SIEGEL UND STANDARDS

STeP („Sustainable Textile Production“)

Gründung & Ziel

Die internationale OEKO-TEX®-Gemeinschaft ist ein Zusammenschluss von 16 akkreditierten Forschungs- und Prüfinstituten mit Kontaktbüros in über 60 Ländern. Die Mitgliedsinstitute entwickeln die Standards sowie die Testmethoden gemeinschaftlich. Die Mitgliedsinstitute sind gleichzeitig berechtigt, die Laborprüfungen und Betriebs-Audits durchzuführen. In die Standardsetzung werden auch NROs sowie Vertreter*innen aus der Wissenschaft einbezogen.

STeP („Sustainable Textile Production“) bewertet die Umweltfreundlichkeit sowie die Arbeitsbedingungen und Arbeitssicherheit der Produktionsprozesse. Geprüft werden Betriebe aller textilen Verarbeitungsstufen. STeP ersetzt die vorherige Zertifizierung nach Oeko- Tex Standard 100, die nicht mehr weiterverfolgt wird.

Soziales

  • Der Kodex basiert u. a. auf den ILO-Kernarbeitsnormen und beinhaltet eine Empfehlung zur Zahlung existenzsichernder Löhne.
  • Das Recht auf Vereinigungsfreiheit und Kollektivverhandlungen wird nicht aktiv gefördert.
  • Die definierten Anforderungen müssen von Lieferanten und Unterauftragnehmern sowie deren Einflussbereich eingehalten werden. Eingekaufte Waren und Dienstleistungen müssen die definierten Anfoderungen erfüllen.
  • Es muss ein Managementsystem für soziale Verantwortung implementiert werden, um negative soziale Auswirkungen zu verhindern.
  • Es gibt Empfehlungen für Schulungen im Umgang und Kontakt mit Chemikalien.
  • Lieferanten und Lieferketten müssen bewertet und überwacht werden

Ökologie

  • Die Verwendung gefährlicher Chemikalien nach der REACH-Liste ist verboten.
  • Es gibt keine Kriterien zu Naturfasern, gentechnisch veränderte Organismen sind erlaubt.
  • Für die Betriebsstätten müssen Verfahren zur Untersuchung und Bewertung der Einflüsse ihrer Aktivitäten auf die Umwelt vorliegen.
  • Es gibt Kriterien für die Minimierung der Einleitung von Abwässern, zum Monitoring sowie die Minimierung des Wasserverbrauchs sowie Empfehlungen zur Berechnung und Minimierung von CO2-Emissionen.

Glaubwürdigkeit

  • Die Organisations- sowie die Finanzstruktur sind nicht öffentlich zugänglich.
  • Es gibt keine ausgewogene Vertretung aller Interessengruppen innerhalb des Entscheidungsgremiums. NROs werden beispielsweise nicht in die endgültige Entscheidung über die Standardkriterien einbezogen.
  • Zertifizierte Unternehmen unterlaufen alle 3 Jahre ein Audit durch einen OEKO-TEX®-Auditor. Die Häufigkeit der Audits basiert nicht auf Risikobewertungen der zertifizierten Unternehmen. Alle Aspekte der Zertifizierung werden in einem umfangrei¬chen Auditbericht dargelegt. Die Ergebnisse können freiwillig über die OEKO-TEX®-Web-Plattform veröffentlicht werden.
  • Die Kriterien für die Zertifizierung werden jährlich aktualisiert und an neue wissenschaftliche Erkenntnisse und rechtliche Vorgaben angepasst
  • Dienstleistungen/Produkte müssen immer identifiziert und in allen Stufen der Produktion rückverfolgt werden.
  • Aus dem Siegel geht deutlich hervor, wofür es gilt.
  • Es gibt eine Zertifikatsnummer auf dem Siegel bzw. anhand einer Produkt-ID/eines QR-Codes erhält die Verbraucher*in eine Übersicht aller Produktionsstufen der Lieferkette, die somit transparent und nachvollziehbar wird.

Kommentar CIR

Der STeP Standard umfasst grundlegende ökologische und soziale Kriterien, wobei wichtige Kriterien fehlen: Der Gebrauch von gentechnisch veränderten Organismen ist erlaubt. Existenzsichernde Löhne sind nicht verpflichtend. Positiv ist die Einführung von Umwelt- und Sozialmanagementsystemen, die die Auswirkungen der Aktivitäten der Betriebsstätten überwachen. Auch werden Vertreter*innen aus Zivilgesellschaft und Wissenschaft zwar in die Entwicklung der Standards einbezogen, in der endgültigen Entscheidungsfindung aber nicht berücksichtigt.

Stand: August 2017

SIEGEL UND STANDARDS

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