Copalar-Staudamm in Nicaragua

Erfolgreich gestoppt!
Dank der zahlreichen Unterstützung konnte das Projekt Copalar gestoppt werden.
Dank der zahlreichen Unterstützung konnte das Projekt Copalar gestoppt werden.

Die öffentlichen Proteste gegen das Copalar-Staudammprojekt, das zigtausend Menschen im Zentrum Nicaraguas bedroht, haben Wirkung gezeigt. In einem Brief an die CIR vom 21. Mai 2007 erklärt die Siemens AG offiziell ihren Rückzug aus dem Projekt. Siemens bestätigt zunächst die CIR-Recherchen, dass sie mit dem lokalen Unternehmen HydroCopalar im November 2005 ein „Development Agreement“ abgeschlossen hatten. Wörtlich: „Beim Abschluss der vorgenannten Vereinbarung gingen Siemens und Voith Siemens Hydro davon aus, dass im Rahmen einer Studie die Auswirkungen des Projektes auf Umwelt und Gesellschaft unter Beteiligung der Betroffenen bzw. ihrer Interessensvertreter umfassend untersucht würden. Diese Erwartungen haben sich später nicht erfüllt.“ Daher – und wegen fehlender gesetzlicher und politischer Voraussetzungen – erklärt Siemens, sich „keinesfalls“ mehr an dem Projekt zu beteiligen. Und weiter: „In der Diskussion um ein Nachfolgeprojekt an anderer Stelle hat sich Voith Siemens Hydro bereits klar positioniert und erklärt, dass ein ähnliches Abkommen wie für Copalar nicht wieder zustande käme.“

Die CIR hatte Anfang 2007 Protestaktionen mit Postkarten, Emails und einem offenen Brief an Siemens gestartet. Dank der großen Beteiligung an den Aktionen kündigte Siemens der CIR rasch eine offizielle Stellungnahme an. Nach mehreren Wochen interner Diskussion hat sich der Konzern – der seit längerem die Negativ-Schlagzeilen füllt – nun entschieden, von dem Projekt abzurücken.

Zuvor äußerte sich der neue Präsident Nicaraguas, Daniel Ortega, in den letzten Wochen bereits kritisch zu dem Mega-Staudamm: Copalar würde wohl nicht realisiert werden, eher Alternativen gesucht. Die Proteste vor Ort hatten seit Ende letzten Jahres – auch mit Unterstützung der CIR – zunehmend an Stärke gewonnen. Gleichwohl waren sich unsere nicaraguanischen PartnerInnen bislang nicht sicher, ob den Worten ihres Präsidenten zu trauen ist. Der nun angekündigte Rückzug von Siemens könnte das endgültige Aus für das Projekt bedeuten.

Wir freuen uns für die Betroffenen in Bocana de Paiwas – dem Ort, der in den Fluten untergehen würde. Und wir danken allen UnterstützerInnen!