Grüne Modefirmen unter der Lupe

room to roam

München, Deutschland

Das Label room to roam wurde 2006 durch die Diplom-Modedesignerin Akela Stoklas gegründet. Sie beschreibt ihre Kleidung als „lässige Organic Fashion für den Streifzug durch den Großstadtdschungel oder den Trip ins Outback.“ Für Designerin Akela Stoklas und ihr Team bedeutet der Markenname room to roam insbesondere „Lebensraum”. Darum widmet das Label jeder Kollektion einer gefährdeten Naturlandschaft und bietet in diesem Zusammenhang eine breite informative Öffentlichkeitsarbeit an. Gefertigt wird die Mode von room to roam in Deutschland. Seit Beginn prägt die nachhaltige Produktion der angebotenen Produkte die Firmenphilosophie des Labels. Der gesamte Produktionsprozess, vom Rohstoff bis zur Endfertigung, wird größtenteils von Partnerunternehmen durchgeführt. Hier setzt das Unternehmen auf langjährige PartnerInnen in Deutschland.

Zahlen und Daten zum Unternehmen

Besitzerin

Akela Stokas

Anzahl der Mitarbeitenden

2

Art der Kleidung/Zielgruppe

Oberbekleidung, Jeans, Kleider/Röcke, Taschen und Kleidungsaccessoires für Damen

Produktionsländer

Rohstoffproduktion: Türkei (40 %), Südamerika (40 %), Ägypten (20 %)
Stoffproduktion und Färben: Deutschland (90 %),
Türkei (10 %)
Schnitt, Nähen und Konfektion: Deutschland
Veredlung des fertigen Kleidungsstücks (z.B. Druck): Deutschland

Verkaufsstellen

Verkaufsstellen

Siegel und Standards

Ergebnisse der Untersuchung

Transparenz

Transparenz

Room to roam hat einen verkürzten Fragebogen erst nach der Zusendung des Labelprofils beantwortet. Derzeit gibt es keinen eigenen und ausformulierten VerhaltenskodexRoom to roam gibt selbst an, dass kurze Informationen über die Nachhaltigkeit auf den jeweiligen Produkten/Verpackungen vorhanden sind und ausführlich auf der Homepage beschrieben werden und in den Verkaufsstellen erfragt werden können. Eine Rückverfolgung der gesamten Produktionskette eines einzelnen Kleidungsstücks ist für KundInnen nicht möglich. 

Soziale Kriterien

Soziale Kriterien

Die sozialen Kriterien, die room to roam in der gesamten Produktionskette anwendet, entsprechen dem Kodex von GOTS bzw. IVN Best. So werden die IAO-Kernarbeitsnormen berücksichtigt und es gibt CSR-Trainings-Programme für die MitarbeiterInnen. Diese Normen beinhalten die Organisationsfreiheit und das Recht auf Kollektivverhandlungen und verbieten Kinderarbeit, Zwangsarbeit und Diskriminierung.  Es werden bei GOTS und IVN Best keine existenzsichernden Löhne für die ArbeiterInnen und die abhängigen Familienangehörigen gefordert. Als Minimalanforderung gilt die Zahlung des gesetzlichen Mindestlohns. room to roam beruft sich darauf, dass ab dem Produktionsschritt des Nähens innerhalb Deutschlands produziert wird, was mit einer fairen und gerechten Produktion gleichzustellen sei. Die Produktion wird gemeinsam mit den Zulieferern abgestimmt, um eine Überlastung zu vermeiden. 

Ökologische Kriterien

Ökologische Kriterien

Die genutzten Materialien Baumwolle, Wolle und Leinen sind GOTS/IVN Best zertifiziert. Beide Produktzertifizierungen weisen hohe ökologischen Standards in der gesamten Produktionskette auf und gelten hier als „Best Practice“ Beispiele. Darüber hinaus sichert die Produktion in Deutschland kurze Transportwege und es wird auf Plastik als Verpackungsmaterial verzichtet. 

Monitoring & Zertifizierung

Monitoring & Zertifizierung

Entsprechen den jeweiligen Kodizes der Zertifikate GOTS und IVN Best. Die Bioqualität der Rohfasern wird von GOTS/IVN Best akkreditierten Prüfinstituten überprüft. Ergänzend werden stichprobenartig Rückstandskontrollen an den Textilien vorgenommen. Außerdem prüft room to roam die Arbeitsbedinungen in den deutschen Betrieben nach eigenen Angaben regelmäßig selbst. 

Kommentar der CIR

Kommentar der CIR

Room to roam hat den verkürzten Fragebogen erst nach der Zusendung des Labelprofils beantwortet. Die GOTS/IVN Best-Zertifizierung weist hohe ökologischen Standards auf und gelten hier als „Best Practice“ Beispiele. Nach jedem Audit wird ein Verbesserungsmaßnahmeplan erstellt, wenn nötig. Im sozialen Bereich allerdings reichen die geführten Siegel nicht für eine glaubhafte Überprüfung der Arbeitsbedingungen aus. So werden beispielsweise keine existenzsichernden Löhne für die ArbeiterInnen und die abhängigen Familienangehörigen als Zahlung gefordert. Als Minimalanforderung gilt die Zahlung des gesetzlichen Mindestlohns. Die Richtlinien bei IVN Best hierzu werden derzeit überarbeitet. Für die glaubhafte Überprüfung der Einhaltung sozialer Kriterien (die zudem nur in der Verarbeitung, aber nicht in der Rohstoffproduktion gelten) sowie die Aus- und Weiterbildung für Management und ArbeiterInnen wäre die stärkere Einbindung von lokalen Akteuren, Gewerkschaften und NROs, wie im Rahmen einer glaubwürdigen MSI, erforderlich. Die arbeitsintensiven Produktionsschritte der Stoffproduktion, des Nähens und der Konfektion erfolgen innerhalb Deutschlands in Partnerunternehmen.

Die Befragung der Unternehmen wurde bereits 2011 durchgeführt.

Grüne Modefirmen

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