Grüne Modefirmen - LamuLamu
Landjugendverlag GmbH
LamuLamu Eco Fair Wear
Bad Honnef, Deutschland
Besitzer | Katholische Landjugendbewegung Deutschland (KLJB) |
|---|---|
Anzahl der Mitarbeitenden | 3 |
Art der Kleidung/Zielgruppe | Oberbekleidung für Damen, Herren, Kinder und Babys |
Produktionsländer | Rohstoffproduktion: Tansania |
Verkaufsstellen |
Ausgehend von der Bildungskampagne „öko-fair tragen“ vertreibt der Landjugendverlag (Firma des Bundesverbandes der Katholischen Landjugendbewegung Deutschlands) unter dem Label LamuLamu seit 1998 Kleidung aus Biobaumwolle. Das Unternehmen setzt auf langjährige Geschäftsbeziehungen mit PartnerInnen in Ostafrika und hat dort eine regionale Produktionskette aufgebaut. Der gesamte Produktionsprozess, vom Rohstoff bis zur Endfertigung, wird von Partnerunternehmen durchgeführt. Die nachhaltige Produktion der angebotenen Produkte ist Hauptmerkmal der Philosophie des Labels.
Transparenz
LamuLamu hat den Fragebogen ausführlich beantwortet. Der Verhaltenskodex ist im Internet öffentlich zugänglich und wird in alle Sprachen der Produktionsländer übersetzt. Das Unternehmen liefert Informationen zur Struktur der Zulieferkette und den Produktionsländern, auch auf der Website sind diese ausführlich beschrieben. LamuLamu gibt selbst an, dass kurze Informationen über die Nachhaltigkeit auf den jeweiligen Produkten/Verpackungen vorhanden sind und ausführlich auf der Homepage beschrieben werden. Auch über die Transportwege wird dort detailliert berichtet.
Soziale Kriterien
LamuLamu verpflichtet sich mit dem eigenen Verhaltenskodex und durch die Mitgliedschaft in der SA8000 sowie die GOTS- und IVN Best-Zertifizierung formell dazu, in allen Arbeitsstätten, in denen seine Produkte hergestellt werden, grundlegende Arbeitsstandards – entsprechend den IAO-Kernarbeitsnormen – zu respektieren. Diese Normen beinhalten die Organisationsfreiheit und das Recht auf Kollektivverhandlungen und verbieten Kinderarbeit, Zwangsarbeit und Diskriminierung. Darüber hinaus wird im Rahmen der SA8000 Zertifizierung ein Existenzlohn gefordert (d.h. ein Lohn, der bei einer Regelarbeitszeit den Grundbedarf der ArbeiterInnen und ihrer Familie deckt und zusätzlich frei verfügbares Einkommen ermöglicht). Es gibt Trainings für die ArbeiterInnen in den Betrieben und die Produktion wird gemeinsam mit den Zulieferern abgestimmt, um eine Überlastung zu vermeiden. Zur besseren Planbarkeit, erhält der Konfektionsbetrieb in Kenia eine Abnahmegarantie für eine festgelegte Menge Kleidungsstücke. 50 Cent pro verkauftes Kleidungsstück werden in einen Sozialfonds in Kenia eingezahlt, den die ArbeiterInnen als Mikro-Kredit-Fonds selbst verwalten.
Ökologische Kriterien
Die Herstellung der Stoffe berücksichtigt die strengen ökologischen Richtlinien von GOTS und IVN Best, welche hier als "Best-Practice"-Beispiele gelten. Nach eigener Aussage ist LamuLamu bemüht, die gesamte Produktionskette nach IVN Best zu zertifizieren.
Monitoring und Verifizierung
Die Audits werden sowohl von LamuLamu selbst als auch von durch das Unternehmen und von GOTS/IVN Best akkreditierten Organisationen in allen Zuliefererbetriebe durchgeführt, die Kosten übernimmt LamuLamu komplett. Bei der Überprüfung der SA8000-Sozialstandards sind NGOs i.d.R. unzureichend beteiligt.
Kommentar CIR
LamuLamu hat den Fragebogen ausführlich beantwortet. Die GOTS- und die IVN Best-Zertifizierung weisen hohe ökologischen Standards auf und gelten hier als ein „Best Practice“-Beispiel. Allen Siegeln gemeinsam ist die unzureichende Beteiligung von NROs, vor allem bei der Überprüfung der sozialen Standards. Des Weiteren ist nicht belegt, dass existenzsichernde Löhne, trotz einer Andeutung in den Richtlinien von GOTS und Zusicherung bei SA8000, gezahlt werden. Nach jedem Audit wird ein Verbesserungsmaßnahmeplan erstellt. Außerdem berücksichtigt das Unternehmen, dass die eigene Beschaffungspolitik Auswirkungen auf die Zulieferer hat. Der Verhaltenskodex ist immer Bestandteil der Verträge mit Lieferanten. Bei der Multi-Stakeholder-Initiative SA8000 liegt der Schwerpunkt auf der einzelnen Fabrik, die Verantwortung für die Einhaltung der Standards liegen bei den Fabrikbesitzern und Zulieferern, i.d.R. nicht bei den Markenfirmen bzw. Auftraggebern.






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