Grüne Modefirmen unter der Lupe

HempAge AG

Adelsdorf, Deutschland

HempAge, der aktuelle Marktführer in Europa für Kleidung aus Hanf, beschäftigt sich seit seiner Gründung 1994 mit dem Anbau und der Verarbeitung von Hanf. Das Fair Wear Foundation Mitglied setzt auf langjährige Geschäftsbeziehungen mit Partner*innen in der chinesischen Provinz Shanxi. Gewinne werden zu einem großen Teil in die Forschung und Weiterentwicklung von Hanf und Hanfprodukten investiert. Die nachhaltige Produktion der angebotenen Produkte ist Teil des Images und der Verkaufsstrategie des Labels. Der gesamte Produktionsprozess, vom Rohstoff bis zur Endfertigung wird von Partnerunternehmen durchgeführt.

Zahlen und Daten zum Unternehmen

BesitzerInnen

Gesellschafter*innen der Aktiengesellschaft

Anzahl der Mitarbeitenden

10

Art der Kleidung/Zielgruppe

Oberbekleidung, Jeans, Kleider, Kleidungsaccessoires für Damen und Herren

Produktionsländer

Rohstoffproduktion: China (75 %), Türkei (25 %)
Stoffproduktion und Färben: China (99 %), Deutschland (1 %)
Schnitt, Nähen und Konfektion: China
Veredlung des fertigen Kleidungsstücks (z.B. Druck): China (99 %), Deutschland (1 %)

Verkaufsstellen

380 Verkaufsstellen, Endkundenshop

Siegel und Standards

Ergebnisse der Untersuchung

Transparenz

Transparenz

HempAge hat den Fragebogen umfangreich ausgefüllt. Der Verhaltenskodex des Unternehmens ist deckungsgleich mit dem Kodex der Fair Wear Foundation (FWF) und im Internet öffentlich zugänglich. Das Unternehmen liefert Informationen zur Struktur der Zulieferkette und den Produktionsländern an die FWF. HempAge muss der FWF gegenüber im Rahmen des Management System Audit (MSA) Unternehmensdaten offen legen. Im Rahmen des MSA wird überprüft, ob kontinuierlich an Verbesserungen der Arbeitsbedingungen bei den Konfektionären gearbeitet wird. Der Bericht über das Management System Audit wird auf der Webseite der FWF veröffentlicht. HempAge gibt selbst an, dass kurze Informationen über die Nachhaltigkeit auf den jeweiligen Produkten vorhanden sind und ausführlich auf der Homepage und in den Shops beschrieben werden. Eine Rückverfolgung der gesamten Produktionskette eines einzelnen Kleidungsstücks ist für KundInnen nicht möglich. 

Soziale Kriterien

Soziale Kriterien

HempAge verpflichtet sich durch die Mitgliedschaft seit 2009 in der FWF formell dazu, in allen Arbeitsstätten, in denen seine Produkte hergestellt werden, grundlegende Arbeitsstandards – entsprechend den IAO-Kernarbeitsnormen – zu respektieren. Diese Normen beinhalten die Organisationsfreiheit und das Recht auf Kollektivverhandlungen und verbieten Kinderarbeit, Zwangsarbeit und Diskriminierung. Über die IAO-Kernarbeitsnormen hinaus verpflichtet sich das Unternehmen dazu, dem Recht der ArbeiterInnen auf einen Existenzlohn nachzukommen (d.h. ein Lohn, der bei einer Regelarbeitszeit den Grundbedarf der ArbeiterInnen und ihrer Familie deckt und zusätzlich frei verfügbares Einkommen ermöglicht). Darüber hinaus gibt es Trainings für die ArbeiterInnen in den Betrieben.

Ökologische Kriterien

Ökologische Kriterien

Zertifizierungen und Audits werden nach dem Global Organic Textile Standard (GOTS) durch das schweizerische Institut IMO bei den chinesischen Partnerbetrieben durchgeführt. Dabei hat sich die Spinnerei eigenständig zertifizieren lassen, die restliche Produktionskette wurde von einem strategischen Partner in China übernommen.  HempAge gibt an, dass es eine Produktzertifizierung nach dem GOTS kurzfristig nicht geben wird, da der Rohstoffs Hanf unzertifiziert ist. Desweiteren gibt HempAge plausible Gründe dafür an und arbeitet nach eigenen Angaben daran,  die Vorschriften für die GOTS Zertifizierung zu Gunsten von Hanf zu ändern und gleichzeitig schärfere Echtheitskontrollen innerhalb des GOTS durchzusetzen. Als Zwischenlösung werden Produkte mit kbA-Baumwoll-Anteil mit Textile Exchange „Blended“ zertifiziert. 

Monitoring & Zertifizierung

Monitoring & Zertifizierung

Um die Einhaltung des Verhaltenskodexes der FWF zu überprüfen, führt HempAge bei allen Lieferanten ein soziales Audit durch. Bei einem Audit werden alle Lieferanten (Agenten, Direktlieferanten und Subproduzenten) geprüft. Durchgeführt werden diese Audits durch die FWF. Diese Audits können auf der Webseite der FWF eingesehen werden. Um die Fortschritte bei der Umsetzung des Verhaltenskodexes zu kontrollieren, besuchen die MitarbeiterInnen des Unternehmens regelmäßig die Fabriken. Zusätzlich wird ein Monitoring-System implementiert. Die Audits werden den Unternehmen immer angekündigt. Darüber hinaus finden unangekündigte externe Interviews mit den MitarbeiterInnen statt, um die Angaben zu kontrollieren. Wenn eine Beschwerde von MitarbeiterInnen der Fabrik vorliegt, finden darüber hinaus auch unangemeldete Besuche in der Fabrik statt. 

Kommentar der CIR

Kommentar der CIR

HempAge hat den Fragebogen beantwortet. Von der Herstellung der Rohfasern bis zur Konfektion sind alle Produktionsschritte transparent und unterliegen hohen sozialen und ökologischen Standards. HempAge ist Mitglied der FWF und damit Teil einer glaubwürdigen Multi-Stakeholder-Initiative. Das Unternehmen implementiert den Verhaltenskodex entsprechend den Richtlinien der FWF, ist engagiert glaubwürdige Schritte zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen zu unternehmen und zahlt für die Audits seiner Zulieferer. Nach jedem Audit wird ein Verbesserungsmaßnahmeplan erstellt. Außerdem berücksichtigt das Unternehmen, dass die eigene Beschaffungspolitik Auswirkungen auf die Zulieferer hat. Der Verhaltenskodex ist immer Bestandteil der Verträge mit Lieferanten. Mit dem  Arbeitsverhaltenskodex der FWF verpflichtet sich HempAge einem der weitestreichenden Kodizes auf dem Markt und kommt damit den Forderungen der CIR nach einem effektiven Umgang mit dem Thema Unternehmensverantwortung nach. Auch auf ökologischer Ebene wird HempAge mit der Verwendung von GOTS zertifizierten Biomaterialien hohen Standards gerecht.

Die Befragung der Unternehmen wurde bereits 2011 durchgeführt.

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