Grüne Modefirmen unter der Lupe

Kuyichi

BJ Haarlem, Niederlande 

Kuyichi wurde im Jahr 2000 von der NRO Solidaridad gegründet. Diese war zuvor in der Entwicklung des Fairen Handels im Bereich von Lebensmitteln aus Lateinamerika tätig. Die nachhaltige Produktion der angebotenen Produkte ist Teil des Images und der Verkaufsstrategie des Labels, jedoch betont Kuyichi, dass es letztendlich das Design der Produkte ist, welches den Ausschlag zum Kauf gibt, obwohl eine merkliche Zunahme des Bewusstseins für Nachhaltigkeit bei der Kundschaft spürbar sei. Der gesamte Produktionsprozess, vom Rohstoff bis zur Endfertigung, wird von langjährigen Partnerunternehmen im Ausland durchgeführt.

Zahlen und Daten zum Unternehmen

BesitzerInnen

Aktionär*innen

Anzahl der Mitarbeitenden

32

Art der Kleidung/Zielgruppe

Oberbekleidung, Jeans, Kleider/Röcke, Kleidungsaccessoires, Taschen und Tops für Damen und Herren

Produktionsländer

Rohstoffproduktion: Türkei (70 %), USA (17 %),
China (7 %)
Stoffproduktion und Färben: Türkei (87 %), China (7 %), Indien (4 %)
Schnitt, Nähen und Konfektion: Türkei (50 %), Tunesien (35 %), China (7 %)
Veredlung des fertigen Kleidungsstücks (z.B. Druck): Türkei (50 %), Tunesien (35 %), China (7 %)

Verkaufsstellen

500 Verkaufsstellen

Siegel und Standards

Ergebnisse der Untersuchung

Transparenz

Transparenz

Kuyichi hat den Fragebogen umfangreich beantwortet. Ein eigener Verhaltenskodex soll ab 2012 auf der Homepage öffentlich zugänglich sein. Kuyichi gibt selbst an, dass kurze Informationen über die Nachhaltigkeit auf den jeweiligen Produkten/Verpackungen vorhanden sind und ausführlich auf der Homepage beschrieben werden. Kuyichi hat zuvor das Made-By Track & Trace-System verwendet, welches erfordert, dass jeder einzelne Lieferant für seine Produktionsstufe die Daten und die Zertifikate eingibt, die zum jeweiligen Herstellungsschritt des Kleidungsstücks gehören. Auf Grund von Kritiken an diesem System hat Kuyichi laut eigener Aussage Ende 2010 entschieden, Track & Trace bis auf Weiteres für die eigenen Produkte zu stoppen. Kuyichi gibt an, ab 2012 mehr für die Transparenz der eigenen Produkte und den Produktionsketten zu sorgen und für die KonsumentInnen zugänglich zu machen. 

Soziale Kriterien

Soziale Kriterien

Kuyichi verpflichtet sich durch die Mitgliedschaft in der BSCI sowie die GOTS-Zertifizierung der Produkte dazu, in allen Arbeitsstätten, in denen seine Produkte hergestellt werden, grundlegende Arbeitsstandards – entsprechend den IAO-Kernarbeitsnormen – zu respektieren. Diese Normen beinhalten die Organisationsfreiheit und das Recht auf Kollektivverhandlungen und verbieten Kinderarbeit, Zwangsarbeit und Diskriminierung. Darüber hinaus gibt es Trainings für die ArbeiterInnen in den einigen der Zuliefererbetrieben und die Produktion wird gemeinsam mit den Zulieferern abgestimmt, um eine Überlastung zu vermeiden. Es werden keine existenzsichernden Löhne für die ArbeiterInnen und die abhängigen Familienangehörigen gefordert. Als Minimalanforderung gilt die Zahlung des gesetzlichen Mindestlohns. Aktuell sind 33% der Gesamtproduktion des Unternehmens mit einem dieser Gütesiegel zertifiziert. 

Ökologische Kriterien

Ökologische Kriterien

Laut Angaben von Kuyichi sind 82% der Baumwoll-Produkte GOTS-zertifiziert. GOTS weist hohe ökologischen Standards auf und gilt hier als ein „Best Practice“ Beispiel. Darüber hinaus sind weitere Produkte, die beispielsweise einen Synthetik- oder Hanf-Anteil enthalten, Textile Exchange zertifiziert und es gelten die entsprechenden Kriterien. 

Monitoring & Zertifizierung

Monitoring & Zertifizierung

Die Audits werden sowohl von Kuyichi selbst als auch von durch das Unternehmen und von BSCI bzw. GOTS beauftragten kommerziellen und staatlich geprüften Auditierungsunternehmen durchgeführt. Die Kosten für die Audits werden zwischen Kuyichi und den Zulieferern aufgeteilt. Soziale Audits werden bei einem Teil der Zulieferer durchgeführt. Lokale Akteure sind bei der Verifizierung, dem Beschwerdemechanismus und bei Schulungen (Trainings) unzureichend berücksichtigt. Nach jedem Audit wird ein Verbesserungsmaßnahmeplan erstellt.

Kommentar der CIR

Kommentar der CIR

Kuyichi hat den Fragebogen ausführlich beantwortet und zusätzliche Ergänzungen gemacht. Die GOTS-Zertifizierung weist hohe ökologischen Standards auf und gilt hier als ein „Best Practice“ Beispiel. Für die glaubhafte Überprüfung der Einhaltung sozialer Kriterien sowie die Aus- und Weiterbildung für Management und ArbeiterInnen wäre die stärkere Einbindung von lokalen Akteuren, Gewerkschaften und NROs, wie im Rahmen einer glaubhaften MSI, erforderlich. Bei einer Produktzertifizierung wie GOTS ist dies jedoch nicht sichergestellt. Die Forderungen nach einem existenzsichernden Lohn sind bei GOTS unklar formuliert und bei BSCI nicht vorhanden. Als Minimalanforderung gilt die Zahlung des gesetzlichen Mindestlohns. Bei BSCI handelt es sich um einen reinen Unternehmensverband –  NROs und Gewerkschaften sind nicht in die zentralen Entscheidungen gleichberechtigt eingebunden. 

Kuyichi gibt an, dass zurzeit neue Möglichkeiten zur Verbesserung der Überprüfung der Arbeitsbedingungen geprüft werden.

Die Befragung der Unternehmen wurde bereits 2011 durchgeführt.

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