Grüne Modefirmen unter der Lupe

Greenality

Aspach, Deutschland

Seit 2008 produziert Greenality nach eigenen Angaben „grüne und saubere Mode“. Greenality gilt als einer der Vorreiter der deutschen Eco Fashion Bewegung. Das Unternehmen versteht sich jedoch nicht als klassisches Öko-Label, sondern möchte mit seiner Mode nach eigenen Angaben „den Puls der Zeit treffen“. Die nachhaltige Produktion der angebotenen Produkte ist aber auch Teil des Images und der Verkaufsstrategie des Labels. Mittlerweile hat sich Greenality auch auf dem konventionellen Streetwear-Markt einen Namen gemacht.

Zahlen und Daten zum Unternehmen

Besitzer

Markus Beck

Anzahl der Mitarbeitenden

Keine Angaben

Art der Kleidung/Zielgruppe

Oberbekleidung und Taschen für Männer und Frauen

Produktionsländer

u.a. Indien

Verkaufsstellen

9 Verkaufsstellen

Siegel und Standards

Ergebnisse der Untersuchung

Transparenz

Transparenz

Greenality hat den Fragebogen nicht beantwortet. Auf der Homepage gibt es allgemeine Hinweise zu sozialen Kriterien, ohne die explizite Nennung der IAO-Kernarbeitsnormen, es wird aber auf die GOTS- und Fairtrade-Zertifizierung hingewiesen. Über die Produktionsländer und Zuliefererbetriebe werden keine genauen Angaben gemacht, ein Hinweis auf den Bezug von Baumwolle aus einer indischen Fabrik ist auf der Website zu finden. Greenality möchte noch in diesem Jahr einen Großteil der Produktion nach Deutschland verlagern. Greenality gibt die Mitgliedschaft bei Made-by an, wodurch sich die Lieferkette durch einen Code im Waschetikett zurückverfolgen lässt.

Soziale Kriterien

Soziale Kriterien

Die sozialen Kriterien, die in den Zuliefererbetrieb von Greenality angewendet werden, entsprechen den jeweiligen Kodizes der einzelnen Zertifikate GOTS und Fairtrade. So werden damit die IAO-Kernarbeitsnormen berücksichtigt und es gibt CSR-Trainings-Programme für die MitarbeiterInnen. Diese Normen beinhalten die Organisationsfreiheit und das Recht auf Kollektivverhandlungen und verbieten Kinderarbeit, Zwangsarbeit und Diskriminierung Es werden keine existenzsichernden Löhne für die ArbeiterInnen und die abhängigen Familienangehörigen gefordert. Als Minimalanforderung gilt die Zahlung des gesetzlichen Mindestlohns. Fairtrade garantiert jedoch faire Baumwoll-Preise, die über den Weltmarktpreisen liegen und es existieren Sozialprämien für Gemeinschaftsprojekte, die soziale, wirtschaftliche oder ökologische Entwicklung fördern. Zudem unterstützt Greenality mit einem Euro pro verkauftes Kleidungsstück ein indisches Hilfsprojekt von terre des hommes bei ihrem Einsatz gegen Kinderarbeit.

Ökologische Kriterien

Ökologische Kriterien

Auch hier gelten, wie bei den sozialen Kriterien, die Vorgaben des jeweiligen Produkt-Zertifikats (GOTS und Fairtrade). Unter anderem existiert ein Verbot von genmanipuliertem Saatgut. GOTS weist hohe ökologische Standards auf und gilt hier als ein "Best Practice" Beispiel.

Monitoring & Zertifizierung

Monitoring & Zertifizierung

Entsprechen den jeweiligen Kodizes der einzelnen Zertifikate GOTS und Fairtrade. Bei allen genannten Zertifikaten werden die Betriebe durch jeweils akkreditierte Prüfinstitute überprüft, der Fokus liegt jedoch auf ökologischen Kriterien. Darüber hinaus berichtet Greenality auf der Website über eigene Besuche in den Zuliefererbetrieben.

Kommentar der CIR

Kommentar der CIR

Greenality hat den Fragbogen nicht ausgefüllt. Die GOTS und Fairtrade Zertifizierungen entsprechen vor allem ökologischen Standards. GOTS weist hohe ökologischen Standards auf und gilt hier als ein „Best Practice“ Beispiel. Es gibt keine Forderung nach einem existenzsichernden Lohn für die ArbeiterInnen und die abhängigen Familienangehörigen. Die Forderungen nach einem existenzsichernden Lohn sind bei GOTS unklar formuliert. Als Minimalanforderung gilt die Zahlung des gesetzlichen Mindestlohns. Für die glaubhafte Überprüfung der Einhaltung sozialer Kriterien (die zudem nur in der Verarbeitung, aber nicht in der Rohstoffproduktion gelten) sowie die Aus- und Weiterbildung für Management und ArbeiterInnen wäre die stärkere Einbindung von lokalen Akteuren, Gewerkschaften und NROs, wie im Rahmen einer glaubhaften MSI erforderlich (gilt für GOTS zertifizierte Produkte). Fairtrade Certified Cotton garantiert hingegen faire Arbeitsbedingungen und langfristige Handelsbeziehungen in der Baumwollproduktion, aber nicht die Bedingungen bei der weiteren Verarbeitung der Baumwolle. Zudem wird der den Umstieg auf biologischen Anbau gefördert. Die Einbindung lokaler Akteure in den Zertifizierungsprozess ist zu begrüßen.

Die Befragung der Unternehmen wurde bereits 2011 durchgeführt.

Grüne Modefirmen

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