Siegel und Standards - Global Social Compliance Programm
Global Social Compliance Programm (GSCP)
Sozialstandardinitiative
Wertschöpfungskette: Verarbeitung (Stoffproduktion und Nähen)
Das Global Social Compliance Program (GSCP) mit Sitz in Paris, wurde 2006 gegründet und zielt darauf ab, verschiedene Standardsysteme zu harmonisieren und zu vergleichen. Es unterscheidet sich von Sozialstandardinitiativen (BSCI, ETI, FWF und FLA) oder Zertifikaten (SA 8000), da es von seinen Mitgliedern nicht die Einhaltung bestimmter Standards verlangt. Das wichtigste Instrument des GSCP ist stattdessen das „Benchmarking“. Mitglieder sind u.a. Adidas, C&A, Chiquita, Carrefour, Dell, Dole, Gap, Ikea und Wal-Mart.
Soziale Kriterien
- Berufung auf die IAO-Kernarbeitsnormen, jedoch uneinheitliche Angaben zu Vereinigungsfreiheit, Löhnen, Extravergütungen und Arbeitsstunden
- Keine Forderung von existenzsichernden Löhnen
- Die Verantwortung der Umsetzung und der Kontrolle der Einhaltung der sozialen und ökologischen Kriterien in der gesamten Zuliefererkette liegt bei den Unternehmen selbst.
- Keine externen Kontrollen
Ökologische Kriterien
- Innerhalb von drei Phasen (Bewusstseins- und Prüfungsphase, Initiatives Management und Leistungssteigerung, Bindende Praktiken) sollen Verbesserungen in den Bereichen Wasser, Abwasser, Luft, Landnutzung und Biodiversität erreicht werden. Die endgültige Umsetzung des Programms steht noch aus
Transparenz
- Trotz entsprechender Ankündigungen werden die Jahresberichte oder ähnliches bisher nicht veröffentlicht.
Kommentar CIR
In Bezug auf soziale und ökologische Kriterien des GSCP gibt es keine verbindlichen Standards, sondern nur Empfehlungen. Problematisch ist, dass GSCP primär von Unternehmen gelenkt wird, NROs und zivilgesellschaftliche Akteure sollen erst im fortgeschrittenen Prozess mit in die Zertifizierung eingebunden werden, nachdem bereits alle Schlüsselentscheidungen des Programms getroffen wurden. Somit ist das Programm aktuell rein privatwirtschaftlich orientiert und aufgestellt.



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