4C-Initiative

Die drei Bestandteile des 4C-Kaffeekodex

1) Unacceptable Practices (nicht akzeptierbare Praktiken)

Der erste Teil sind die sogenannten „Unacceptable Practices“, die die Einstiegserfordernisse für 4C-Kaffee beschreiben und die eliminiert sein müssen, bevor jemand an der 4C-Initiative teilnehmen kann. Sie sind die Eintrittskarte für 4C. Folgende Punkte internationaler Konventionen sind unter dieser Basisanforderung verankert:

  • Verbot schlimmster Formen der Kinderarbeit,
  • keine Zwangs- oder Sklavenarbeit,
  • Freiheit zu gewerkschaftlicher Organisierung,
  • keine Zwangsräumung von Ländereien,
  • Trinkwasserversorgung und adäquate Unterkunft für Saisonarbeitskräfte,
  • keine Primärwaldzerstörung und Ressourcenschutz, besondere Beachtung Naturschutzgebiete,
  • keine Verwendung verbotener Pestizide,
  • kein sittenwidriger Handel sowie Bezug auf OECD-Richtlinien für multinationale Unternehmen u.a. für Zulieferbetriebe.

2) Code Matrix

Darauf aufbauend gibt es als zweiten Teil die sogenannte Code Matrix mit den Bedingungen, die für 4C-Kaffee in den Produzentenländern gelten. In der Code-Matrix sind die Kriterien für die drei Nachhaltigkeitsdimensionen innerhalb der Kaffeeproduktion festgelegt. Entsprechend einer Ampel sind die wichtigsten Verhaltensweisen bei der Kaffeeproduktion und –verarbeitung in rote, gelbe und grüne Bereiche eingeteilt. Mit nachhaltigen Praktiken soll es den Produzent*innen ermöglicht werden, die „roten Bereiche“ zu verlassen und in einem Prozess der kontinuierlichen Verbesserung ihre Anbaumethoden optimaler auszugestalten. Der Prozess beginnt mit einer Selbsteinstufung, dem „self-assessment“, die durch externe Verifzierer*innen zu bestätigen ist.

Beispiel eines Kriteriums für das Ampelsystem (übertragbar auf die anderen Kriterien der Code Matrix):

  • „Es gibt keinerlei Maßnahmen, die die Bildung von Kindern ermutigen.” Diese Praxis wird mit Rot gekennzeichnet was bedeutet, dass sie unmittelbar zu verbessern ist.
  • "Es gibt ernsthafte Anstrengungen, Kinder aus der Kinderarbeit herauszuholen und sie in Bildungsmaßnahmen zu bringen.” Diese Praxis wird mit Gelb klassifiziert: es gibt das eindeutige Signal, in die richtige Richtung zu gehen, aber künftige Verbesserungen sind noch notwenidg. Anwendbar in einer Übergangsphase.
  • „Das Recht der Kinder auf Kindheit und Bildung werden implementiert.” Dies ist der wünschenswerte Zustand und deshalb mit Grün gekennzeichnet.

3) Rules of Participation verbindliche Regeln für Industrie und Handel

Der dritte Teil sind die „Rules of Participation – the Business Code“. In dem „business code“ sind die Verpflichtungen für Handel und Industrie beschrieben. Aufgrund der Anwesenheit von marktrelevanten Teilnehmer*innen (Kraft Foods, Tchibo, Sara Lee, Neumann Kaffee Gruppe, Volcafe, Nestlé) musste 4C sich mit dem Kartellrecht auseinandersetzen. Danach dürfen keine Absprachen über Preise und Preisaufschläge unter marktrelevanten Teilnehmer*innen stattfinden. Wesentlich im „business code“ sind folgende Aspekte:

  • die Verifikationskosten werden vom 4C-System abgedeckt,
  • Verpflichtung von Handel und Industrie, Entwicklungsmaßnahmen zur Unterstützung der Bäuer*innen zu finanzieren,
  • es werden wachsende Mengen 4C-Kaffees abgenommen,
  • „continuous improvement“, kontinuierliche Verbesserung des Prozesses wird vereinbart,
  • es wird erneut Bezug auf die OECD-Richtlinien genommen (Verantwortung multinationaler Unternehmen auch für Zulieferbereich),
  • es gibt kein „on-pack-logo“ auf dem Kaffeepäckchen, sondern lediglich die Möglichkeit, auf eine Website hinzuweisen (letzteres basiert auf einer Forderung der Kleinproduzent*innen),
  • es gibt einen unabhängigen externen „third party auditor“, der bei den Unternehmen die Einhaltung der 4C-Bedingungen prüft,
  • es gibt eine Berichtspflicht der Unternehmen über die Einhaltung von 4C,
  • zu Schulungsmaßnahmen wird von Industrie und Handel gemäß der eingekauften Mengen beigetragen.

Ihr Ansprechpartner

Albrecht Schwarzkopf

Verantwortlicher Referent für die 4C-Association, GCP Global Coffee Platform
Öffnet einen E-Mail-Link zum VersandschwarzkopfnoSpam@ci-romero.de

© 2017 Christliche Initiative Romero e.V.