Grüne Modefirmen - Fairliebt

Fairliebt GbR

Hamburg, Deutschland

BesitzerIn

Mathias Ahrberg und Wiebke Hövelmeyer

Anzahl der Mitarbeitenden

2

Art der Kleidung/Zielgruppe

Oberbekleidung, Kleider/Röcke für Damen und Herren

Produktionsländer

Rohstoffproduktion: Tansania
Stoffproduktion und Färben: Tansania
Schnitt, Nähen und Konfektion: Kenia
Veredlung des fertigen Kleidungsstücks: Deutschland

Verkaufsstellen

11 Verkaufsstellen

Fairliebt ist ein Modelabel aus Hamburg und wurde Anfang 2006 von Wiebke Hövelmeyer und Mathias Ahrberg gegründet. Mit einem Stapel T-Shirts ging es los. Die nachhaltige ökologische und soziale Produktion der angebotenen Produkte ist das Aushängeschild des Images und der Verkaufsstrategie des Labels. Fairliebt setzt auf langjährige und persönliche Geschäftsbeziehungen mit PartnerInnen im In- und Ausland und übernimmt selbst nur den letzten Schritt in der Produktionskette (Veredlung des fertigen Kleidungsstücks, wie Druck), während die restlichen Produktionsschritte von PartnerInnenunternehmen übernommen werden. 

Transparenz

Fairliebt hat den Fragebogen ausgefüllt. Ein eigener Verhaltenskodex ist auf der Homepage veröffentlicht. Das Unternehmen liefert ausführliche Informationen zu den Produktionsländern und zur Struktur der Zuliefererbetriebe. Fairliebt gibt an, dass detaillierte Informationen über die Nachhaltigkeit auf den jeweiligen Produkten/Verpackungen vorhanden sind und ausführlich auf der Homepage beschrieben werden. Eine Rückverfolgung der gesamten Produktionskette eines einzelnen Kleidungsstücks ist für KundInnen möglich, da alle Betriebe explizit aufgeführt werden.

Soziale Kriterien

Fairliebt beschreibt die Arbeitsbedingungen in den langjährigen Zuliefererbetrieben ausführlich auf der Homepage und führt selbst bei regelmäßigen Besuchen vor Ort Gespräche mit den MitarbeiterInnen durch. Der eigene Kodex beruht auf den IAO-Kernarbeitsnormen, die jedoch in der Form nicht explizit erwähnt werden. Da das Unternehmen aber IVN Best zertifizierte Materialien verwendet, wird davon ausgegangen, dass Fairliebt die hier geforderten sozialen Standards auch in den Zuliefererbetrieben umsetzt. Neben der Berücksichtigung der IAO-Kernarbeitsnormen gibt es CSR-Trainings-Programme für die MitarbeiterInnen. Die IAO-Normen beinhalten die Organisationsfreiheit und das Recht auf Kollektivverhandlungen und verbieten Kinderarbeit, Zwangsarbeit und Diskriminierung. Es werden keine existenzsichernden Löhne für die ArbeiterInnen und die abhängigen Familienangehörigen gefordert. Als Minimalanforderung gilt die Zahlung des gesetzlichen Mindestlohns.

Ökologische Kriterien

Fairliebt verwendet ausschließlich Biobaumwolle aus Tansania, die IVN Best zertifiziert ist. IVN Best weist hohe ökologischen Standards auf und gilt hier als das zurzeit beste ökologische Gütesiegel auf dem Markt. Darüber hinaus neutralisiert das Label beim Transport seinen CO² Ausstoß über ClimatePartner. 

Monitoring und Verifizierung

Neben den eigenen Besuchen vor Ort wird in jeder Produktionsstufe die Einhaltung der ökologischen Kriterien von einer kommerziellen Zertifizierungsstelle geprüft. Ergänzend nimmt ein Umweltlabor stichprobenartig Rückstandskontrollen der Textilien vor. Nur wenn in allen Kontrollinstanzen sämtliche Kriterien des IVN Best erfüllt sind, wird dem geprüften Hersteller die Verwendung des Qualitätszeichens „Naturtextil“ für die Dauer von einem Jahr für die entsprechenden Produkte genehmigt.

Kommentar CIR

Fairliebt hat den Fragebogen ausgefüllt. Die Zertifizierung durch IVN Best erfüllt die zurzeit höchsten realisierbaren Öko-Standards in der Textilbranche. In jeder Produktionsstufe wird die Einhaltung der ökologischen Kriterien vor Ort von einer akkreditierten, kommerziellen Zertifizierungsstelle geprüft. Des Weiteren gibt es keine Forderung nach einem existenzsichernden Lohn für die ArbeiterInnen und die abhängigen Familienangehörigen. Die Forderungen nach einem existenzsichernden Lohn sind bei IVN unklar formuliert. Als Minimalanforderung gilt die Zahlung des gesetzlichen Mindestlohns. Die Richtlinien hierzu werden derzeit von IVN überarbeitet. Für die glaubhafte Überprüfung der Einhaltung sozialer Kriterien wäre die institutionelle Einbindung von lokalen Akteuren, Gewerkschaften und NROs, wie im Rahmen einer glaubhaften MSI, notwendig. Fairliebt gibt jedoch eine intensive eigene Betreuung und Kontrolle der Arbeitsbedingungen durch die Besuche der Mitarbeiterinnen des Unternehmens in den Zuliefererbetrieben an. 

© 2010 Christliche Initiative Romero e.V.