Siegel und Standards - Naturland
Naturland
Label
Wertschöpfungskette: Herstellung (Anbau, Rohstoffabbau), Verarbeitung (Stoffproduktion und Nähen), Handel (Endprodukt-Kontrolle)
Naturland wurde 1982 vom Verband für ökologischen Landbau ins Leben gerufen und kennzeichnet neben biologischen Lebensmitteln seit 2005 Produkte aus Biobaumwolle.
Soziale Kriterien
- IAO-Kernarbeitsnormen
- Keine Forderung von existenzsichernden Löhnen.
- Mit dem Siegel Naturland Fair müssen mindestens 50 % des Rohstoffes fair produziert werden (Fairtrade Certified Cotton).
Ökologische Kriterien
- mindestens 95 % des Endprodukts muss aus Biofasern bestehen
- Verbot von genmanipuliertem Saatgut
- Einhaltung der Standards wird bei teils unangemeldeten Betriebsbesuchen durch externe Zertifizierungsstellen wie z.B. IMO (Institut für Marktökologie) überprüft. Regelmäßige Rückstandsanalysen von Stichproben
- Verbot des Einsatzes aller Chemikalien, die als krebserregend oder erbgutschädigend gelten. Verbot von Schwermetallen und Chlorbleichmittel in der Verarbeitung.
- Verarbeitende Betriebe müssen über einen Umweltmanagement-Plan verfügen (Maßnahmen zur Reduktion von Abfall und Verschmutzung) sowie über funktionsfähige Abwasserkläranlagen.
Transparenz
- Die gesamte Warenkette, von Produktion der Naturfaser bis zum Endprodukt, muss dokumentiert werden.
Kommentar CIR
Naturland gehört zu den großen Bio-Anbauverbänden. Die Kontrollen im Bereich Ökologie erfolgen durch externe und unabhängige Zertifizierungsstellen. Zwar definiert Naturland für Textilien auch soziale Kriterien, ihre Evaluierung und Kontrolle ist aber nicht ausreichend transparent. Für eine glaubhafte Überprüfung sozialer Kriterien wäre die institutionelle und gleichberechtigte Einbindung von Gewerkschaften und NROs erforderlich. Das Siegel "Naturland Fair" wurde noch nicht für den Baumwollanbau umgesetzt, daher ist eine Beurteilung derzeit nicht möglich.



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