. Dies sind die sogenannten Verifizierungsaudits, mit denen die FWF die Qualität der Arbeit der Mitgliedsunternehmen mit den Produktionsstätten kontrolliert und bewertet.
- Auf der Basis eines Auditberichts wird bei Bedarf ein sogenannter Corrective Action Plan (CAP) erstellt. Er beinhaltet die Maßnahmen zur Verbesserung, die in der Produktionsstätte dann umgesetzt und dokumentiert werden müssen.
- Die Managementsysteme der jeweiligen Mitgliedsunternehmen werden jährlich überprüft (Brand Performance Check), um die Umsetzbarkeit des FWF-Verhaltenskodexes in den Zulieferbetrieben einschätzen zu können. Im Rahmen dieser Kontrolle werden sowohl die Managementsysteme der Mit­gliedsunternehmen (z.B. Produktionsplanung, Einkauf, Liefe­ran­tenbeziehungen) unter die Lupe genommen als auch das Mo­ni­toring der Produktionsstätten überprüft. Weitere Aspekte sind das Informationsmanagement, der Umgang mit Beschwerden von Mit­arbeitern der Produktionsbetriebe, sowie die Förderung der Transparenz des CSR-Engagements des Unternehmens. Die Prüfberichte sowie ausführliche Informationen und eine um­fassende Liste der Indikatoren zur Bewertung sind öffentlich zu­gänglich.
- FWF-Mitglieder müssen Arbeitspläne vorlegen, Jahresberichte veröffentlichen und der FWF
- Die von der FWF erstellten Verifizierungsberichte werden unter www.fairwear.org/506/resources/ „Company Reports“ veröffentlicht. Publiziert werden auch folgende Angaben: Name und Marke des Unternehmens, Anzahl und Herkunft der ZuliefererInnen des Unternehmens und Anzahl der durch die FWF extern überprüften ZuliefererInnen.

Die Verwendung des Labels am Kleidungsstück ist nur den Mitgliedern erlaubt, die mindestens 90 % des Produktionsvolumens in das Monitoring System integriert haben und im Brand Performance Check einen Benchmarking Score von 75+ erreicht haben. Sie werden dann mit dem Status ‚Leader‘ ausgezeichnet.

Ökologische Kriterien

  • Ökologische Kriterien stehen nicht im Fokus

Transparenz

  • Mitglieder müssen Arbeitspläne vorlegen und Jahresberichte veröffentlichen und der FWF eine Liste der Zulieferer zukommen lassen. Die FWF gibt jährliche Verifizierungsberichte und Infoblätter heraus. Veröffentlicht werden folgende Angaben: Name und Marke des Unternehmens, Anzahl und Herkunft der Zulieferer des Unternehmens und Anzahl der durch die FWF extern überprüften Zulieferer
  • Die Herkunft des Endprodukts ist nicht nachvollziehbar
  • Es gibt ein Label an den Kleidungsstücken, wenn das Unternehmen länger als ein Jahr FWF-Mitglied ist und bei dem Brand Performance Check in die beste Kategorie ("A") eingestuft wurde

Kommentar CIR

Durch die FWF wird eine fortschreitende Verbesserung der sozialen Bedingungen in den Nähfabriken sowie bei den Subunternehmen und Lieferanten verfolgt. Die FWF weist die höchsten sozialen Standards in der Konfektionierung auf und gilt hier als Best Practice Beispiel im Bereich Soziales. Hervorzuheben bei der FWF ist die enge Zusammenarbeit mit lokalen Organisationen bei der Verifizierung sowie die Überprüfung der Einkaufspraktiken der Unternehmen durch den Brand Performance Check. Durch die Veröffentlichung umfangreicher Daten wird Transparenz angestrebt.

Stand: 2016

SIEGEL UND STANDARDS

© 2016 Christliche Initiative Romero e.V.