Konzerne und Label unter der Lupe

Lidl

Neckarsulm, Deutschland

Unternehmen

Die Geschichte der heute milliardenschweren Schwarz-Gruppe, zu der Lidl und Kaufland gehören, beginnt bereits in den 1930er-Jahren als Großhandel für Südfrüchte. In den 70er-Jahren eröffnete der erste Lidl-Discounter in Ludwigshafen. Heute unterhält Lidl mit Sitz in Neckarsulm europaweit knapp 10.000 Filialen und ist in über 20 europäischen Ländern vertreten. Während bei dem Discounter Lidl knapp 2.000 Artikel das Sortiment bestimmen, sind es bei der Warenhauskette Kaufland bis zu 60.000 Artikel. Die Schwarz-Gruppe ist der viertgrößte Händler der Welt mit einem jährlichen Umsatz von über 100 Milliarden Euro, deutlich vor Aldi und Metro.

Soziales

  • Maßgeblich für die Zusammenarbeit mit Lieferanten ist der Lidl-Verhaltenskodex, der auf der Webseite veröffentlicht ist. Verstöße gegen den Kodex können über die Webseite gemeldet werden
  • Die Sozialstandards enthalten keine Verpflichtungen zur Zahlung eines existenzsichernden Lohns.
  • Lidl fördert Trainingsmaßnahmen (in Zusammenarbeit mit der GIZ) für Textilhersteller und deren Mitarbeiter*innen in Bangladesch, u. a. zum Thema Entlohnung, Überstunden, Arbeitsgesundheit und -sicherheit sowie für eine nachhaltigere Kakaoproduktion in der Elfenbeinküste.
  • Lidl fördert einen mobilen Gesundheitsdienst (in Zusammenarbeit mit der GIZ).

Ökologie

  • Lidl will bis 2020 einen Kriterienkatalog zum Verzicht bestimmter Chemikalien in der Textil- und Schuhproduktion umsetzen (Detox-Verpflichtung).
  • Seit 2006 gilt eine Zielvereinbarung zwischen Lidl und seinen Lieferanten in Bezug auf die nachhaltige Reduktion von Pestiziden. Die Anzahl der Pestizid-Analysen liegt bei einer Analyse pro 59 Tonnen gehandelter Ware – dies führt zu 26.000 Analysen pro Jahr.
  • Lidl fördert Abfallmanagement, u. a. durch Reduktion von Abfall, Kundenrabatten bei geringem Mindesthaltbarkeitsdatum sowie Lebensmittelspenden.
  • Lidl setzt verschiedene Maßnahmen zur Verringerung der CO2-Emissionen ein, wie z. B. die Verbesserung der Energieeffizienz in den Supermärkten.
  • GLAUBWÜRDIGKEIT
  • Lidl ist seit 2007 Mitglied der Business Social Compliance Initiative (BSCI).
  • Lidl fordert von allen Lieferanten, die Non-Food-Produkte in sogenannten Risikoländern her¬stellen, ein gültiges BSCI-Audit oder eine SA8000-Zertifizierung.
  • Bei Obst- und Gemüse setzt Lidl auf GLOBALG.A.P.
  • Die Einhaltung der Standards wird anhand von Audits kontrolliert und bewertet. Wenn im Rahmen von Audits Mängel festgestellt werden, müssen die Lieferanten sicherstellen, dass Maßnahmenpläne über notwendige Verbesserungen erarbeitet und Probleme in den Produktionsstätten behoben werden.
  • Lidl veröffentlicht Namen, Adressen und Länder sämtlicher Hauptproduktionsstätten der rund 650 Lieferanten für das Textil- und Schuhsortiment der Lidl-Eigenmarken auf der Website.
  • Es gibt keinen integrierten Nachhaltigkeitsbericht nach den Vorgaben der GRI
  • 2013 unterzeichnete Lidl das Abkommen über Brand¬schutz und Gebäudesicherheit in Bangladesch und ist u. a. Mitglied im Bündnis für nachhaltige Textilien, im Forum für Nachhaltigen Kakao, beim Runden Tisch für Nachhaltiges Palmöl (RSPO) sowie bei der Global Coffee Platform.

Kommentar CIR

Lidl hat besonders schädliche Chemikalien aus der Produktion von Textilien verbannt. Dies ist ein Fortschritt, doch in puncto Sozialstandards berücksichtigt der Discounter die negativen Auswirkungen seiner eigenen Beschaffungspolitik auf die Arbeitsbedingungen nicht genügend. Das Unternehmen ist nicht in eine unabhängige Verifizierung durch einen Multi-Stakeholder-Ansatz involviert. Vorbildlich in puncto Transparenz ist die Veröffentlichung der Hauptproduktionsstätten für das Textil- und Schuhsortiment der Lidl-Eigenmarken.

Mehr über Gütezeichen und Eigenmarken bei Lidl hier.

Stand: August 2017

SIEGEL UND STANDARDS
Gütezeichen und Eigenmarken

© 2017 Christliche Initiative Romero e.V.