Grüne Modefirmen unter der Lupe

armedangels.
Social Fashion Company GmbH

Köln, Deutschland

Das kleine Label armedangels aus Köln produziert seit 2006 Textilien ausschließlich aus fair gehandelter Baumwolle. Begonnen hat das Unternehmen mit einer kleinen Kollektion von T-Shirts und diese mittlerweile ausgeweitet. Des Weiteren werden auch Produkte anderer öko-fairer Labels über den Shop „armedangels and friends“ verkauft, die laut Eigenbeschreibung von armedangels selbst „auf Herz und Nieren“ geprüft werden. Dazu existiert ein eigenes Gütesiegel-System des Unternehmens, das unter anderem die Kriterien „ökologisch“, „sozial“ und „fair“ enthält. Dem Label ist „nichts wichtiger als Nachhaltigkeit“.

Zahlen und Daten zum Unternehmen

Besitzer

Martin Höfeler; Anton Jurina (Geschäftsführer)

Anzahl der Mitarbeitenden

Keine Angaben

Art der Kleidung/Zielgruppe

Oberbekleidung für Damen und Herren

Produktionsländer

Keine Angaben

Verkaufsstellen

Onlineshop

Siegel und Standards

Ergebnisse der Untersuchung

Transparenz

Transparenz

Armedangels hat den Fragbogen nicht beantwortet und dies mit „mangelnden Kapazitäten und Ressourcen“ begründet. Jedoch wurden nach Zusendung des Profils einige Angaben ergänzt. Eigene Kriterien werden nur allgemein auf der Homepage beschrieben, auch das eigene Gütesiegel-System des Unternehmens enthält keine konkreten Angaben.

Soziale Kriterien

Soziale Kriterien

Die sozialen Kriterien, die armedangels in der gesamten Liederkette anwendet, entsprechen dem Kodex von GOTS sowie den Kriterien von Fairtrade. So werden die IAO-Kernarbeitsnormen berücksichtigt und es gibt CSR-Training Programme für die Mitarbeiter*innen. Diese Normen beinhalten die Organisationsfreiheit und das Recht auf Kollektivverhandlungen und verbieten Kinderarbeit, Zwangsarbeit und Diskriminierung. Für die Arbeitsschritte nach dem Baumwollan- und -abbau werden keine existenzsichernden Löhne für die Arbeiter*innen und die abhängigen Familienangehörigen gefordert. Als Minimalanforderung gilt die Zahlung des gesetzlichen Mindestlohns. Die Fairtrade-Zertifizierung garantiert faire Baumwoll-Preise, die über den Weltmarktpreisen liegen und es gibt eine Sozialprämie für Gemeinschaftsprojekte, die soziale, wirtschaftliche oder ökologische Entwicklung fördern. Des Weiteren gibt es Trainings für die Arbeiter*innen zur Arbeitssicherheit in den Betrieben.

Ökologische Kriterien

Ökologische Kriterien

Bei armedangels wird ausschließlich Biobaumwolle verwendet. Über den Anteil der GOTS zertifizierten Baumwolle ist nichts bekannt. Die GOTS-Zertifizierung weist hohe ökologischen Standards auf und gilt hier als ein „Best Practice“ Beispiel. Im Baumwollanbau gelten die ebenfalls hohen ökologischen Kriterien des Fairtrade-Siegels. Auch über den Anteil der Fairtrade-Baumwolle ist nichts bekannt.

Monitoring & Zertifizierung

Monitoring & Zertifizierung

Auf die ökologischen Kriterien werden die Betriebe durch jeweils akkreditierte und unabhängige Prüfinstitute im Rahmen der GOTS-Zertifizierung der Produkte regelmäßig und zuverlässig überprüft. Für das Fairtrade-Siegel übernehmen lokale akkreditierte Organisationen die Prüfungen. 

Kommentar der CIR

Kommentar der CIR

Armedangels hat den Fragebogen nicht beantwortet. Der Fokus des Unternehmens liegt, auch nach eigener Darstellung, auf der ökologischen Nachhaltigkeit der Produkte.

Eine Kombination aus GOTS und Fairtrade zertifizierter Produktion erscheint vor allem ökologisch sinnvoll. So deckt GOTS zwar nicht den Anbau von Baumwolle ab, dafür aber die weiteren Produktionsschritte. Die Forderungen nach einem existenzsichernden Lohn sind bei GOTS unklar formuliert. Als Minimalanforderung gilt die Zahlung des gesetzlichen Mindestlohns. Für die Überprüfung des Baumwollanbaus sorgt Fairtrade Certified Cotton, das hier faire Arbeitsbedingungen und langfristige Handelsbeziehungen in der Baumwollproduktion bescheinigt und den Umstieg auf biologischen Anbau fördert. Für die glaubhafte Überprüfung der Einhaltung sozialer Kriterien sowie die Aus- und Weiterbildung für Management und Arbeiter*innen in der weiteren Lieferkette, nach der Rohstoffproduktion, wäre die stärkere Einbindung von lokalen Akteuren, Gewerkschaften und NROs, wie im Rahmen einer MSI erforderlich. Das eigene Prüfsystem für ebenfalls im Shop verkaufte nachhaltige Produkte ist ein lobenswerter Ansatz, allerdings sind die Kriterien im einzelnen und detailliert nicht nachvollziehbar oder transparent.

Die Befragung der Unternehmen wurde 2013 durchgeführt.

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