4C-Initiative

"Kaffee hat keinen Preis"

Kaffee-Experte Albrecht Schwarzkopf von der Christlichen Initiative Romero im Interview vom 09.02.2015 mit evangelisch.de über die steigende Nachfrage und die steigenden Preise von Kaffee sowie über die Arbeit der 4C-Association, die sich für Nachhaltigkeit im Mainstream-Kaffeegeschäft engagiert. 

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Nachhaltigkeit beim Mainstream Kaffee

Der „Common Code for the Coffee Community“ (4C)

Was ist das Konzept?

Vor zehn Jahren wurde die „Common Code for the Coffee Community“, 4C Association gegründet. Der 4C-Ansatz beruht auf der Kombination eines umfassenden freiwilligen Verhaltenskodex für alle in der Kaffeekette Beteiligten mit Nachhaltigkeitspraktiken. Im März 2016 hat die 4C Association auf ihrer Mitgliederversammlung entschieden, die Kräfte zusammen mit der holländischen „sustainable coffee partnership“, welche von der holländischen und schweizerischen Regierung gefördert wird, zu bündeln. Seither nennt sie sich Global Coffee Partnership, GCP. Innerhalb von GCP gibt es die Untergliederung in die eigentliche GCP-Plattform und die CAS, die Coffee Assurance Services, die für die Verifizierung des 4C-Verhaltenskodex zuständig ist.

Durch den 4C-Kodex soll eine Qualitätsproduktion mit gewinnbringenden Bedingungen für die Erzeuger*innen ermöglicht werden. Sozial und ökologisch nachhaltige Produktions- und Verarbeitungsmethoden sind nur in einer für alle in der Kette Beteiligten befriedigenden ökonomischen Situation erreichbar. Die schlimmsten sozialen und ökologischen Praktiken des Sektors werden dabei ausgegrenzt. Gute landwirtschaftliche und unternehmerische Praktiken, welche durch die GCP vermittelt und verbreitet werden, helfen den Kaffeebäuer*innen weltweit, kontinuierlich ihre Produktionsmethoden zu verbessern und damit im Wettbewerb des Kaffeehandels zu bestehen. GCP ist ein partizipatorischer Ansatz, bei dem Entscheidungen über die Kodexumsetzung durch das Zusammenwirken der drei beteiligten Interessengruppen getroffen werden. Auf nationaler Ebene werden Nachhaltigkeits-Curriculae (national sustainability curricula) entwickelt, denen entsprechend die jeweils von landestypischen Bedingungen bestimmten Wege zur Erreichung von mehr Nachhaltigkeit aufgezeigt werden und für die Unterstützung von nationalen Regierungen offen ist. Auf diese Weise entsteht ein umfangreiches Unterstützungsprogramm zugunsten der Kaffeebäuer*innen, damit die Kodexziele der kontinuierlichen Verbesserung auch umgesetzt werden können. Im Jahr 2015 haben die Kaffeeröstereien ca. 10 Mio. Sack (à 60 kg Rohkaffee) aufgekauft; es wurden ca. 45. Mio. Sack Kaffee in den Erzeugerländern verfiziert. Das 4C-Konzept ist ein „baseline“-Ansatz, der es den Erzeuger*innen ermöglicht, dies als Sprungbrett für höhere Standards zu benutzen, wie Fairtrade, UTZ und Rainforest. Mit diesen höheren Standards gibt es „benchmark“-Abkommen, damit einerseits Doppelarbeit bei Verifizierungen verringert wird und andererseits für die Erzeuger*innen keine Beschränkungen des Absatzes an diese Standards entstehen.

Wie wurde das Konzept entwickelt?

Alle im „Common Code for the Coffee Community“- Ansatz getroffenen Entscheidungen werden durch einen drittelparitätische Vorstand getragen, der aus Vertreter*innen der drei Gruppen/Kammern besteht: (a) Produzentenorganisationen aus den Erzeugerländern, (b) Kaffeehandel und – industrie sowie (c) zivilgesellschaftlichen Organisationen. In allen Entwicklungs- und Entscheidungsprozessen sind die relevanten Akteure des weltweiten Kaffeesektors eingebunden. Die Vereinigung wird von der Geschäftsstelle unterstützt. Die Überwachung des 4C-Verhaltenskodex fällt den Coffee Assurance Services zu.

Teilnehmer*innen des Runden Tisches 4C

Handel und Industrie: JDE-Jacobs-DouweEgberts, Nestlé, Tchibo, ED&F Man./ Volcafé, Neumann-Kaffeegruppe, Ecom-Handelsgruppe, ABIC-Rösterverband aus Brasilien, European Coffee Federation ECF

ProduzentInnen: repräsentative Gruppen von Produzent*innen aus Mittelamerika, Kolumbien, Brasilien, Vietnam, Uganda, Tansania, Elfenbeinküste, Indonesien, Indien

Zivilgesellschaft: Fairtrade International, Solidaridad, Rainforest Alliance, Pesticide Action Network (PAN), Christliche Initiative Romero (CIR)

Außerordentliche Mitglieder:

Bundesministerium für Entwicklungszusammenarbeit (und GIZ), schweizerisches Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO), sowie Internationale Kaffeeorganisation ICO, Entwicklungsbanken.

© 2010 Christliche Initiative Romero e.V.