SIEGEL UND STANDARDS

Global Organic Textile Standard

Das Textilsiegel Global Organic Textile Standard (GOTS) wurde vom Internationalen Verband der Naturtextilwirtschaft (IVN / Deutschland) zusammen mit der Soil Association (England), der Organic Trade Association (USA) und der Japan Organic Cotton Association (Japan) entwickelt. 2008 einigten sich die teilnehmenden Parteien auf ein gemeinsames Logo sowie ein einheitliches Lizenzierungsverfahren. 

Soziale Kriterien

  • ILO-Kernarbeitsnormen
  • GOTS hat keine eindeutige und verpflichtende Aussage zu existenzsichernden Löhnen.
  • Es gibt keine verpflichtende Aus- und Weiterbildungsangebote fürs Management und die Arbeiter*innen, sondern nur entsprechende Empfehlungen.
  • Es gibt ein internes Monitoring.
  • Es gibt keine unabhängige, lokale Beschwerdestelle für Arbeiter*innen.
  • Es findet keine externe Verifizierung durch eine Multistakeholde-Initiative (MSI) unter Einbeziehung lokaler Akteure statt.

Ökologische Kriterien

  • GOTS-zertifizierte Produkte müssen mindestens zu 90 % aus Naturfasern bestehen. Mindestens 70 % müssen aus kontrolliert biologischer Landwirtschaft (kbA/kbT) stammen. Für die Siegelvariante "kbA/kbT" (bio) oder "kbA/kbT - in Umstellung" müssen mind. 95% der Fasern aus kbA/kbT stammen bzw. in Umstellung sein. Die Produkte müssen so gelagert und transportiert werden, dass eine Verunreinigung durch konventionelle Produkte und unzulässige Substanzen oder ein Vertauschen verhindert wird.
  • Verbot von genmanipuliertem Saatgut.
  • Ressourcenschonende Produktion. Die Verpackung darf kein PVC enthalten. Konzept zum betrieblichen Umweltmanagement ist verpflichtend.
  • Liste mit zugelassenen Farben und Hilfsmitteln, deren toxikologischen und ökologischen Wirkungen geprüft sind und die als unbedenklich eingeschätzt werden. Gebleicht wird in Ausnahmefällen mit Sauerstoff (chlorfrei). Die Veredelung von Baumwollgarnen mit Natronlauge zur Erhöhung des Glanzes ist erlaubt. 
  • In jeder Produktionsstufe wird die Einhaltung der Kriterien vor Ort von einer unabhängigen Zertifizierungsstelle geprüft. Ergänzend nimmt ein Umweltlabor stichprobenartig Rückstandskontrollen der Textilien vor.

Transparenz

  • Die sozialen und ökologischen Kriterien sowie deren jeweilige Überprüfungsverfahren werden veröffentlicht. Ergebnisse der Fabrikaudits sowie Namen der Zulieferer werden in einer Datenbank veröffentlicht.
  • Sämtliche Transportmittel und -wege werden dokumentiert.
  • Es gibt ein Label an den Kleidungsstücken.

Kommentar CIR

GOTS weist einen hohen ökologischen Standard auf. Für die glaubhafte Überprüfung der Einhaltung sozialer Kriterien (die zudem nur in der Verarbeitung, aber nicht in der Rohstoffproduktion gelten) wäre die stärkere Einbindung von lokalen Akteuren, Gewerkschaften und NROs, wie im Rahmen einer MSI, erforderlich. Die Formulierung zu existenzsichernden Löhnen ist vage.

Stand: 2013

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