Grüne Modefirmen - Zündstoff

Zündstoff Fair Trade Shirts

Freiburg, Deutschland

Besitzer

Sascha Klemz & Matthias Rau

Anzahl der Mitarbeitenden

2

Art der Kleidung/Zielgruppe

Tops, T-Shirts, Langarmshirts und Kleidungsaccessoires für Damen und Herren

Produktionsländer

Rohstoffproduktion: Peru
Stoffproduktion und Färben: Costa Rica
Schnitt, Nähen und Konfektion: Nicaragua
Veredlung des fertigen Kleidungsstücks: Deutschland (80%)

Verkaufsstellen

10 Verkaufsstellen

Bereits seit 2005 arbeitet zündstoff mit  der Kooperative „Nueva Vida Fair Trade Zone“ (Zona Franca Masili), welche in Nicaragua unter sozial und ökologisch fairen Bedingungen Kleidung produziert, zusammen. Unter dem Label zündstoff FAIR TRADE SHIRTS werden die Produkte aus fair gehandelter Bio-Baumwolle in Deutschland vertrieben. Die nachhaltige Produktion der angebotenen Produkte ist Teil des Images und der Verkaufsstrategie des Labels. Neben der Kooperation mit der Nähkooperative in Nicaragua setzt das Fair Wear Foundation Mitglied auf langjährige Geschäftsbeziehungen mit PartnerInnen in Peru und Costa Rica. Zündstoff selbst übernimmt nur den letzten Schritt in der Produktionskette (Veredlung des fertigen Kleidungsstücks, wie Druck). 

Transparenz

Zündstoff hat den Fragebogen ausführlich beantwortet. Der Verhaltenskodex der Firma ist deckungsgleich mit dem Kodex der Fair Wear Foundation (FWF) und wird in alle Sprachen der Produktionsländer übersetzt. Durch die Mitgliedschaft bei Clean&Unique, welches Kollektivmitglied der FWF ist, verpflichtet sich zündstoff zur Unterzeichnung des Kodex der FWF. Das Unternehmen liefert Informationen zur Struktur der Zulieferkette und den Produktionsländern an die FWF. Zündstoff muss der FWF gegenüber im Rahmen des Management System Audit (MSA) Unternehmensdaten offen legen. Im Rahmen des MSA wird überprüft, ob kontinuierlich an Verbesserungen der Arbeitsbedingungen bei den Konfektionären gearbeitet wird. Der Bericht über das Management System Audit wird auf der Webseite der FWF veröffentlicht. Zündstoff  gibt selbst an, dass kurze Informationen über die Nachhaltigkeit auf den jeweiligen Produkten/ Verpackungen vorhanden sind und ausführlich auf der Homepage beschrieben werden. Eine Rückverfolgung der gesamten Produktionskette eines einzelnen Kleidungsstücks ist für KundInnen dank der ausführlichen Beschreibung auf der Homepage möglich.  

Soziale Kriterien

Der Verhaltenskodex des Unternehmens ist deckungsgleich mit dem der Fair Wear Foundation (FWF), der auf den IAO-Kernarbeitsnormen basiert. Diese Normen beinhalten die Organisationsfreiheit und das Recht auf Kollektivverhandlungen und verbieten Kinderarbeit, Zwangsarbeit und Diskriminierung. Über die IAO-Kernarbeitsnormen hinaus verpflichtet sich das Unternehmen dazu, dem Recht der ArbeiterInnen auf einen Existenzlohn nachzukommen (d.h. ein Lohn, der bei einer Regelarbeitszeit den Grundbedarf der ArbeiterInnen und ihrer Familie deckt und zusätzlich frei verfügbares Einkommen ermöglicht). Darüber hinaus gibt es Trainings für die ArbeiterInnen in den Betrieben durch die FWF und die Produktion wird gemeinsam mit den Zulieferern abgestimmt, um eine Überlastung zu vermeiden. In der ersten Produktionsstufe, die hier den Anbau und die Verarbeitung der Baumwolle zu Garn umfasst, gelten die GOTS-Kriterien im sozialen Bereich, die ebenfalls den IAO-Kernarbeitsnormen entsprechen, aber es wird nur die Zahlung des gesetzliche Mindestlohns gefordert, nicht die eines existenzsichernden Lohns für die ArbeiterIn und von ihr abhängige Familienmitglieder. 

Ökologische Kriterien

Die aus Peru stammende Baumwolle ist GOTS zertifiziert und weist damit hohe ökologischen Standards auf und gilt hier als ein „Best Practice“ Beispiel. Im weiteren Verarbeitungsschritt, dem Färben und Weben in Costa Rica, gelten die ebenfalls hohen ökologischen Standards des Internationalen Verbandes der Naturtextilwirtschaft (IVN) sowie die Standards von Oeko-Tex 100. 

Monitoring und Verifizierungen

Die Einhaltung der GOTS-Kriterien im Baumwoll-Anbau und der Verarbeitung zum Garn wird durch das akkreditierten Zertifizierungsunternehmen Control Union kontrolliert, allerdings werden dort nach eigener Auskunft von zündstoff zur Zeit keine sozialen Kriterien geprüft. Die Arbeitsbedingungen während des Webens und Färbens in Costa Rica werden von SCS zertifiziert, während die Bedingungen in Nicaragua von MitarbeiterInnen des Arbeitsministeriums Nicaraguas im Auftrag der FWF und von Zündstoff selbst kontrolliert werden. 

Kommentar CIR

Zündstoff hat den Fragebogen umfangreich beantwortet. Von der Herstellung der Rohfasern bis zur Konfektion sind alle Produktionsschritte transparent und unterliegen hohen sozialen und ökologischen Standards. Zündstoff ist über Cleane&Unique Mitglied der FWF und damit Teil einer glaubwürdigen Multi-Stakeholder-Initiative. Das Unternehmen implementiert den Verhaltenskodex entsprechend den Richtlinien der FWF, ist engagiert glaubwürdige Schritte zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen zu unternehmen und zahlt für die Audits seiner Zulieferer. Nach jedem Audit wird ein Verbesserungsmaßnahmeplan erstellt. Außerdem berücksichtigt das Unternehmen, dass die eigene  Beschaffungspolitik Auswirkungen auf die Zulieferer hat. Der Verhaltenskodex ist immer Bestandteil der Verträge mit Lieferanten. Mit dem Arbeitsverhaltenskodex der FWF verpflichtet sich zündstoff  einem der weitestreichenden Kodizes auf dem Markt und kommt damit den Forderungen der CIR nach einem effektiven Umgang mit dem Thema Unternehmensverantwortung nach. Auch auf ökologischer Ebene wird zündstoff mit der Verwendung von GOTS-zertifizierter Biobaumwolle hohen Standards gerecht. Des Weiteren organisiert Zündstoff, zusammen mit NGOs, Vortragsreisen der Arbeiterinnen aus Nicaragua in Deutschland, auf welchen sie über ihre Arbeit sowie die Problematiken in der Textilbranche berichten.

© 2010 Christliche Initiative Romero e.V.