Jack Wolfskin

Jack Wolfskin entstand 1981 als Eigenmarke der Firma Sine in Frankfurt am Main. Firmengründer war Ulrich Dausien. Mit zunehmendem Erfolg wurde Jack Wolfskin dann von Sine getrennt und zu einem eigenständigen Unternehmen. Das Angebot von Jack Wolfskin umfasst Kleidung (82%) und Schuhe (10%) für den Outdoor-Bedarf, aber auch Outdoor-Equipment wie Zelte, Taschen, Rücksäcke und Schlafsäcke (8%). Jack Wolfskin vertreibt diese Produkte gegenwärtig europaweit und in Asien in 327 Franchise-Stores und in rund 2.400 Verkaufsstellen. 

Transparenz

Jack Wolfskin hat den Fragebogen der CCC ausführlich beantwortet und viele zusätzliche Informationen und Dokumente mitgeliefert. Das Unternehmen ist transparent im Hinblick auf Umsätze und Unternehmensstruktur. Jack Wolfskin macht aber keine Angaben zu Profiten. Der Verhaltenskodex von Jack Wolfskin ist im Internet in allen Sprachen der Produktionsländer öffentlich zugänglich. Das Unternehmen liefert einige Informationen zu Produktionsländern und hat Berichte von Fabrikaudits beigefügt. Eine Liste der Produzenten und Subproduzenten wurde nicht beigefügt, liegt aber der Fair Wear Foundation (FWF) vor. Es existieren weder ein Arbeitsbericht noch ein CSR-Bericht. 

Verhaltenskodex

Der Verhaltenskodex von Jack Wolfskin verweist auf die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte und verlangt, dass alle relevanten lokalen Arbeitsgesetze eingehalten werden müssen. Der Kodex weist ferner darauf hin, dass dort, wo lokale und internationale Arbeitsstandards variieren, der höhere Standard gelten sollte. Das Unternehmen verpflichtet sich formell dazu, in allen Arbeitsstätten, in denen seine Produkte hergestellt werden, grundlegende Arbeitsstandards - entsprechend den ILO-Kernkonventionen - zu respektieren. Diese Normen beinhalten die Organisationsfreiheit und das Recht auf Kollektivverhandlungen, verbieten Kinderarbeit, Zwangsarbeit und Diskriminierung. Jenseits der ILO-Kernkonventionen verpflichtet sich das Unternehmen dazu, dem Recht der ArbeiterInnen auf einen Existenzlohn nachzukommen (d.h. ein Lohn, der bei einer Regelarbeitszeit den Grundbedarf der ArbeiterInnen und ihrer Familie deckt und zusätzlich frei verfügbares Einkommen übrig lässt). Es ist vereinbart, dass Überstunden nur gelegentlich geleistet und mit dem üblichen Zuschlag abgegolten werden. Der Verhaltenskodex ist für die Direktlieferanten, Sublieferanten und Agenten von Jack Wolfskin vertraglich bindend.

Kodexumsetzung

Jack Wolfskin beauftragt das externe Beratungsunternehmen Sumations sowohl damit, in den Produktionsstätten soziale Audits durchzuführen und sogenannte Corrective Action Plans zu erstellen, als auch damit, Trainingsmaßnahmen für diverse Funktionsstufen durchzuführen. Dieses Consulting-Unternehmen bewertet die Produktionsstätten gemäß dem Verhaltenskodex auf einer fünfstelligen Skala. Darauf basierend ordnet Jack Wolfskin weitere Besuche in Zeiträumen von wenigstens 12 Monaten, bei schlechtem und mittlerem Rating nach drei Monaten an. Das CSR-Personal (eigene Abteilung für soziale und ökologische Grundsätze) von Jack Wolfskin ist dem Geschäftsführer direkt unterstellt und somit zentral im Unternehmen angesiedelt.

Monitoring und Verifizierung

Jack Wolfskin beauftragt das Consulting-Unternehmen Sumations (s.o.) für das interne Monitoring. Jack Wolfskin ist seit dem 1.7.2010 Mitglied in der unabhängigen Multi-Stakeholder-Initiative Fair Wear Foundation (FWF) und zeigt sich somit engagiert, glaubwürdige Schritte zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen zu unternehmen. Künftig wird es von Seiten der FWF Verifizierungsaudits bei Lieferanten und Management System Audits bei Jack Wolfskin selbst geben. Die FWF überprüft die Fortschritte in der Kodexumsetzung. Im ersten Jahr der Mitgliedschaft gilt es, 40% der Lieferanten zu auditieren.

Kommentar der CCC

Jack Wolfskin hatte bereits vor dem Eintritt in die FWF einen Verhaltenskodex, der jedoch nur eine eingeschränkte Forderung nach einem Existenzlohn enthielt, die sich ausschließlich auf Fachkräfte in den Produktionsstätten bezog. Jack Wolfskin beschäftigt sich seit Anfang 2008 mit dem Bereich der Arbeitsstandards. Das Unternehmen hat eine eigene Abteilung, die sich ausschließlich um das Lieferantenmonitoring kümmert. Ein Sozialbericht soll im Rahmen der FWF-Mitgliedschaft nach dem ersten Jahr der Mitgliedschaft erstellt werden. Der Beitritt zur FWF ermöglicht eine unabhängige Verifizierung. Das Unternehmen befindet sich auf dem richtigen Weg, Verbesserungen in der Kodex-Implementierung sind zu erwarten.

(Stand: November 2010)

Neueste Entwicklung seit der Veröffentlichung der Firmenprofile:

Aktuelle Informationen zu den Aktivitäten von Jack Wolfskin für die Verbesserung der Arbeitsbedingungen in den Zulieferbetrieben finden Sie im Management-System-Audit-Bericht der Fair Wear Foundation (siehe rechte Spalte unter Studien) sowie im Sozialbericht 2010 der Firma (ebenfalls rechte Spalte).

© 2010 Christliche Initiative Romero e.V.