Grüne Modefirmen unter der Lupe

Continental Clothing Company GmbH

Berlin, Deutschland

Seit 1994 designt, produziert und verkauft Continental unbedruckte T-Shirts und Jacken an Handelskunden der Printindustrie und vertritt die Vision, eine komplett kohlenstoffarme Arbeits-, Promo- und Freizeitbekleidungsindustrie zu schaffen. Außerdem existiert das Ziel, Firmen zu einem positiven Wandel im Bezug auf Geschäftsethik und Umweltschutz zu bewegen. Seit 2006 ist Continental Mitglied der Fair Wear Foundation (FWF) und setzt auf langjährige Geschäftsbeziehungen mit Partnern im In- und Ausland.

Zahlen und Daten zum Unternehmen

Besitzer

Phil Charles und Paul Hughes

Anzahl der Mitarbeitenden

keine Angaben

Art der Kleidung/Zielgruppe

Oberbekleidung und Kleidungsassesoires für Damen, Herren und Kinder

Produktionsländer

keine Angaben

Verkaufsstellen

Continental
Earth positive

Siegel und Standards

Ergebnisse der Untersuchung

Transparenz

Transparenz

Continental hat den Fragebogen telefonisch bei unserer Partnerorganisation Polish Green Network aus Polen beantwortet. Der Verhaltenskodex des Unternehmens ist deckungsgleich mit dem Kodex der Fair Wear Foundation (FWF) und im Internet öffentlich zugänglich und wird in alle Sprachen der Produktionsländer übersetzt. Das Unternehmen liefert Informationen zur Struktur der Zulieferkette und den Produktionsländern an die FWF. Continental muss der FWF gegenüber im Rahmen des Management System Audit (MSA) Unternehmensdaten offenlegen. Im Rahmen des MSA wird überprüft, ob kontinuierlich an Verbesserungen der Arbeitsbedingungen bei den Konfektionären gearbeitet wird. Der Bericht über das Management System Audit wird auf der Webseite der FWF veröffentlicht. Continental gibt selbst an, dass kurze Informationen über die Nachhaltigkeit auf den jeweiligen Produkten vorhanden sind und ausführlich auf der Homepage beschrieben werden. Eine Rückverfolgung der gesamten Produktionskette eines einzelnen Kleidungsstücks ist für Kund*innen entweder über das Track and Trace-System von made-by (für 80% der Produkte) oder auf Nachfrage möglich.

Soziale Kriterien

Soziale Kriterien

Continental verpflichtet sich seit 2006 durch die Mitgliedschaft in der FWF formell dazu, in allen Arbeitsstätten, in denen ihre Produkte hergestellt werden, grundlegende Arbeitsstandards – entsprechend den IAO-Kernarbeitsnormen – zu respektieren. Diese Normen beinhalten die Organisationsfreiheit und das Recht auf Kollektivverhandlungen und verbieten Kinderarbeit, Zwangsarbeit und Diskriminierung. Über die IAO-Kernarbeitsnormen hinaus verpflichtet sich das Unternehmen dazu, dem Recht der Arbeiter*innen auf einen Existenzlohn nachzukommen (d.h. ein Lohn, der bei einer Regelarbeitszeit den Grundbedarf der Arbeiter*innen und ihrer Familie deckt und zusätzlich frei verfügbares Einkommen ermöglicht). Darüber hinaus gibt es Trainings für die Arbeiter*innen in den Betrieben durch die FWF und die Produktion wird gemeinsam mit den Zulieferern abgestimmt, um eine Überlastung zu vermeiden.

Ökologische Kriterien

Ökologische Kriterien

Es gelten die hohen ökologischen Standards von GOTS/Soil Association, welche hier als ein „Best Practice“ Beispiel gelten. Jedoch gelten diese nur für die Produkte aus Biobaumwolle (42 % der Gesamtproduktion), für alle anderen gelten die Kriterien von Oeko-Tex 100. Im Januar 2008 berechnete Continental Clothing Co. weltweit als erstes Unternehmen den Karbon-Fußabdruck seiner Produkte und etikettierte Textilprodukte mit dem „Carbon Reduction Label“. Der Karbon-Fußabdruck eines jeden Produktes ist die gesamte Menge an CO² und Treibhausgasen, die als Teilprodukt während der Herstellung, des Versands, der Benutzung und der Entsorgung des Produktes ausgestoßen werden. 2009 startete Continental Clothing Co. die weltweit erste Marke zur Karbon-Reduzierung im Bereich Mode unter dem Label Earth Positive.

Monitoring & Zertifizierung

Monitoring & Zertifizierung

Um die Einhaltung des Verhaltenskodexes der FWF zu überprüfen, führt Continental bei allen Lieferanten ein soziales Audit durch. Bei einem Audit werden alle Lieferanten (Agenten, Direktlieferanten und Subproduzenten) geprüft. Durchgeführt werden diese Audits durch die FWF. Diese Audits können auf der Webseite der FWF eingesehen werden. Um die Fortschritte bei der Umsetzung des Verhaltenskodexes zu kontrollieren, besuchen die Mitarbeiter*innen des Unternehmens regelmäßig die Fabriken. Zusätzlich wird ein Monitoring-System implementiert. Die Audits werden den Unternehmen immer angekündigt. Darüber hinaus finden unangekündigte externe Interviews mit den Mitarbeiter*innen statt, um die Angaben zu kontrollieren. Wenn eine Beschwerde von Mitarbeiter*innen der Fabrik vorliegt, finden darüber hinaus auch unangemeldete Besuche in der Fabrik statt.

Kommentar der CIR

Kommentar der CIR

Continental hat den Fragebogen telefonisch beantwortet. Von der Herstellung der Rohfasern bis zur Konfektion sind alle Produktionsschritte transparent und unterliegen hohen sozialen und ökologischen Standards. Continental ist Mitglied der FWF und damit Teil einer glaubwürdigen Multi-Stakeholder-Initiative. Das Unternehmen implementiert den Verhaltenskodex entsprechend den Richtlinien der FWF, ist engagiert, glaubwürdige Schritte zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen zu unternehmen und zahlt für die Audits seiner Zulieferer. Nach jedem Audit wird ein Verbesserungsmaßnahmeplan erstellt. Außerdem berücksichtigt das Unternehmen, dass die eigene  Beschaffungspolitik Auswirkungen auf die Zulieferer hat. Der Verhaltenskodex ist immer Bestandteil der Verträge mit Lieferanten. Mit dem Arbeitsverhaltenskodex der FWF verpflichtet sich Continental  einem der weitestreichenden Kodizes auf dem Markt und kommt damit den Forderungen der CIR nach einem effektiven Umgang mit dem Thema Unternehmensverantwortung nach. Auch auf ökologischer Ebene wird Continental mit der Verwendung von GOTS-zertifizierter Biobaumwolle den hohen Standards gerecht.

Die Befragung der Unternehmen wurde bereits 2011 durchgeführt.

Grüne Modefirmen

© 2017 Christliche Initiative Romero e.V.