Grüne Modefirmen unter der Lupe

Trigema
Inh. W. Grupp e.K.

Burladingen, Deutschland

Trigema mit Sitz im schwäbischen Burladingen wurde 1919 gegründet und ist einer der größten Hersteller von Sport- und Freizeit-Bekleidung Deutschlands. Die nachhaltige Produktion der angebotenen Produkte ist Teil des Images und der Verkaufsstrategie des Labels. Von der Stoffherstellung bis zum versandfertigen Produkt realisiert das Unternehmen alle Produktionsstufen in Eigenregie und innerhalb Deutschlands.

Zahlen und Daten zum Unternehmen

Besitzer

Wolfgang Grupp

Anzahl der Mitarbeitenden

1200

Art der Kleidung/Zielgruppe

Sport- und Freizeitkleidung, Tag- und Nachtwäsche für Damen, Herren, Kinder und Babies

Produktionsländer

Alle Produktionsschritte in Deutschland, keine Angaben zum Rohstoff- und abbau

Verkaufsstellen

46 Verkaufsstellen

Siegel und Standards

Ergebnisse der Untersuchung

Transparenz

Transparenz

Trigema hat den Fragebogen beantwortet. Ein eigener Verhaltenskodex ist auf der Homepage veröffentlicht und umfasst alle IAO-Kernarbeitsnormen. Dieser muss von allen Geschäftspartnern unterzeichnet werden und in den Betrieben sichtbar ausgehängt sein. Das Unternehmen liefert Informationen zu den Produktionsländern und zur Struktur der Zuliefererbetriebe. Trigema gibt an, dass detaillierte Informationen über die Nachhaltigkeit auf den jeweiligen Produkten vorhanden sind und ausführlich auf der Homepage beschrieben werden. Eine Rückverfolgung der gesamten Produktionskette eines einzelnen Kleidungsstücks ist für KundInnen nicht möglich.

Monitoring / Verifizierungen

Monitoring / Verifizierungen

Es gibt keine transparenten Monitorings oder externe Verifizierungen der Arbeitsbedingungen, lediglich Überprüfungen der Einhaltung der ökologischen Kriterien des Oeko-Tex Standards 100 sowie der GOTS-zertifizierten Baumwolle.

Soziale Kriterien

Soziale Kriterien

Der eigene Verhaltenskodex umfasst alle IAO-Kernarbeitsnormen. Diese Normen beinhalten die Organisationsfreiheit und das Recht auf Kollektivverhandlungen und verbieten Kinderarbeit, Zwangsarbeit und Diskriminierung. Es werden keine existenzsichernden Löhne für die ArbeiterInnen und die abhängigen Familienangehörigen gefordert. Es gibt Trainings zur Arbeitssicherheit für die Angestellten. Auch die GOTS-Zertifizierung der Biobaumwolle aus der Türkei für die Trigema Change®-Produkte geht nicht über die beschriebenen sozialen Kriterien hinaus.

Ökologische Kriterien

Ökologische Kriterien

Alle Kleidungsstücke von trigema sind Oeko-Tex 100 zertifiziert, die Biobaumwolle aus der Türkei ist GOTS-zertifiziert. Die Baumwollgarne stammen aus Deutschland oder der EU, nähere Angaben zum Anbau und der Produktion der Garne im Ausland werden nicht gemacht. GOTS weist hohe ökologische Standards auf, die hier als ein „Best Practice“ Beispiel gelten. Zusammen mit der Internationalen Umweltforschung in Hamburg (EPEA) hat trigema Produkte aus Materialien und Farben entwickelt, die nach eigener Aussage zu 100% kompostierbar sind: Die Fasern werden von Pilzen und Bakterien abgebaut – das Material soll so rückstandsfrei in die Natur zurückgeführt werden (Trigema Change®). Diese Produkte sind Cradle to Cradle® zertifiziert.

Kommentar der CIR

Kommentar der CIR

Trigema hat den Fragebogen beantwortet. Es wird nach dem Rohstoffabbau und der Garnherstellung ausschließlich in Deutschland produziert. Obwohl die arbeitsintensiven Produktionsschritte innerhalb Deutschlands erfolgen, ist das per se kein Garant dafür, dass alle Arbeitsrechte eingehalten und ein Existenzlohn gezahlt wird. Es gibt keine Zertifizierung oder externe Überprüfung der Einhaltung des Verhaltenskodex. Die neuen, kompostierbaren Kleidungsstücke sind ein wichtiger und zukunftsorientierter ökologischer Ansatz, bisher ist diese Maßnahme allerdings auf wenige Produkte aus dem Sortiment beschränkt. Die Biobaumwolle, die trigema verwendet, ist GOTS-zertifiziert und weist damit hohe ökologische Kriterien auf. Die Zertifizierung Oeko-Tex Standard 100 reicht allerdings in ökologischer Hinsicht nicht aus, da der Fokus ausschließlich auf Kontrollen des Endprodukts liegt und nicht die Verwendung von Schadstoffen, Pestiziden, Chemikalien etc. während der Produktionskette verbietet, wodurch eine Lücke in der Umweltverträglichkeit der zertifizierten Produkte entsteht. Des Weiteren gibt es nur Grenzwerte, jedoch keinen Ausschluss von Rückständen in den Endprodukten.

Die Befragung der Unternehmen wurde bereits 2011 durchgeführt.

GRÜNE MODE LABEL

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