Grüne Modefirmen -  Switcher

Switcher SA

Le Mont sur Lausanne, Schweiz

Besitzer

Robin Cornelius

Anzahl der Mitarbeitenden

88

Art der Kleidung/Zielgruppe

Oberbekleidung für Damen, Herren, Kinder und Babys

Produktionsländer

Rohstoffproduktion: Indien (49 %), China (24 %), Rumänien (8 %)
Stoffproduktion und Färben: Indien (49 %),
China (24 %), Rumänien (8 %)
Schnitt, Nähen und Konfektion: Indien (49 %),
China (24 %), Rumänien (8 %)

Verkaufsstellen

1390 Verkaufsstellen

Switcher produziert seit 1981 Textilien basierend auf Einfachheit und Zweckmäßigkeit. Bereits 2006 wurde Switcher  erstes schweizerisches Mitglied der Multi-Stakeholder-Initiative Fair Wear Foundation (FWF) und setzt auf langjährige Geschäftsbeziehungen mit PartnerInnen im In- und Ausland. Der gesamte Produktionsprozess, vom Rohstoff bis zur Endfertigung, wird von Partnerunternehmen durchgeführt. Die nachhaltige Produktion der angebotenen Produkte ist Teil des Images und der Verkaufsstrategie des Labels. 

Transparenz

Switcher hat den Fragebogen in einer verkürzten Version beantwortet. Der Verhaltenskodex des Unternehmens ist deckungsgleich mit dem Kodex der Fair Wear Foundation (FWF), im Internet öffentlich zugänglich und wird in alle Sprachen der Produktionsländer übersetzt. Das Unternehmen liefert Informationen zur Struktur der Zulieferkette und den Produktionsländern an die FWF. Switcher muss der FWF gegenüber im Rahmen des Management System Audit (MSA) Unternehmensdaten offen legen. Im Rahmen des MSA wird überprüft, ob kontinuierlich an Verbesserungen der Arbeitsbedingungen bei den Konfektionären gearbeitet wird. Der Bericht über das Management System Audit wird auf der Webseite der FWF veröffentlicht. Switcher gibt selbst an, dass kurze Informationen über die Nachhaltigkeit auf den jeweiligen Produkten/Verpackungen vorhanden sind und ausführlich auf der Homepage und in den Shops sowie in einer Informationsbroschüre des Unternehmens beschrieben werden. Eine Rückverfolgung der gesamten Produktionskette eines einzelnen Kleidungsstücks ist für KundInnen durch das von Switcher mitentwickelte System Respect-Code möglich. 

Soziale Kriterien

Switcher verpflichtet sich durch die Mitgliedschaft seit 2006 in der FWF formell dazu, in allen Arbeitsstätten, in denen seine Produkte hergestellt werden, grundlegende Arbeitsstandards – entsprechend den IAO-Kernarbeitsnormen – zu respektieren. Diese Normen beinhalten die Organisationsfreiheit und das Recht auf Kollektivverhandlungen und verbieten Kinderarbeit, Zwangsarbeit und Diskriminierung. Über die IAO-Kernarbeitsnormen hinaus verpflichtet sich das Unternehmen dazu, dem Recht der ArbeiterInnen auf einen Existenzlohn nachzukommen (d.h. ein Lohn, der bei einer Regelarbeitszeit den Grundbedarf der ArbeiterInnen und ihrer Familie deckt und zusätzlich frei verfügbares Einkommen ermöglicht). Darüber hinaus gibt es Trainings für die ArbeiterInnen in den Betrieben durch die FWF und Switcher. Die Produktion wird gemeinsam mit den Zulieferern abgestimmt, um eine Überlastung zu vermeiden. 

Ökologische Kriterien

Seit 2010 verwendet Switcher ausschließlich GOTS zertifizierte Biobaumwolle, für die hohe ökologische Standards gelten und hier als ein „Best Practice“ Beispiel gelten. In jeder Produktionsstufe wird die Einhaltung der Kriterien vor Ort von einer unabhängigen Zertifizierungsstelle geprüft. 

Monitoring und Verifizierung

Um die Einhaltung des Verhaltenskodex der FWF zu überprüfen, führt Switcher laut eigener Aussage bei 80% der Lieferanten ein soziales Audit durch. Bei einem Audit werden alle Lieferanten (Agenten, Direktlieferanten und Subproduzenten) geprüft. Durchgeführt werden diese Audits durch die FWF. Diese Audits können auf der Webseite der FWF eingesehen werden. Um die Fortschritte bei der Umsetzung des Verhaltenskodexes zu kontrollieren, besuchen die MitarbeiterInnen des Unternehmens regelmäßig die Fabriken. Zusätzlich wird ein Monitoring-System implementiert. Die Audits werden den Unternehmen immer angekündigt. Darüber hinaus finden unangekündigte externe Interviews mit den MitarbeiterInnen statt, um die Angaben zu kontrollieren. Wenn eine Beschwerde von MitarbeiterInnen der Fabrik vorliegt, finden darüber hinaus auch unangemeldete Besuche in der Fabrik statt. 

Kommentar CIR

Switcher hat den Fragebogen in einer verkürzten Version ausgefüllt. Von der Herstellung der Rohfasern bis zur Konfektion sind alle Produktionsschritte transparent und unterliegen hohen sozialen und ökologischen Standards. Switcher ist Mitglied der FWF und damit Teil einer glaubwürdigen Multi-Stakeholder-Initiative. Das Unternehmen implementiert den Verhaltenskodex entsprechend den Richtlinien der FWF, ist engagiert glaubwürdige Schritte zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen zu unternehmen und zahlt für die Audits seiner Zulieferer. Nach jedem Audit wird ein Verbesserungsmaßnahmeplan erstellt. Außerdem berücksichtigt das Unternehmen, dass die eigene Beschaffungspolitik Auswirkungen auf die Zulieferer hat. Der Verhaltenskodex ist immer Bestandteil der Verträge mit Lieferanten. Mit dem Arbeitsverhaltenskodex der FWF verpflichtet sich Switcher einem der weitestreichenden Kodizes auf dem Markt und kommt damit den Forderungen der CIR nach einem effektiven Umgang mit dem Thema Unternehmensverantwortung nach. Die Rückverfolgbarkeit der Switcher-Produkte für die KonsumentInnen ist ein wichtiger Beitrag zur Transparenz des Unternehmens. Auch auf ökologischer Ebene wird Switcher mit der Verwendung von GOTS-zertifizierten Biomaterialien hohen Standards gerecht.

© 2010 Christliche Initiative Romero e.V.