SIEGEL UND STANDARDS

Oeko-Tex Standard 100

Gründung & Ziel

Die internationale OEKO-TEX®-Gemeinschaft ist ein Zusammenschluss von 16 akkreditierten Forschungs- und Prüfinstituten mit Kontaktbüros in über 60 Ländern. Die Mitgliedsinstitute entwickeln die Standards sowie die Testmethoden gemeinschaftlich. Die Mitgliedsinstitute sind gleichzeitig berechtigt, die Laborprüfungen und Betriebs-Audits durchzuführen. In die Standardsetzung werden auch NROs sowie Vertreter*innen aus der Wissenschaft einbezogen.

STANDARD 100 wird seit 1992 von der OEKO-TEX®-Gemeinschaft vergeben. Dieser am weitesten verbreitete Standard ist ein reines Verbraucherschutzsiegel: Es prüft lediglich die Schadstoffrückstände am Endprodukt. Die Herstellungsbedingungen untersucht Oeko-Tex 100 nicht.

Soziales

  • Der Kodex basiert u. a. auf den ILO-Kernarbeitsnormen und beinhaltet eine Empfehlung zur Zahlung existenzsichernder Löhne.
  • Das Recht auf Vereinigungsfreiheit und Kollektivverhandlungen wird nicht aktiv gefördert.
  • Die definierten Anforderungen müssen von Lieferanten und Unterauftragnehmern sowie deren Einflussbereich eingehalten werden. Eingekaufte Waren und Dienstleistungen müssen die definierten Anfoderungen erfüllen.
  • Es muss ein Managementsystem für soziale Verantwortung implementiert werden, um negative soziale Auswirkungen zu verhindern.
  • Es gibt Empfehlungen für Schulungen im Umgang und Kontakt mit Chemikalien.
  • Lieferanten und Lieferketten müssen bewertet und überwacht werden

Ökologie

  • Die Verwendung gefährlicher Chemikalien nach der REACH-Liste ist verboten.
  • Es gibt keine Kriterien zu Naturfasern, gentechnisch veränderte Organismen sind erlaubt.
  • Für die Betriebsstätten müssen Verfahren zur Untersuchung und Bewertung der Einflüsse ihrer Aktivitäten auf die Umwelt vorliegen.
  • Es gibt Kriterien für die Minimierung der Einleitung von Abwässern, zum Monitoring sowie die Minimierung des Wasserverbrauchs sowie Empfehlungen zur Berechnung und Minimierung von CO2-Emissionen.

Glaubwürdigkeit

  • Die Organisations- sowie die Finanzstruktur sind nicht öffentlich zugänglich.
  • Es gibt keine ausgewogene Vertretung aller Interessengruppen innerhalb des Entscheidungsgremiums. NROs werden beispielsweise nicht in die endgültige Entscheidung über die Standardkriterien einbezogen.
  • Zertifizierte Unternehmen unterlaufen alle 3 Jahre ein Audit durch einen OEKO-TEX®-Auditor. Die Häufigkeit der Audits basiert nicht auf Risikobewertungen der zertifizierten Unternehmen. Alle Aspekte der Zertifizierung werden in einem umfangrei¬chen Auditbericht dargelegt. Die Ergebnisse können freiwillig über die OEKO-TEX®-Web-Plattform veröffentlicht werden.
  • Die Kriterien für die Zertifizierung werden jährlich aktualisiert und an neue wissenschaftliche Erkenntnisse und rechtliche Vorgaben angepasst
  • Dienstleistungen/Produkte müssen immer identifiziert und in allen Stufen der Produktion rückverfolgt werden.
  • Aus dem Siegel geht deutlich hervor, wofür es gilt.
  • Es gibt eine Zertifikatsnummer auf dem Siegel bzw. anhand einer Produkt-ID/eines QR-Codes erhält die Verbraucher*in eine Übersicht aller Produktionsstufen der Lieferkette, die somit transparent und nachvollziehbar wird.

Kommentar CIR

Die Kennzeichnung „Textiles Vertrauen – Geprüft auf Schadstoffe nach STANDARD 100 by OEKO-TEX®“ macht keine Aussagen über den Einsatz von Schadstoffen bei der Herstellung von Textilien. Auch ist die Herkunft des Produktes nicht nachvollziehbar.

Stand: August 2017

SIEGEL UND STANDARDS

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