Grüne Modefirmen unter der Lupe

bleed organic clothing GmbH

Helmbrechts, Deutschland

Bleed ist ein junges Label aus Deutschland, das seit 2009 vor allem Street- und Sportswear für Sportler*innen produziert. Die Gründer sind selbst aktive Freizeitsportler aus dem Bereich Skateboarding, Surfing und Kitesurfing. Bleed betont, dass die Funktionalität und der zeitgemäße Look der Kleidung genauso wichtig wie die Verwendung nachhaltiger Materialien sind. Die nachhaltige Produktion der angebotenen Produkte ist Teil des Images und der Verkaufsstrategie des Labels. Der gesamte Produktionsprozess, vom Rohstoff bis zur Endfertigung, wird von Partnerunternehmen durchgeführt.

Zahlen und Daten zum Unternehmen

Besitzer

Michael Spitzbarth

Anzahl der Mitarbeitenden

2

Art der Kleidung/Zielgruppe

Oberbekleidung, Jeans, Kleider/Röcke, Kleidungsaccessoires, Cappies und Mützen für Damen und Herren

Produktionsländer

Rohstoffproduktion: Afrika (50 %), Indien (45 %), Österreich (5%)
Stoffproduktion: Deutschland (60 %), Portugal (30 %), Österreich (5 %), Asien (5 %)
Färben: Portugal (95 %), Asien (5 %)
Schnitt, Nähen und Konfektion: Portugal (95 %),
Asien (5 %) 
Veredlung des fertigen Kleidungsstücks (z.B. Druck): Portugal (95 %), Asien (5 %)

Verkaufsstellen

Onlineshop

Siegel und Standards

Ergebnisse der Untersuchung

Transparenz

Transparenz

Bleed hat den Fragebogen ausgefüllt. Ein eigener Verhaltenskodex ist auf der Homepage nicht veröffentlicht, lediglich eine Kurzbeschreibung der Zertifikate ist vorhanden. Für organische Produkte gelten die Kriterien von GOTS (90 % der Produkte sind zertifiziert, für Funktionskleidung gilt das einzige für Produkte mit einem hohen Anteil von Synthetikfasern verfügbare Zertifikat bluesign (10 %). Je nach Kleidungsart enthalten die Produkte eine entsprechende Zertifizierung und damit unterliegt dieses dem zugehörigen Kodex. Das Unternehmen liefert Informationen zu den Produktionsländern und zur Struktur der Zuliefererbetriebe. Bleed gibt selbst an, dass kurze Informationen über die Nachhaltigkeit auf den jeweiligen Produkten vorhanden sind und ausführlich auf der Homepage beschrieben werden. Eine Rückverfolgung der gesamten Produktionskette eines einzelnen Kleidungsstücks ist für Kund*innen nicht möglich. Zudem gibt bleed an, die Transparenz des Unternehmens und der Produktion zu verbessern.

Soziale Kriterien

Soziale Kriterien

Die sozialen Kriterien, die bleed in der gesamten Lieferkette anwendet, entsprechen den jeweiligen Kodizes der einzelnen Zertifikate GOTS und bluesign. So werden die IAO-Kernarbeitsnormen berücksichtigt und es gibt CSR-Training-Programme für die Mitarbeiter*innen. Diese Normen beinhalten die Organisationsfreiheit und das Recht auf Kollektivverhandlungen und verbieten Kinderarbeit, Zwangsarbeit und Diskriminierung. Es werden keine existenzsichernden Löhne für die Arbeiter*innen und die abhängigen Familienangehörigen gefordert. Als Minimalanforderung gilt die Zahlung des gesetzlichen Mindestlohns. Zudem bezieht bleed Baumwolle, die Fairtrade zertifiziert ist. Die Fairtrade Certified Cotton garantiert faire Baumwoll-Preise, die über den Weltmarktpreisen liegen und es gibt eine Sozialprämie für Gemeinschaftsprojekte, die soziale, wirtschaftliche oder ökologische Entwicklung fördern. Des Weiteren gibt es Trainings für die Arbeiter*innen zur Arbeitssicherheit in den Betrieben. 

Ökologische Kriterien

Ökologische Kriterien

Auch hier gelten, wie bei den sozialen Kriterien, die Vorgaben des jeweiligen Zertifikats (GOTS und bluesign). GOTS weist hohe ökologische Standards auf und gilt hier als ein "Best Practice" Beispiel. Des Weiteren werden recyceltes Polyester und Silber in der Produktion der Funktionskleidung verwendet. Bleed arbeitet nach eigenen Angaben daran, die Produktion komplett in die EU zu verlagern, um möglichst CO² neutral produzieren zu können. Im Jahr 2011 erhielt bleed 

Monitoring & Zertifizierung

Monitoring & Zertifizierung

Entsprechen den jeweiligen Kodizes der einzelne Zertifikate GOTS und bluesign. Auf die ökologischen Kriterien werden die Betriebe durch jeweils akkreditierte und unabhängige Prüfinstitute im Rahmen der GOTS- und der bluesign-Zertifizierung der Produkte regelmäßig und zuverlässig überprüft. Für das Fairtrade-Siegel übernehmen lokale akkreditierte Organisationen die Prüfungen. 

Kommentar der CIR

Kommentar der CIR

Bleed hat den Fragebogen beantwortet. Die GOTS-Zertifizierung der Produkte weist hohe ökologischen Standards auf und gilt hier als ein „Best Practice“ Beispiel. Die Forderungen nach einem existenzsichernden Lohn sind bei GOTS unklar formuliert. Als Minimalanforderung gilt die Zahlung des gesetzlichen Mindestlohns. Für die glaubhafte Überprüfung der Einhaltung sozialer Kriterien sowie die Aus- und Weiterbildung für Management und Arbeiter*innen wäre die stärkere Einbindung von lokalen Akteuren, Gewerkschaften und NROs, wie im Rahmen einer glaubhaften MSI, erforderlich. Soziale Mindeststandards können nur dann in einem Unternehmen und seinen Zulieferbetrieben langfristig etabliert werden, wenn soziale Verantwortung in der Unternehmensstrategie verankert ist. Bei einer Produktzertifizierung wie GOTS ist dies jedoch nicht möglich. Für die Überprüfung des Baumwollanbaus sorgt Fairtrade Certified Cotton, das hier faire Arbeitsbedingungen und langfristige Handelsbeziehungen in der Baumwollproduktion bescheinigt und den Umstieg auf biologischen Anbau fördert.

Die Befragung der Unternehmen wurde bereits 2011 durchgeführt.

Grüne Modefirmen

© 2017 Christliche Initiative Romero e.V.