Grüne Modefirmen - DW-Shop
DW-Shop GmbH
Königswinter, Deutschland
Besitzer | Ferdinand Solzbacher (Geschäftsführer) |
|---|---|
Anzahl der Mitarbeitenden | 87 |
Art der Kleidung/Zielgruppe | Oberbekleidung, Nacht- und Unterwäsche, Kleidungsaccessoires für Damen und Herren |
Produktionsländer | 16 Länder, insbesondere Indien, Indonesien und die Länder Südamerikas |
Verkaufsstellen |
Der DW-Shop wurde 1976 als Handelsplattform der Welthungerhilfe aus einer Projektidee gegründet. Laut Selbstbeschreibung versteht sich der DW-Shop vorrangig als Einrichtung der Entwicklungszusammenarbeit für Menschen in benachteiligten Ländern. Ein großer Teil des Gewinns - im Jahr 2010 nach Eigenangabe ein hoher sechsstelliger Betrag - geht jährlich als Unterstützung an die Welthungerhilfe, die Identität und der Ursprung des Labels darstellen, sowie an zahlreiche unterstützte Projekte, u.a. zur Förderung von Selbsthilfe.
Transparenz
DW-Shop hat eine ausführliche Begründung abgegeben, warum das Unternehmen aktuell nicht an der detaillierten Befragung teilnehmen möchte. Nach der Zusendung des Profils hat DW-Shop einige Ergänzungen geliefert. Darüber hinaus übt DW-Shop Selbstkritik und spricht Schwächen in Teilbereichen der eigenen Produktionskette offen an, die nach eigenen Aussagen vor allem im Bereich des Ökologischen liegen.
Soziale Kriterien
DW-Shop nennt in seiner Informationsbroschüre „strenge soziale Auflagen“ wie „angemessene Entlohnung“, „sozial handeln“ und „Verbesserung von sozialen Standards für Frauen“ für seine Kooperationspartner ohne diese weiter zu konkretisieren. Die sozialen Standards berücksichtigen die IAO-Kernarbeitsnormen. Diese Normen beinhalten die Organisationsfreiheit und das Recht auf Kollektivverhandlungen und verbieten Kinderarbeit, Zwangsarbeit und Diskriminierung. Darüber hinaus ist DW-Shop seit 2008 Mitglied der Brancheninitiative BSCI. Diese fordert keine existenzsichernden Löhne, sondern nur die Zahlung der gesetzlichen Mindestlöhne. Laut eigener Auskunft zahlt DW-Shop im Rahmen des Fairen Handels jedoch in der Regel Preise, „die weit über denen des lokalen Marktes liegen.“ Ermöglicht werde dies durch die direkte Zusammenarbeit mit den Produzenten vor Ort unter Umgehung des teuren Zwischenhandels.
Ökologische Kriterien
Bisher machen GOTS und Cotton made in Africa zertifizierte Produkte ca. 5% des Textilumsatzes des DW-Shops aus. GOTS weist hohe ökologischen Standards auf und gilt hier als ein „Best Practice“ Beispiel. BSCI macht allgemeine Angaben zur Verwendung von Chemikalien sowie Abfallentsorgung.
Monitoring und Verifizierung
Die Überprüfung der Arbeitsbedingungen wird von kommerziellen und staatlich geprüften Auditierungsunternehmen im Rahmen der BSCI-Mitgliedschaft durchgeführt. BSCI veröffentlicht nur akkreditierte Auditergebnisse, die keine Rückschlüsse auf Mängel bei einzelnen Mitgliedsorganisationen oder Zulieferbetrieben zulassen. Auf die ökologischen Kriterien werden die Betriebe durch jeweils akkreditierte und unabhängige Prüfinstitute im Rahmen der GOTS-Zertifizierung der Produkte regelmäßig und zuverlässig überprüft.
Kommentar CIR
DW-Shop hat den Fragbogen nicht ausgefüllt, diese Entscheidung jedoch begründet und nach Zusendung des Profils Ergänzungen gemacht. Die Selbstkritik und der erkennbare Wille zur Verbesserungen in Teilbereichen der Produktionskette sind zu begrüßen und die Entwicklung bleibt abzuwarten. Die GOTS-Zertifizierung der Produkte weist hohe ökologischen Standards auf und gilt hier als ein „Best Practice“ Beispiel. Im Bezug auf die Zertifizierung durch BSCI liegt die Verantwortung für die Umsetzung grundlegender Standards vorwiegend bei den Zulieferbetrieben. Die Preispolitik und Einkaufspraktiken der Auftragsgeber werden nicht betrachtet. Es ist ein reiner Unternehmensverband – NROs und Gewerkschaften sind nicht in die zentralen Entscheidungen gleichberechtigt eingebunden. Lokale Akteure werden bei der Verifizierung, dem Beschwerdemechanismus und bei Schulungen (Trainings) unzureichend berücksichtigt. DW-Shop betont selbst jedoch, dass die Verantwortung beim eigenen Unternehmen selbst liege. Für die glaubhafte Überprüfung der Einhaltung sozialer Kriterien sowie die Aus- und Weiterbildung für Management und ArbeiterInnen wäre die stärkere Einbindung von lokalen Akteuren, Gewerkschaften und NROs, wie im Rahmen einer glaubhaften MSI, erforderlich.





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