Grüne Modefirmen - H&M Conscious / Organic Cotton
H&M Hennes & Mauritz B.V. & Co. KG
H&M Conscious / Organic Cotton
Stockholm, Schweden und Hamburg, Deutschland
Besitzer | Karl-Johan Persson | ||
|---|---|---|---|
Anzahl der Mitarbeitenden | H&M gesamt: ca. 87.000 | ||
Art der Kleidung/ Zielgruppe | Oberbekleidung, Jeans, Kleider/Röcke, Kleidungsaccessoires, Taschen, Unter- und Nachtwäsche für Damen, Herren, Kinder und Babys | ||
Produktionsländer | H&M macht hier nur allgemeine Angaben und nennt die Kontinente Asien (60 %), Europa (40 %) | ||
Verkaufsstellen |
H&M Conscious ist seit dem Jahr 2011 der Name aller Aktivitäten des Modeunternehmens Hennes & Mauritz (H&M), um eine nach eigenen Aussagen nachhaltigere Mode anzubieten. Mit diesem Firmenlabel ist zudem eine Reihe von Kleidungsstücken ausgezeichnet, die aus Bio- oder recycelten Materialien hergestellt wurden. Seit 2007 bietet H&M Kleidungsstücke aus 100 % Bio-Baumwolle sowie einige Kleidungsstücke aus 50 % Bio-Baumwolle und 50 % konventionell angebauter Baumwolle unter dem Etikett „Organic Cotton“ an. Im Jahr 2010 wurde H&M zum größten Abnehmer von Biobaumwolle weltweit. Der gesamte Produktionsprozess, vom Rohstoff bis zur Endfertigung, wird von den ca. 700 zuliefernden Partnerunternehmen durchgeführt.
Transparenz
H&M hat den Fragebogen erst nach Zusendung des Unternehmensprofils ausgefüllt. Ein Sozialbericht/ CSR-Bericht ist öffentlich zugänglich. Dieser entspricht den internationalen Berichtsstandards (GRI). Alle Ergebnisse sämtlicher Audits weltweit werden nach eigenen Angaben „so transparent wie möglich“ im Sozialbericht veröffentlicht. H&M besitzt einen eigenen Verhaltenskodex, der auf den IAO-Kernarbeitsnormen basiert. Dieser ist in allen Sprachen der Länder der Zuliefererbetriebe übersetzt und öffentlich zugänglich. Eine komplette Lieferantenliste will das Unternehmen „aus wettbewerblichen Gründen“ nicht angeben. Das Unternehmen gibt selbst an, dass kurze Informationen über die Nachhaltigkeit auf den jeweiligen Produkten/Verpackungen vorhanden sind und ausführlich auf der Homepage beschrieben werden. Der Anteil der Bio-Baumwolle ist bei Organic Cotton auf dem Etikett vermerkt. Eine Rückverfolgung der gesamten Produktionskette eines einzelnen Kleidungsstücks ist für KundInnen nicht möglich.
Soziale Kriterien
Für alle H&M DirektlieferantInnen, nicht aber die SublieferantInnen, gilt der H&M Verhaltenskodex, der auf den IAO-Kernarbeitsnormen basiert. Diese Normen beinhalten die Organisationsfreiheit und das Recht auf Kollektivverhandlungen und verbieten Kinderarbeit, Zwangsarbeit und Diskriminierung. Jedoch sind einige Punkte, wie die Höchstzahl der Überstunden, schwammig formuliert. Es werden keine existenzsichernden Löhne, sondern nur die Zahlung der gesetzlichen Mindestlöhne gefordert. Seit 2006 ist H&M Mitglied der Fair Labor Association (FLA). Die Zusammenarbeit mit der FLA gilt allerdings nur für die ProduzentInnen in China und der Türkei. Nach dem Kodex von H&M und der FLA existieren Schulungen für ArbeiterInnen und UnternehmerInnen.
Ökologische Kriterien
H&M Organic Cotton erlaubt kein genmanipuliertes Saatgut und verbietet chemische Pestizide und Düngemittel. Neben Bio-Baumwolle und -Leinen gibt es Hanf-Produkte, Kinderkleidung mit der Euroblume sowie recyceltes Polyester und Tencell/Lyocell. H&M ist Mitglied der Organisation Textile Exchange, die Förderung des ökologischen Baumwollanbaus zur Aufgabe gemacht hat. Des Weiteren ist das Unternehmen Gründungsmitglied der Better Cotton Initiative (BCI). So gelten im ökologischen Bereich die jeweiligen Kriterien dieser Organisationen und Zertifikate.
Monitoring und Verifizierungen
Nach eigenen Angaben beschäftigt H&M ca. 70 eigene Auditoren, um die Zuliefererbetriebe auf die Einhaltung des Verhaltenskodex zu kontrollieren. Externe Kontrollen werden durch die FLA und von der FLA akkreditieren Unternehmen durchgeführt. Zertifizierungsstellen wie Control Union und das Institute for Marketecology (IMO) sind für die Überprüfung der ökologischen Kriterien verantwortlich.
Kommentar CIR
H&M hat den Fragebogen erst nach Zusendung des Unternehmensprofils ausgefüllt. Das ökologische Label H&M Organic Cotton siegelt Produkte, die Baumwolle aus biologischem Anbau enthalten, teilweise jedoch nur zu 50 %. Zwar deckt das Label keine spezifischen eigenen Sozialstandards ab, da sie für das gesamte Unternehmen gelten, sie werden aber aufgeführt und bewertet. Nach jedem Audit wird ein Verbesserungsmaßnahmeplan erstellt. Obwohl H&M einiges in soziale Verantwortung investiert, verpflichtet sich die Firma bisher nicht, dass in den Fabriken ein existenzsichernder Lohn bezahlt wird. Zudem stellt die mangelnde Transparenz der Zulieferfirmen (nur wenige Firmen veröffentlichen die Fabriklisten) ein entscheidendes Defizit der FLA dar. Die Zusammenarbeit der FLA mit lokalen NGOs bei der Verifizierung, Kontrolle und Schulungen ist gut. Die Mitgliedschaft der FLA ist jedoch regional begrenzt. Besonders zu kritisieren ist, dass zahlreiche Produkte mit den Labels H&M Organic Cotton und Conscious Collection ohne die Berücksichtigung grundlegender Sozialstandards in Bangladesch genäht werden. Darüber hinaus gelten die strengeren ökologischen Kriterien nur für einzelne Kleidungsstücke bzw. Kollektionen. Für die glaubhafte Überprüfung der Einhaltung sozialer Kriterien sowie die Aus- und Weiterbildung für Management und ArbeiterInnen wäre die stärkere Einbindung im Rahmen einer glaubhaften MSI erforderlich, die in allen Produktionsländern und für alle Zuliefererbetriebe gilt.









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