Movimiento de Mujeres „María Elena Cuadra“(MEC), Managua
Arbeit ja, aber würdevoll muss sie sein!
Die Christliche Initiative Romero unterstützt das MEC in Managua seit 1996. Der Schwerpunkt der Zusammenarbeit zwischen der CIR und dem MEC liegt auf Projekten, die die Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen der NäherInnen aus den Weltmarktfabriken für Bekleidung, den Maquilas, zum Ziel haben.
Das MEC verfolgt den Weg, über Lobby- und Verhandlungsarbeit auf der einen und der persönlichen Stärkung der ArbeiterInnen auf der anderen Seite die Arbeitsbedingungen in den Weltmarktfabriken zu verbessern. Es ist eine Strategie, die der Tatsache Rechnung tragen will, dass die Gründung von Betriebsgewerkschaften in den Weltmarktfabriken in der Regel massenhafte Entlassungen nach sich zieht und selten zur tatsächlichen Verbesserung der Arbeitssituation der MaquilaarbeiterInnen führt.
1996 hat das MEC mit Unterstützung der CIR und dem Weltgebetstag der Frauen damit begonnen, Promotorinnen für Menschenrechte in der Maquilaindustrie auszubilden. Das sind Frauen, die in den Weltmarktfabriken für Bekleidung als Näherinnen arbeiten und vom MEC in Fragen von Arbeits-, Frauen- und Menschenrechten fortgebildet worden sind. Als sog. Vertrauensfrauen sind die Promotorinnen ihren Kolleginnen bekannt und stehen diesen in Konfliktfällen mit Rat und Tat beiseite.
Es ist dem MEC mittlerweile gelungen, in Nicaragua ein sogenanntes Netz von Promotorinnen für Menschenrechte aufzubauen, das Red de Promotoras de Derechos Humanos. In fast allen Maquilas in Nicaragua, in Managua sowie in anderen Orten des Landes wie Nindirí, Tipitapa, Ciudad Sandino und Sébaco sind Promotorinnen des MEC tätig.
In dem von der CIR mit eigenen Spendengeldern sowie Mitteln des Bundesministeriums für Wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ) aktuell finanzierten Projekts werden in Workshops Maquilaarbeiterinnen zum Thema „Verhandlungstechniken und alternative Streitschlichtungsverfahren“ qualifiziert. Dabei arbeitet das MEC eng mit TrainerInnen der Abteilung für Konfliktmediation und alternative Konfliktlösungsstrategien (DIRAC) des Obersten Nationalen Gerichtshofs Nicaraguas zusammen.
Weitere Fabriknäherinnen werden zum Thema Arbeitsschutz und Gesundheit zu Gesundheitspromotorinnen fortgebildet. Diese Fortbildung ist Teil einer vom MEC in Zusammenarbeit mit dem nationalen Gesundheitsnetzwerk, dem Red de Salud, betriebenen Kampagne zu Arbeitschutz und Sicherheit in den Weltmarktfabriken für Bekleidung. Einerseits sollen die ArbeiterInnen über die Notwendigkeiten des eigenen aktiven Gesundheitsschutzes, zum Beispiel der Notwendigkeit, Atemschutz der Stoffflusen wegen anzulegen, aufgeklärt werden. Andererseits richtet sich die Kampagne in Fernsehspots und Radiobeiträgen an politische Entscheidungsträger des Landes, dafür Sorge zu tragen, dass die meist transnationalen Maquilabetreiber arbeitsrechtlich garantierte Gesundheits- und Sicherheitsstandart bei der Produktion einhalten.
Die CIR leistet aber auch institutionelle Förderung. Sie unterstüzt das MEC bei der Personalfinanzierung ihres Zentrums für Konfliktmediation. Zwei Anwälte in Managua stehen täglich den Arbeiterinnen zur Beratung zur Verfügung, die den Dialog mit dem Arbeitsministerium genauso wie mit den Personalabteilungen der Maquilabetriebe suchen, um in Fällen von Arbeitsrechtsverletzungen den ArbeiterInnen zu ihrem Recht zu verhelfen, ohne dass unbedingt der meist langwierig, kostspielige und selten zum Erfolg führende Weg des Arbeitsgerichtsprozessen gegangen werden muss.
Weiterführende Informationen:
- „Montags bis Freitags bis 22.00 Uhr" (Sabine Broscheit, E+Z 5/2006)
- MEC online (spanisch)
- „Maquila – Ausbeutung oder Emanzipation“(Sabine Broscheit, presente 1/2006
- „Arbeit ja, aber würdevoll muss sie sein“ (Sabine Broscheit, presente 1/2005)
















Mit finanzieller Unterstützung des BMZ. Der Herausgeber ist für den Inhalt allein verantwortlich.
Das DZI bescheinigt der Christlichen Initiative Romero einen verantwortungsvollen Umgang mit Spendengeldern.