SIEGEL UND STANDARDS

Textile Exchange 100 (OE 100)

Textile Exchange, früher Organic Exchange, wurde 2002 als gemeinnützige Organisation gegründet mit dem Ziel, die Produktion biologisch angebauter Baumwolle zu steigern. Mitglieder sind Markenfirmen wie H&M, C&A, Puma und Nike. Je nach Anteil der Bio-Baumwolle wird das Siegel Textile Exchange 100 oder Textile Exchange Blended vergeben.

Soziale Kriterien

  • Soziale Kriterien stehen nicht im Fokus.

Ökologische Kriterien

  • Textile Exchange 100 zertifizierte Produkte müssen mindestens 95% Bio-Baumwolle enthalten, es ist kein Mischen mit konventioneller Baumwolle erlaubt. Textile Exchange Blended zertifizierte Produkte müssen mindestens 5 % Bio-Baumwolle enthalten. Für die restlichen Fasern (max. 95 %) gibt es keine Auflagen, sie können auch aus konventioneller Baumwolle oder synthetischen Fasern bestehen.
  • Die Verwendung von konventioneller Baumwolle ist nur in der Umstellungsphase zu Bio-Landbau erlaubt. Eine prozentuale Angabe des Anteils an Bio-Baumwolle ist im Endprodukt  ausgewiesen.
  • Genmanipuliertes Saatgut ist im Standard nicht explizit verboten, aber bei Bio-Anbau ist dies explizit ausgeschlossen.
  • Keine Verpflichtung zu ressourcenschonender Produktion.
  • Der Standard schließt keine Chemikalien aus, aber bei Bio-Anbau sind diese ausgeschlossen.
  • Zertifizierung der Bio-Baumwolle erfolgt durch externe, akkreditierte Organisation.

Transparenz

  • Klare Kennzeichnung der Bio-Baumwolle während des gesamten Produktionsprozesses (Kontrolle des Warenflusses) sowie genaue Dokumentation aller Produktionsprozesse.

Kommentar CIR

Der TE 100 Standard garantiert die Verwendung von Bio-Baumwolle sowie die Rückverfolgbarkeit und genaue Dokumentation der Weiterverarbeitung von Bio-Baumwolle. Sichergestellt wird jedoch nur biologischer Anbau von Baumwolle, für die weitere Verarbeitung gibt es keine Umweltauflagen. Soziale Kriterien finden keine Berücksichtigung. In Produkten, die mit TE Blended Standard ausgewiesen sind, können nur äußerst geringe Mengen (5%) an Bio-Baumwolle enthalten sein. Die Bezeichnung als organic (bio) erscheint daher problematisch und könnte Verwirrung stiften. Die Zertifizierung soll Unternehmen fördern, die sich in der Umstellungsphase zu ökologischem Anbau befinden. Der Standard wird derzeit überarbeitet, vereinheitlicht und durch den Organic Content Standard (OCS) ersetzt. Die Funktionsweise bleibt gleich, aber es wird nur eine Variante geben und alle Naturfasern erfassen (nicht nur Baumwolle). Ergänzend wird es einen Recycled Content Standard (RCS) geben, der für wiederverwertete Materialien vergeben wird. Beide neuen Standards werden mit einem Label am Produkt auf dem Markt sein.

Stand: 2013

SIEGEL UND STANDARDS

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