Grüne Modefirmen unter der Lupe

treches

Berlin, Deutschland

Treches macht seit 2008 farbenfrohe und komfortable Bekleidung. Hinter dem kleinen Berliner Streetwear Label steht die aus Norwegen stammende Designerin Jeanette Bruneau Rossow. Der Fokus auf Biostoffe (Baumwolle, Leinen, Hanf und Seide) und die überwiegende Produktion in Deutschland zeichnen das Label aus. Während die Rohstoff- und Stoffproduktion sowie seine Veredlung von externen Partnerunternehmen durchgeführt werden, wird der restliche Produktionsprozess von treches selbst durchgeführt. treches setzt auf langjährige Geschäftsbeziehungen mit PartnerInnen im Ausland.

Zahlen und Daten zum Unternehmen

Besitzerin

Jeannette Bruneau Rossow

Anzahl der Mitarbeitenden

1

Art der Kleidung/Zielgruppe

Oberbekleidung, Jeans, Kleider, Kleidungsaccessoires und Taschen für Damen und Herren

Produktionsländer

Rohstoffproduktion: Türkei 60%, China 10%, Deutschland 5%
Stoffproduktion und Färben: Türkei 60%, China 10%, Deutschland 5%
Schnitt, Nähen und Konfektion: Deutschland
Veredlung des fertigen Kleidungsstücks (z.B. Druck): Deutschland

Verkaufsstellen

13 Verkaufsstellen

Siegel und Standards

Ergebnisse der Untersuchung

Transparenz

Transparenz

Treches hat den Fragebogen ausgefüllt. Einen eigenen Verhaltenskodex besitzt treches nicht und gibt an, selbst nicht zertifiziert zu sein. Alle Zertifizierungen der zugelieferten Materialien aus biologischem Anbau sind veröffentlicht. Das Unternehmen liefert Informationen zu den Produktionsländern und zur Struktur der Zuliefererbetriebe. Treches gibt selbst an, dass kurze Informationen über die Nachhaltigkeit und die Zuliefererfabriken auf den jeweiligen Produkten vorhanden sind und ausführlich auf der Homepage beschrieben werden. Eine Rückverfolgung der gesamten Produktionskette eines einzelnen Kleidungsstücks ist für KundInnen nicht möglich. 

Soziale Kriterien

Soziale Kriterien

Die sozialen Kriterien, die in den Zuliefererbetrieb von treches angewendet werden, entsprechen den jeweiligen Kodizes der einzelnen Zertifikate GOTS, bioland und Fairtrade. So werden die IAO-Kernarbeitsnormen berücksichtigt und es gibt CSR-Trainings-Programme für die MitarbeiterInnen. Diese Normen beinhalten die Organisationsfreiheit und das Recht auf Kollektivverhandlungen und verbieten Kinderarbeit, Zwangsarbeit und Diskriminierung. Es werden bei GOTS keine existenzsichernden Löhne für die ArbeiterInnen und die abhängigen Familienangehörigen gefordert. Als Minimalanforderung gilt die Zahlung des gesetzlichen Mindestlohns. Fairtrade garantiert jedoch faire Baumwoll-Preise, die über den Weltmarktpreisen liegen und es existieren Sozialprämien für Gemeinschaftsprojekte, die soziale, wirtschaftliche oder ökologische Entwicklung fördern. 

Ökologische Kriterien

Ökologische Kriterien

Auch hier gelten, wie bei den sozialen Kriterien, die Vorgaben des jeweiligen Zertifikats (GOTS, bioland und Fairtrade). Unter anderem existiert ein Verbot von genmanipuliertem Saatgut. GOTS weist hohe ökologische Kriterien auf.

Monitoring & Zertifizierung

Monitoring & Zertifizierung

Entsprechen den jeweiligen Kodizes der einzelnen Zertifikate GOTS, bioland und Fairtrade. Bei allen genannten Zertifikaten werden die Betriebe durch jeweils akkreditierte Prüfinstitute überprüft, der Fokus liegt jedoch auf ökologischen Kriterien.

Kommentar der CIR

Kommentar der CIR

Treches hat den Fragebogen ausgefüllt. Nach eigenen Angaben besitzt treches selbst keine Zertifizierungen, die Materialien sind jedoch alle aus biologischem Anbau und/oder die Zuliefererbetriebe sind GOTS, bioland oder Fairtrade zertifiziert. Diese Kombination erscheint insbesondere auf der ökologischen Ebene sinnvoll. Die Forderungen nach einem existenzsichernden Lohn sind bei GOTS jedoch unklar formuliert. Als Minimalanforderung gilt die Zahlung des gesetzlichen Mindestlohns. Die arbeitsintensiven Produktionsschritte des Nähens und der Konfektion erfolgen in Berlin und werden durch die Inhaberin und eine Mitarbeiterin selbst durchgeführt. Fairtrade Certified Cotton garantiert hingegen faire Arbeitsbedingungen und langfristige Handelsbeziehungen in der Baumwollproduktion, aber nicht die Bedingungen bei der weiteren Verarbeitung der Baumwolle. Zudem wird der den Umstieg auf biologischen Anbau gefördert. Die Einbindung lokaler Akteure in den Zertifizierungsprozess ist zu begrüßen.

Die Befragung der Unternehmen wurde bereits 2011 durchgeführt.

Grüne Modefirmen

© 2017 Christliche Initiative Romero e.V.